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Polch/Region

Katholische Kirche macht sich auf den Weg: Gläubige erkunden die Region

Mira Müller

Die katholische Kirche macht sich auf den Weg zu einer Pfarrei der Zukunft. Aus 173 Pfarrgemeinden und Pfarreiengemeinschaften im Bistum Trier sollen 35 sogenannte Pfarreien der Zukunft werden – eine große strukturelle Veränderung, die Auswirkungen bis in die Pfarreien haben wird und bei den Gläubigen durchaus für Verunsicherung sorgt. Denn wie wird sich das Leben in und mit der Kirche entwickeln? Und welche Rolle spielen dabei die Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen der Gläubigen?

Ochtendung mit seiner katholischen Kirche St. Martin könnte zum 1. Januar 2020 der Pfarrort der Pfarrei der Zu kunft werden. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass das kirchliche Leben auf diesen Ort konzentriert ist.
Ochtendung mit seiner katholischen Kirche St. Martin könnte zum 1. Januar 2020 der Pfarrort der Pfarrei der Zu kunft werden. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass das kirchliche Leben auf diesen Ort konzentriert ist.
Foto: Mira Müller

Die Weichen zu den Pfarreien der Zukunft, die zum 1. Januar 2020 gegründet werden sollen, sind während der Synode im Bistum Trier von 2012 bis 2016 gestellt worden. Die Pfarrei der Zukunft mit dem voraussichtlichen Pfarrort Ochtendung erstreckt sich über das Gebiet des derzeitigen Dekanats Maifeld-Untermosel. Teilprozessgruppen befassen sich mit verschiedenen Themen, wie beispielsweise die Leitung der künftigen Großpfarreien aussehen oder Christen an Entscheidungsprozessen beteiligt werden können. Aber auch die Christen selbst können auf die Gestaltung ihrer Pfarrei Einfluss nehmen: in der nun laufenden Erkundungsphase.

Beim ersten Erkunder-Workshop in Polch kamen Interessierte aus der Region zusammen und tauschten sich aus. Die Runde der Erkunder ist für weitere Interessierte offen.
Beim ersten Erkunder-Workshop in Polch kamen Interessierte aus der Region zusammen und tauschten sich aus. Die Runde der Erkunder ist für weitere Interessierte offen.
Foto: Mira Müller

Das Erkunderteam mit Ilona Besha, Wilma Ney und Harald Orth hatten zu einem ersten Workshop nach Polch eingeladen, 16 Interessierte waren gekommen: Männer, Frauen, jüngere und ältere, haupt- und ehrenamtliche. Mitgebracht hatten sie Anregungen und Hoffnungen, aber auch Ängste und Sorgen zum laufenden Prozess und eine Menge Fragen. Wie sollen die Pfarreien künftig betreut werden – auch seelsorgerisch? Wird es in kleinen Gemeinden noch Gottesdienste geben? Wie kommen die Erkenntnisse aus der Synode in die Gemeinden? Fragen, auf die es bisweilen keine abschließenden Antworten gibt. Doch am Prozess, Lösungen zu finden, können alle Gläubigen mitmachen, machen Ilona Besha, Wilma Ney und Harald Orth beim Auftaktworkshop deutlich. Sie wollen einen ergebnisoffenen, prozessorientierten Weg beschreiten. Wollen wissen, was den Menschen auf den Nägeln brennt, wollen mit den Teilnehmern herausfinden, welche Schätze es in der Region gibt, was wertvolle Elemente des kirchlichen Lebens sind und wie sie ergänzt werden können.

Herrschte anfangs bei vielen Skepsis und Unsicherheit, was den Wandel zur Pfarrei der Zukunft betrifft, so gelang es den Workshopleitern, ein Stückweit Aufbruchstimmung zu verbreiten. Themen, die den Teilnehmern am Herzen liegen, können angegangen werden. Dabei wurde deutlich, dass es den Teilnehmern wichtig ist, auch Menschen am Rande der Gesellschaft und Nicht-Gläubige mit in den Blick zu nehmen, Gottesdienste zu feiern, die auch für junge Menschen attraktiv sind, Räume zu schaffen, an denen sich Junge und Alte begegnen und miteinander ins Gespräch kommen, dass man sich auf Augenhöhe begegnet, unabhängig von Hierarchien. Dass sich die Kirche den Herausforderungen der Zukunft stellen und Lösungen suchen muss, denn: „Die Priester werden weniger – ob mit oder ohne Synode“, stellte eine Teilnehmerin fest.

Bis September/Oktober 2019 sollen Erkunder in der Region unterwegs sein. Dabei kann jeder zum Erkunder werden – neue Erkunder sind jederzeit willkommen. Ein Ansatzpunkt dabei ist, Interviews zu führen, also auf Menschen zugehen mit der Bereitschaft, ihnen zuzuhören und zu erfahren, was ihre Bedürfnisse sind. Aber auch Gespräche mit Schlüsselpersonen oder Experten sollen in diesem Zusammenhang geführt oder auch Hinweise auf Erkundungsorte gesammelt werden. „Erkundung ist ein Miteinander-auf-dem-Weg-Sein. Wir alle sind an dem Prozess beteiligt“, sagte ein Teilnehmerin. Die Ergebnisse sollen dabei möglichst transparent bei den Workshops vorgestellt werden. „Formal hat die Erkundung ein Ende im September/Oktober 2019, bei dem die Ergebnisse zusammengefasst werden“, erklärt Ilona Besha. „Aber die Dynamik, die sich während der Erkundungsphase entwickelt, kann über die den Prozess hinaus fortgeführt werden und Teil der Pfarrei der Zukunft sein“, ist die Vision Beshas. Die Erkenntnisse, die in der Erkundungsphase gewonnen werden, sind eine wichtige Grundlage für den inhaltlichen Entwicklungsprozess der Pfarreien der Zukunft, erläutert das Bistum Trier auf seiner Internetseite.

Von unserer Redakteurin Mira Müller

Workshop: Am 15. Oktober wird wieder erkundet

Der nächste Workshop der Erkundungsteams findet statt am Montag, 15. Oktober, von 18 bis 20.30 Uhr. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Dann wollen die Workshopleiter den Teilnehmern Tipps zu Interviews an die Hand geben und in die Erkundung einsteigen. Interessierte, die sich einbringen wollen, sind herzlich willkommen, auch wenn sie beim ersten Workshop nicht dabei waren. Weitere Infos bei den Erkundern Ilona Besha, Tel. 0151/168.411 54, Wilma Ney, Tel. 0151/149.337 05 oder Harald Orth, Tel. 0151/414.383 55, oder per E-Mail an erkundung.ochtendung@bistum-trier.de mkm

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