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Kreis MYK

Kreis MYK: Einbrecher schlagen besonders im Winter zu

Die "dunkle Jahreszeit" ist bei Einbrechern besonders beliebt. Bundesweit und auch rund um Mayen. 2012 registrierte die Kripo Mayen in der Stadt und den VG Maifeld, Mendig und Vordereifel 58 der insgesamt 82 Einbrüche in den Wintermonaten Oktober bis März.

Einbruchsopfer befürchten oft, dass sie zuvor wochenlang ausgespäht worden sind. Klaus Birlo von der Kripo Mayen sagt: "Die meisten Einbrecher suchen sich ihr Ziel erst aus, wenn sie durch die Straße laufen." Immer mehr Menschen indes schützen sich besser gegen die Straftäter.
Einbruchsopfer befürchten oft, dass sie zuvor wochenlang ausgespäht worden sind. Klaus Birlo von der Kripo Mayen sagt: "Die meisten Einbrecher suchen sich ihr Ziel erst aus, wenn sie durch die Straße laufen." Immer mehr Menschen indes schützen sich besser gegen die Straftäter.
Foto: Hans-Jürgen Vollrath

2011 passierten 71 der 100 Einbrüche in dieser Zeit. Zu den Zahlen von 2013 kann die Kripo noch keine Angaben machen.

In der Region Mayen sind besonders die Orte an der Eifelautobahn oder an gut ausgebauten Bundesstraßen Ziele für Raubzüge, sind sie doch gut zu erreichen. Aber auch bei alleinstehenden Häusern am Ortsrand ist die Einbruchsrate laut Kripo Mayen höher. Warum die Zahl der Einbrüche in der dunklen Jahreszeit so viel größer ist als im Sommer, hat mehrere Gründe.

Klaus Birlo, Erster Kriminalhauptkommissar in Mayen, sagt: "Wenn es dunkel ist, halten sich draußen weniger Menschen auf. Einbrecher werden nicht so leicht entdeckt." Zudem könne man leichter in die erleuchteten Gebäude gucken als umgekehrt.

Gestohlen werde, was den Einbrechern vor die Augen komme, was sie wegtragen könnten: Goldschmuck, Uhren, Bargeld, Laptops, Smartphones, Spielekonsolen. Birlo: "Meist sind es keine Profis, sondern einfache Täter, die kaum entsprechendes Werkzeug dabeihaben." Auch deshalb steigt die Zahl der Einbruchsversuche immer stärker. Und weil sich immer mehr Menschen zum Thema Wohnungseinbrüche informieren, Türen und Fenster besser schützen. Seien dagegen professionelle Banden am Werk, erkenne man dies am Diebesgut. Details dazu behält Birlo aus "ermittlungstaktischen Gründen" für sich.

Die überwiegende Anzahl der Einbrecher sei kurz entschlossen und gehe wahllos vor: "Die meisten entscheiden sich erst für ein Haus oder eine Wohnung, wenn sie durch die Straße laufen."

Dabei würden Einbruchsopfer denken, sie seien tage- oder wochenlang ausgespäht worden. Birlo: "Das ist fast nie der Fall. Für Einbruchsopfer kann es beruhigend sein, wenn sie wissen, dass sie nicht gezielt ausgesucht wurden. Dass es auch jeden anderen hätte treffen können." Die Ermittlungen sind oft sehr schwierig, die Aufklärungsrate ist nicht sehr hoch. Birlo: "Bei Beziehungstaten, wie Mord es oft ist, stammt der Täter in 80 Prozent der Fälle aus dem Umfeld des Opfers." Bei Einbrüchen gebe es meist nur eine Beziehung zwischen Täter und Opfer: das Diebesgut, das der Täter haben will.

Daher sei jeder Hinweis aus der Bevölkerung wichtig. Birlo: "Die Menschen glauben oft, dass sie uns nicht helfen können." Dabei könne jeder vermeintlich noch so unwichtige Tipp entscheidend sein: "Wir setzen die einzelnen Bausteine zusammen, und oft ergibt sich dann auch ein Muster." Ein solcher Hinweis führte noch Ende November dazu, dass die Kripo in der Region zwei Täter festnehmen konnte, die sie als "hochkarätige Einbrecher" einstuft. jl/atk

Einbruch in die Seele: Opfer haben oft lange zu kämpfen

Viele Einbruchsopfer stehen nicht nur materiell, sondern auch seelisch vor einem Scherbenhaufen. Im eigenen Zuhause war jemand, der in der Wäsche gewühlt, private Dinge gestohlen hat. Nach dem ersten Schock fühlen sie Ekel, Wut und Trauer um Gegenstände, mit denen liebevolle Erinnerungen verbunden waren und die für sie nicht zu ersetzen sind. Viele Opfer leiden unter Schlafstörungen, Ängsten, Magen-Darm-Problemen oder Konzentrationsstörungen. Häufig möchten Kinder nicht mehr allein zu Hause sein oder schlafen nachts wieder bei ihren Eltern im Bett. Die ganze Familie fühlt sich im eigenen Zuhause unwohl und unsicher. Zudem machen sich viele Betroffene Vorwürfe oder geben sich die Schuld an dem Verbrechen und denken, sie seien zu unachtsam gewesen. Nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen zog jeder fünfte Betroffene nach dem Einbruch aus seiner Wohnung aus. Meistens verschwinden die psychischen Beeinträchtigungen der Opfer nach einigen Wochen. Dennoch sollten Einbruchsopfer ihre Empfindungen ernst nehmen und sich bei Bedarf Unterstützung suchen wie etwa beim Weißen Ring. jl

Tipps zum Schutz gegen Einbrecher

Bei einem Drittel der Wohnungseinbrüche bleibt es laut Polizei bei einem Versuch, auch weil sich immer mehr Menschen besser schützen. Jürgen Quirnbach, Leiter des Beratungszentrums Zentrale Prävention des Polizeipräsidiums Koblenz, gibt Tipps:

Beim Verlassen des Hauses alle Türen (auch Balkon- und Hintertür) respektive Fenster nicht nur zuziehen, sondern abschließen;

Fenster, Türen, Kellereingänge mit Sicherheitsschlössern ausstatten. Quirnbach: "Braucht ein Einbrecher mehr als 30 Sekunden, um ein Schloss zu knacken, zieht er weiter."

Das Haus sollte bewohnt erscheinen, auch wenn man nicht zu Hause ist (etwa Rollläden oben lassen). Quirnbach: "Täter brechen am ehesten ein, wenn sie das Gefühl haben, allein zu sein."

Wertvolle Gegenstände (Computer, Uhren, Schmuck) und Bargeld nicht offen herumliegen lassen: "Die Täter wollen sich schnell wieder verziehen und greifen meist zu Gegenständen, die sie vor sich sehen."

Weitere Infos bei Jürgen Quirnbach, Telefon 0261/1031, und im Internet unter polizei-beratung.de und k-einbruch.de/interaktiveshaus jl

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