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    Grippevirus: Wer sich impfen lassen sollte

    Die Nachfrage nach Grippeimpfungen ist jetzt mit dem Beginn der kalten Jahreszeit in den Arztpraxen wieder groß – kein Wunder: Im schlimmsten Fall kann eine Grippeinfektion tödlich sein. Wir fragten zwei Experten in der Region: Für wen ist eine entsprechende Impfung empfehlenswert, und wie schaut es mit den Nebenwirkungen aus?

    Der kleine Piks ist weit weniger schmerzhaft als eine ausgewachsene Grippe, die sogar tödlich enden kann. Ärzte raten daher vor allem bestimmten Risikogruppen, sich impfen zu lassen.
    Der kleine Piks ist weit weniger schmerzhaft als eine ausgewachsene Grippe, die sogar tödlich enden kann. Ärzte raten daher vor allem bestimmten Risikogruppen, sich impfen zu lassen.
    Foto: dpa/Fredrik von Erichsen

    Wer kennt ihn nicht – diesen Satz nach mehreren vollgeschnäuzten Taschentüchern, tassenweise Erkältungstees und zig eingeworfenen Kopfschmerzta-bletten: „Da hat mich wohl die Grippe erwischt.“ Umgangssprachlich etabliert, doch mit Verwechslungsgefahr verbunden.

    Denn wenn Experten über die Grippe reden, meinen sie das Grippevirus, das Jahr für Jahr gerade zur Weihnachtszeit und an Karneval grassiert und gegen das man sich auch mit besagter Grippeimpfung schützen kann.

    „Für den Laien ist die Unterscheidung zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippeinfektion – der Influenza – schwer“, erklärt Dr. Ansgar Rieke, Leiter der Immunologischen Ambulanz des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, zu dem auch das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Mayen gehört. „Die Symptome sind ähnlich. Oft erkennt man die Influenza nur durch ihre gewaltige Intensität, die sie binnen Stunden entfaltet.“ Schlimmstenfalls kann eine Grippeinfektion mit einer Lungenentzündung verbunden sein und sogar zum Tode führen.

    Immerhin 662 Grippetote gab es allein in der Grippesaison 2016/2017 und 112.000 gemeldete Fälle von Influenza, so das Robert-Koch-Institut.

    „Empfehlenswert ist die Impfung für über 60-Jährige und chronisch Kranke, denn bei diesen Gruppen ist das Risiko besonders schwerer Krankheitsverläufe höher“, meint Rieke. Und ebenso nachdrücklich rät er Personal in der Gesundheitsbranche zu einer Impfung. „Für alle anderen ist eine Impfung nicht in jedem Falle notwendig, aber auch kein Nachteil“, sagt der Experte.

    Und gerade jetzt sei für sie der ideale Zeitpunkt, denn der Impfstoff wirke im Körper erst nach mehreren Wochen.

    Besagten Risikogruppen rät auch Dr. Jutta Karl, MYK-Kreisärzteobfrau und Inhaberin einer Hausarztpraxis in Bendorf, zu einer Grippeimpfung. Immerhin 400 Menschen pro Jahr – vor allem ältere Menschen – impft sie noch gegen die Grippe, Tendenz sinkend. „Das könnte an der negativen Presse für die Grippeimpfung liegen“, mutmaßt sie. Für jeden sinnvoll sei die Impfung aber sowieso nicht – und könne sogar kontraproduktiv sein. „Ein junger gesunder Mensch steckt eine Grippeinfektion auch ohne Impfung gut weg“, sagt die 52-Jährige. Und: Das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko passt laut der Expertin hier nicht mehr. Schließlich könne die jährlich zu erneuernde Grippeimpfung auch Nebenwirkungen hervorrufen. Rieke seinerseits stuft die Gefahr von Nebenwirkungen aber eher als gering ein.

    Aber wie denn dann vor dem Grippevirus schützen, wenn nicht durch eine Impfung? „Der wichtigste Faktor ist die Hygiene“, sagt Karl. Sie rät zu regelmäßigem Händewaschen und einer guten Durchlüftung der Wohnräume. Außerdem helfen Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen, vitaminreiche Ernährung und Saunagänge bei der Stärkung der Abwehrkräfte. Wer sich einmal mit der Grippe infiziert hat, dem hilft laut Karl nur noch eine Behandlung der Symptome durch entsprechende Medikamente für jedes Symptom.

    „Antibiotika sind allerdings völlig kontraindiziert“, sagt Rieke. „Denn die helfen nur gegen Bakterien – das Grippevirus oder der grippale Infekt sind dagegen beides Viruserkrankungen.“

    Von unserem Mitarbeiter Raphael Markert

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