40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mayen/Andernach
  • » Kreis MYK: Einwanderung als Gewinn betrachten
  • Aus unserem Archiv
    Kreis MYK

    Kreis MYK: Einwanderung als Gewinn betrachten

    Eine insgesamt zufriedenstellende Bilanz der fünfjährigen Arbeit des Beirates für Migration und Integration (BMI) im Landkreis Mayen-Koblenz zieht dessen Vorsitzende Zeynep Begen.

    Zeynep Begen
    Zeynep Begen

    Von unserem Redakteur Albrecht Kahl

    Sehr positiv bewertet sie, dass es gelungen ist, im Kreishaus eine Geschäftsstelle für den BMI einzurichten, die die Beiratsarbeit auf administrativem Feld unterstützt. Dafür habe man lange gekämpft. "Das ist eine sehr große Erleichterung und positive Entwicklung für unsere Tätigkeit."

    Begen wünscht sich aber weitere Unterstützung und Wertschätzung des Landkreises sowie der Städte und Verbandsgemeinden für die Arbeit des Beirates. Der BMI stelle sich vielen Themen der Integrationspolitik. Sein ehrenamtliches Engagement müsse gefördert werden. Einige der Ziele, die man sich gesetzt habe, "konnten aufgrund fehlender finanzieller und personeller Ressourcen nicht umgesetzt werden, was gelegentlich zu Frustration führe. Aber wir geben nicht auf", stellt Begen fest.

    Liegt das vielleicht daran, dass die Politik sich selbst des Themas "Migration und Integration" angenommen hat und meint, die Arbeit der Beiräte für Migration und Integration sei überflüssig? Sie ist nicht überflüssig, stellt Begen ganz klar fest. Denn in Deutschland werde die Bevölkerung immer bunter. "Das heißt, Integrationspolitik ist und bleibt ein Dauerphänomen, welchem wir uns gemeinsam stellen müssen. Flüchtlinge, Zugewanderte, Menschen mit Migrationshintergrund, sollten von der sogenannten Mehrheitsgesellschaft als normal empfunden werden. Leider werden diese Menschen immer noch sehr defizitorientiert wahrgenommen. Wir müssen uns interkulturell weiter öffnen, um die Potenziale dieser Menschen zu erkennen und sie auch zu nutzen." Hier verweist sie etwa auf den Fachkräftemangel in Deutschland.

    Einen weiteren Schwerpunkt in der Arbeit des Beirates sieht sie im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung. Dies sei wichtig, um ein harmonisches Miteinander in den Kommunen zu gewährleisten. Begen bedauert, dass Integrationspolitik nicht aus der Sicht der Zugewanderten betrachtet wird. "Das muss sich ändern." Der Beirat gebe wichtige Impulse und Anregungen für eine bessere Integrationspolitik. Zwar habe man Netzwerkpartner und weitere Unterstützer der Beiratsarbeit. "Dennoch bleibt es ohne die personelle und finanzielle Unterstützung der Kommunen schwierig, erfolgreich zu sein", sagt Begen.

    Als eine Anerkennung der Arbeit des BMI wertet Begen die Tatsache, dass die Wahllokale bei der Neuwahl des Beirates am 23. November im Landkreis von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein werden. "Das zeigt, dass unsere Arbeit ihnen wichtig ist, das zeigt mir, dass der Kreis MYK Integrationspolitik positiv wahrnimmt und unterstützt", meinte Begen, als sie kürzlich im Kreistag den Tätigkeitsbericht des BMI erläuterte.

    Dieser hat in den vergangenen fünf Jahren unter anderem interkulturelle Feste veranstaltet, um den Prozess der interkulturellen Öffnung, der Begegnung zwischen allen Einwohnern, voranzubringen und Vorurteile abzubauen. Auch die Vernetzungs- und die Öffentlichkeitsarbeit sei kontinuierlich weitergeführt worden.

    An die Bürgermeister im Landkreis appelliert sie: "Integrationsarbeit ist Chefsache." Jede Investition, jedes Engagement dafür werde der Kommune zugutekommen. Der Kreis könne sie unterstützen, aber die Integrationsarbeit müsse am Ort geleistet werden. Man sei zwar in den vergangenen fünf Jahren nicht immer der gleichen Meinung gewesen, "aber wir haben immer einen gemeinsamen Nenner gefunden", lautet ihre Bilanz.

    Beiratswahl ist am 23. November

    Am 23. November können Zuwanderer in Rheinland-Pfalz die örtlichen Beiräte für Migration und Integration wählen. Neben Einwohnern mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind auch Mayen-Koblenzer mit Migrationshintergrund (Spätaussiedler, Eingebürgerte, Doppelstaatler etc.) wahlberechtigt. Für den Beirat kandidieren dürfen alle Einwohner des Landkreises, die seit mindestens drei Monaten in Mayen-Koblenz wohnen, also auch Menschen ohne jeglichen Migrationshintergrund. Im Landkreis Mayen-Koblenz tritt bei der Wahl des Beirates für Migration und Integration aber nur eine Liste an – die der SPD. Die Liste ist die einzige, die dem Wahlausschuss zur Prüfung vorgelegt und zur Wahl zugelassen worden ist. In Mayen-Koblenz hat der Beirat derzeit 15 Mitglieder, 10 gewählte und 5 vom Kreistag berufene. Auf der SPD-Liste bewerben sich insgesamt 16 Politiker um ein Mandat. Spitzenkandidatin ist Zeynep Begen, die aktuelle Vorsitzende des Beirates für Migration und Integration. atk

    Mayen-Andernach
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Mayen: 725 Jahre Stadt
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Montag

    4°C - 5°C
    Dienstag

    2°C - 5°C
    Mittwoch

    4°C - 5°C
    Donnerstag

    4°C - 7°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige