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Maifeld/Pellenz

Maifeld/Pellenz: Mäuseplage macht den Bauern das Leben schwer

Die geradezu explosionsartige Verbreitung von Mäusen macht den Landwirten das Leben zunehmend schwer. Hatten die Nager im milden Winter teilweise die Aussaat weggefressen, so haben sie nun den Getreidebauern die Ernteerträge dezimiert und erobern jetzt, ausgehend von den Rändern der Feldwege und Landstraßen, die frisch gesäten Rapsbestände.

Abgeerntete Getreideflächen müssen sofort bearbeitet werden, um den Mäusen die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Bevor die Rapssaat austreibt, ist die gezielte Bekämpfung mit Giftweizen erforderlich, weil sonst die jungen Pflänzchen abgebissen werden.  Foto: Heinz Israel
Abgeerntete Getreideflächen müssen sofort bearbeitet werden, um den Mäusen die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Bevor die Rapssaat austreibt, ist die gezielte Bekämpfung mit Giftweizen erforderlich, weil sonst die jungen Pflänzchen abgebissen werden.
Foto: Heinz Israel

Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

"Gerade wenn der Raps noch jung ist, beißen die Mäuse die Pflänzchen komplett ab", erklärt Tobias Fuchs, der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes. "Beim Getreide würde die Pflanze nochmals einen Trieb nachschieben, doch beim Raps ist diese sofort kaputt und wächst nicht mehr nach", ärgert sich der junge Landwirt aus Kehrig.

Wie er haben auch die Berufskollegen eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die bedrohliche Population der Nager einzudämmen. Sofort nach der Ernte haben die Bauern ihre Stoppelfelder tief gepflügt und gegrubbert, um die Mäusenester zu zerstören. Willkommene Hilfe leisteten dabei Scharen von Möwen. "Die Möwen sitzen zu Hunderten auf dem Acker und besetzen ganze Furchenlängen", beobachtet Tobias Fuchs. Sie picken sich die Mäuse heraus, sobald sie aus dem Boden gepflügt werden. Eine geringe Unterstützung leisten auch Milane, Bussarde und Raben.

Die abgeernteten Flächen müssten generell bearbeitet werden, damit die Nahrungsgrundlage der Nager beseitigt wird. Doch das, was Tobias Fuchs mit Bodenhygiene beschreibt, hilft alleine nicht, die Vermehrung zu stoppen. Er sieht es als notwendig an, jetzt durch das Auslegen von Giftkörnern die Ausbreitung in die jungen Bestände zu verhindern. "Denn wenn erst die schönen grünen Rapspflänzchen neben dem Loch stehen, schmeckt der Raps der Maus einfach besser", sagt Fuchs. Sei eine Fläche einmal besiedelt, laufe man den Problemen hinterher.

Das gezielte Ausbringen der Giftkörner mittels einer Legeflinte ist eine außerordentlich mühsame und arbeitsintensive Angelegenheit. Das weiß auch die Landwirtsfamilie Franz Gilles in Gappenach. Sie beschreibt den derzeitigen Zustand der betroffenen Schläge als katastrophal. Wenn das für die Mäuse gut läuft, hätten diese eine Million Nachkommen im Jahr, habe ein Fachmann der Industrie errechnet.

Diese gewaltige Zahl erscheint der Familie Gilles nicht übertrieben. "Es ist einfach frustrierend", beklagt sich Sohn Stefan Gilles. Man müsse monatelang immer wieder von vorne anfangen, um die Felder abzulaufen und die Giftkörner auszulegen. Wie gewaltig der Schaden durch die Nager ist, zeigte sich bei der Ernte im Sommer. Da gab es freie Flächen, wo fast kein Halm mehr stand. Die Einbußen waren so stark, dass Franz Gilles vor dem Dreschen eines Schlages für eine benachbarte Eigentümerin diese gebeten hatte, sich den Bestand zuvor anzusehen, um den Ertragsverlust selbst einschätzen zu können.

Gregor Adams aus Polch kann sich derzeit noch nicht um seine Spargelpflanzen kümmern. Er fürchtet, dass die Nager sich an den Wurzeln der Pflanzen zu schaffen machen. Die Mäuse haben seine Kartoffelbestände heimgesucht und Knollen angefressen. Auch graben sich die Tiere in die Dämme und bringen Knollen ans Licht. Beides verursacht einen hohen Sortieraufwand. Auch Gregor Adams hat seine Stoppelfelder sofort bearbeitet, um die Mäusenester zu zerstören. "Was wir brauchen, ist nicht nur ein kalter Winter, sondern ein richtig kräftiges Gewitter mit viel Regen", hofft der Polcher Landwirt. Dann würden die Futtervorräte der Nager vergammeln und der Nachwuchs würde in den nassen Bauten dezimiert. Manche Fachleute sehen in einer Krankheit der Mäuse die einzig noch verbleibende Chance, die fortschreitende Population der lästigen Nager einzudämmen.

Mayen-Andernach
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