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Maifeld/Mendig

Initiative des Kreises MYK: Pilotprojekt will Senioren im Alltag helfen

Anne Fuhrmann

Es sind die kleinen Dinge des täglichen Lebens, die älteren Menschen zunehmend Probleme bereiten: beispielsweise das Rausstellen der Mülltonne, das Kochen und das Einkaufen. Doch deswegen müssen sie noch lange nicht ins Pflegeheim. Um Senioren zu unterstützen, die zu Hause leben, wurde ein Modellprojekt im Kreis MYK gestartet, an dem sich die Verbandsgemeinden Maifeld und Mendig beteiligen. Die Pilotphase ist nun im vollem Gange.

Viele ältere Menschen sind heute sind fitter als frühere Generationen. Für sie soll es in den Orten weitere Angebote geben wie beispielsweise den Ehrenamtstreff Trimbs (Foto), den Ortsbürgermeister Peter Schmitt (2. von links) den Beteiligten des Projekts „Seniorenfürsorger“ beim Auftakt vorstellte. Foto: Heinz Israel
Viele ältere Menschen sind heute sind fitter als frühere Generationen. Für sie soll es in den Orten weitere Angebote geben wie beispielsweise den Ehrenamtstreff Trimbs (Foto), den Ortsbürgermeister Peter Schmitt (2. von links) den Beteiligten des Projekts „Seniorenfürsorger“ beim Auftakt vorstellte.
Foto: Heinz Israel

Worum geht es? Viele Senioren sind heutzutage insgesamt fitter und gesünder als frühere Generationen. Sie wollen gerne in ihrem Heimatort bleiben und trotz einiger körperlicher Einschränkungen in ihrem bekannten Zuhause wohnen. Jedoch haben diese älteren Menschen zum Teil spezielle Bedürfnisse und würden von Hilfe bei der Bewältigung des Alltags profitieren. An diesem Punkt setzt das Modellprojekt „Seniorenfürsorge“ an, das vom Landkreis initiiert wurde. Ziel ist es, dass Ältere noch möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen können. Dabei geht es explizit nicht um Pflegeleistungen, sondern um Kontakt und Unterstützung in unterschiedlicher Form.

Wer macht mit? In der zweijährigen Laufzeit des Projekts sind zwei Modellkommunen dabei: die Verbandsgemeinden (VG) Maifeld und Mendig. Während sich in der VG Mendig alle Ortsgemeinden beteiligen, machen auf dem Maifeld zunächst sieben Dörfer mit: Gering, Kalt, Pillig, Rüber, Trimbs, Welling und Wierschem. Dabei kooperieren die Kommunen und tauschen sich aus.

Getragen wird die Seniorenfürsorge von zahlreichen Ehrenamtlichen aus den jeweiligen Gemeinden – und eben nicht von ausgebildeten Fachkräften. „Bei Fremden geben ältere Menschen nicht so gerne zu, dass sie Hilfe benötigen. Bei bekannten Gesichtern aus dem eigenen Ort ist das anders“, weiß Lea Bales, die als Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung das Pilotprojekt betreut. Auch bei den zwei Verbandsgemeinden wird die Seniorenfürsorge koordiniert.

Wie läuft das Projekt ab? In den vergangenen Monaten sind viele Abstimmungsgespräche gelaufen. Dabei haben sich in den beteiligten Orten Gruppen von Ehrenamtlern gefunden, die sich als Seniorenfürsorger zur Verfügung stellen. „Dabei handelt es sich vorwiegend um Personen, die sich schon jetzt in der Seniorenarbeit in ihrem Ort engagieren und Kontakt zu älteren Menschen haben“, sagt Demografiebeauftragter Marc Battenfeld, der das Projekt auf dem Maifeld koordiniert. Das sind beispielsweise Teams, die regelmäßige Kaffeerunden für Senioren organisieren. Mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung in Polch haben sich die Maifelder Ehrenamtler nun auf das Projekt eingestimmt.

Die Fürsorger sind Ansprechpartner für alle Arten von alltäglichen Problemen. Die Ehrenamtler vermitteln den Kontakt zu anderen Stellen oder helfen selbst tatkräftig aus. Konkret geht es dabei auch darum, ältere Menschen im Blick zu haben und bei Gelegenheit anzusprechen, um herauszufinden, ob irgendwo der Schuh drückt. Themen können dabei Mobilität, die Teilhabe am Dorfleben, der Einkauf von Lebensmitteln oder die Besuche beim Arzt sein. Die Aufgabenpalette der Seniorenfürsorger reicht von kleinen Erledigungen im Alltag bis zu Tipps und einfachen Gesprächen. Denn nicht immer ist praktische Hilfe nötig. „Viele Senioren sind einfach nur einsam. Diese Menschen wollen wir wieder in die Gemeinschaft holen“, erklärt Lea Bales.

Was soll die Modellphase bringen? „Es ist toll, dass so viele Dörfer die älteren Menschen im Blick haben“, betont die zuständige Mitarbeiterin der Kreisverwaltung. Schon jetzt gibt es in den Ortschaften viele Angebote für Senioren, zum Beispiel einen Ehrenamts- und einen Spieletreff, das Seniorentaxi, ein „Repair Café“ und eine Infobroschüre für die älteren Mitbürger. Bisher wissen die Dörfer aber noch zu wenig darüber, welche Ideen bereits in den Nachbarkommunen umgesetzt werden. Durch das Pilotprojekt sollen sich die Beteiligten zu ihren Erfahrungen austauschen und erfolgreiche Aktionen anderer Teilnehmer auf ihren Ort übertragen. Deshalb sind weitere Treffen der Ehrenamtlichen geplant, damit ein Netzwerk entstehen kann.

Erklärtes Ziel ist es, die Idee der Seniorenfürsorge über die Pilotphase hinaus zu etablieren und auf weitere Gemeinden auszudehnen. Schon jetzt haben zusätzliche Maifelder Orte, die bisher zurückhaltend waren, signalisiert, dass sie sich künftig beteiligen wollen.

Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

Hochschule Koblenz ist auch im Boot

Das Pilotprojekt Seniorenfürsorge wird von Sozialwissenschaftlern der Hochschule Koblenz begleitet und ausgewertet. Dadurch sollen konkretere Angebots- und Unterstützungsbestandteile aufgezeigt werden, heißt es auf der Internetseite der Hochschule. Außerdem sollen Infos zur Übertragbarkeit des Projektkonzepts auf andere Kommunen erhoben werden.

Ziel ist es, Synergien zwischen ehrenamtlicher und professioneller Hilfe im Alter zu entwickeln und die Kommunikation der Helfenden untereinander stärker zu verbinden. afu

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