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Mendig

Geologikum in Mendig zeigt: So spannend ist die Natur

Für Andreas Braun erzählt die Natur die spannendsten Geschichten. Und die gibt der promovierte Geologe gern weiter. Gemeinsam mit Armyna Rätz hat Braun in Mendig nun ein Geologikum eröffnet. Dort bieten die beiden Kurse an, zudem organisieren sie Exkursionen in der Region und gehen mit Gruppen auf Edelsteinsuche. Ihr Angebot richtet sich an Schulklassen und an Betriebe, die einen Ausflug planen, an Kindergeburtstage und an Lehrerfortbildungen.

Nur ein großer grauer Gesteinsbrocken? Keineswegs! Der Geologe Dr. Andreas Braun erkennt viele verschiedene Mineralien in dem Stein. Die zeigt er gemeinsam mit Armyna Rätz den Besuchern des Geologikums. 
Foto: Hilko Röttgers
Nur ein großer grauer Gesteinsbrocken? Keineswegs! Der Geologe Dr. Andreas Braun erkennt viele verschiedene Mineralien in dem Stein. Die zeigt er gemeinsam mit Armyna Rätz den Besuchern des Geologikums.
Foto: Hilko Röttgers – hrö

Mit ihren Kursen und Exkursionen haben sich Rätz und Braun in der Region bereits einen Namen gemacht. Bis vor sechs Monaten betrieben die beiden das Naturkundemuseum Maria Laach, bis sie ihren Vertrag aus wirtschaftlichen Gründen auflösten. Mit seiner Ausstellungsfläche von mehr als 1000 Quadratmetern war das Museum für das Angebot der beiden zu groß. Nach einer Übergangszeit, während der Rätz und Braun in der Schützenhalle in Wassenach unterkamen, haben sie nun in Mendig ein neues Zuhause gefunden. "Wir haben hier genau das, was wir brauchen", sagt Armyna Rätz. "Die Größe passt, der Raum ist pflegeleicht, und um die Ecke gibt es ein Café, mit dessen Betreiberin wir uns schon abgesprochen haben." So können die Besucher des Geologikums auch verpflegt werden.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Lage des Geologikums. Vom neuen Standort an der Brauerstraße ist man zu Fuß in vier, fünf Minuten am Mendiger Stadtrand, wo Braun und Rätz in der Natur all das vorfinden, was sie ihren Kursteilnehmern näher bringen möchten. Dort gibt es zum Beispiel einen Bach, in dem die beiden mit den Teilnehmern Edelsteine aus dem Kies des Bachbetts auswaschen.

Doch schon auf der kurzen Strecke dorthin hält Braun inne. Am Wegesrand hat er etwas Spannendes entdeckt, das er näher erklären möchte. Braun pflückt ein kleines gelbes Blümchen und hält den Stängel unter die Lupe, die er immer dabei hat. Während der Kurse im Geologikum bekommen auch die Teilnehmer solche Lupen, damit sie selbst entdecken können, was Braun ihnen zeigen möchte. In diesem Fall sind es die winzigen Haare am Stängel eines Huflattichs, die durch die Lupe betrachtet gut zu erkennen sind. "Das sind Drüsenhärchen", erklärt Braun. "Sie enthalten die hustenlösenden Substanzen, für die der Huflattich bekannt ist."

So geht es weiter. An anderer Stelle liegen große graue Gesteinsbrocken in der Landschaft. Braun, der Geologe, sieht in ihnen aber noch viel mehr – und zeigt das gern auch den Besuchern des Geologikums. "In diesen Steinen sind viele verschiedene Mineralien zu entdecken", verspricht er. Im Laacher-See-Gebiet gibt es unter anderem blaues Haüyn, gelbes Titanit, grünes Olivin und durchsichtiges Sanidin. "Nach diesen Mineralien zu suchen, ist echtes geologisches Arbeiten", sagt Braun.

Diese Art von Feldforschung hat vor rund 60 Jahren bereits die Universität Bonn im Laacher-See-Gebiet betrieben, deren damalige geologische Fakultät eine Außenstelle in Mendig hatte – und zwar just in dem Gebäude an der Brauerstraße, in das nun Braun und Rätz mit ihrem Geologikum eingezogen sind. Ein Schild neben dem Eingang erinnert noch an diese Zeit in den 50er- und 60er-Jahren, als die Bonner Geologen in Mendig Stammgäste waren.

Für Andreas Braun, der selbst in Bonn studiert hat, schließt sich damit ein Kreis. "Ich kenne Kollegen, die ein paar Jahre älter sind als ich, die haben das Ganze hier noch als Student erlebt." Auch das war sicher ein Grund dafür, dass Braun und Rätz sich für den Standort Mendig entschieden haben. Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

Weitere Informationen gibt es unter www.geologikum.de

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