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Maifeld/Pellenz

Maifeld/Pellenz: Feldmäuse fressen den Bauern die Aussaat weg – Sorge um Ertrag

Die Landwirte auf dem Maifeld und in der Pellenz sorgen sich um ihr ausgesätes Getreide. Denn die Population der Feldmäuse hat sich in einem Maß erhöht, dass große Einbußen in den Beständen befürchtet werden müssen. Aber die Landwirte haben sich etwas einfallen lassen.

Die Giftkörner werden von den Bauern verdeckt in den Löchern ausgebracht. Wird auf die Legeflinte gedrückt, fallen zwischen drei bis sieben Körner raus. Das ist die einzige zugelassene Methode, gegen die Mäuseplage vorzugehen.
Die Giftkörner werden von den Bauern verdeckt in den Löchern ausgebracht. Wird auf die Legeflinte gedrückt, fallen zwischen drei bis sieben Körner raus. Das ist die einzige zugelassene Methode, gegen die Mäuseplage vorzugehen.
Foto: Heinz Israel

Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

Um die Ausbreitung der Nager zu verhindern, bringen die Landwirte in mühevoller Kleinarbeit mithilfe einer speziellen Legeflinte Giftkörner aus. Die Köder müssen tief und unzugänglich für Vögel in die Nagetiergänge eingebracht werden.

Tobias Fuchs, der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, weiß, wie schnell sich die kleinen Nager vermehren können. "Es vergehen nur 11 bis 13 Tage, bis der Nachwuchs zur Geschlechtsreife kommt", erklärt der Landwirt aus Kehrig. Ein Weibchen könne vier bis zwölf Würfe im Jahr haben. Und bei jedem Wurf gebe es vier bis sieben Nachkommen.

Mäuse machen Acker unsicher

Auf einem Acker in der Polcher Gemarkung zeigt Landwirt Franz Gilles, wie die Mäuse ein Flurstück heimgesucht haben, das nach der Ernte versuchsweise mit Sommergerste neu eingesät worden war. Stellenweise haben die Nager den Aufwuchs regelrecht gefällt und die Körner weggefressen. Deutlich sind die Laufspuren der Tiere zu erkennen, die regelrechte Trampelpfade bis zum Eingang ihrer Gänge geschaffen haben.

Wie rührig die Nager unterwegs sind, hat Tobias Fuchs in einem eigenen Flurstück beobachtet, wo die Mäuse vor ihrem Loch einen salatkopfgroßen Haufen Grünzeug zusammengeschleift haben. "Drumherum war alles abgefressen", berichtet Fuchs.

Sind die Giftkörner, die die Landwirte gegen die Mäuseplage ausbringen eine Gefahr für andere Tiere, zum Beispiel Hunde? Darüber gehen die Meinungen auseinander. In der Gemarkung Wassenach soll ein Hund nach der Aufnahme von sogenanntem Giftweizen erkrankt sein. Tobias Fuchs hält hingegen die Schädigung eines Hundes durch Giftkörner in der Flur für sehr unwahrscheinlich. "Ich habe keine Angst beim Ausbringen und meinen Hund immer dabei", versichert Fuchs. Er möchte die Bürger aufklären und ihnen ihre Ängste nehmen. Es wurde sogar ein Landwirte angezeigt, bei dem durch nasse Bodenverhältnisse etwas Saatgut an der Oberfläche verblieb.

Ein Giftweizenkorn genügt

Die Unterscheidung von Saatgut und Giftweizen auf dem Acker ist nicht ganz einfach. Saatweizen ist eher rot gefärbt, Giftweizen dagegen eher pink. Allerdings liegt das Saatgut reihenweise in bestimmten Abständen auf dem Acker. Normalerweise interessiert sich kein Hund vom Geruch her für Giftweizen. Ein einziges Giftweizenkorn reiche aus, um eine Maus zu vergiften. Aber ein Hund müsste schon mehr als 100 Körner aufnehmen.

Doch ein Hund laufe ja nicht wie ein Staubsauger übers Feld und nehme die Giftweizenkörner auf. "Ein Hund ist kein Weizenfresser", teilt die Herstellerfirma des Giftweizens auf Anfrage von Tobias Fuchs mit. Der Köder rieche nach Getreide und sei insofern nicht attraktiv für Hunde. Würde allerdings eine größere Menge irgendwo liegen und aufgenommen werden, wäre eine Vergiftung nicht auszuschließen. Im Falle, dass ein Hund eine Maus fressen würde, die das Gift vorher aufgenommen hat, passiere nichts. Denn das Mittel sei dann schon durch die Magensäure der Maus neutralisiert."Es führt kein Weg daran vorbei, gegen Mäuse vorzugehen", erklärt Tobias Fuchs. Somit bleibe den Landwirten keine andere Wahl, als den Giftweizen sachgerecht auszubringen. Es sei dies das einzige praktikable Mittel.

Tobias Fuchs hat die Einbußen durch den Mäusefraß auf den Landkreis Mayen-Koblenz hochgerechnet. Bei 31 000 Hektar Ackerland und einem Verlust von bis zu drei Doppelzentner pro Hektar ergibt sich ein Schaden von fast 10 000 Tonnen.

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