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Mayen

Diskussion in Mayen beleuchtet Situation der Schüler im Land

Das Regionalbüro Mainz der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) rückte eine beinah übersehene Bevölkerungsgruppe in den Blickpunkt: die Jugendlichen. "Die Situation von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz – Wie gestalten wir Zukunft" lautete das Thema einer Podiumsdiskussion in der Halle 129 in Mayen.

Diskutierten über die Chancen von Jugendlichen (von links): Johannes Schäfer, Marion Bredebusch, Professor Franz Hamburger, Rudi Neu, Dr. Martin Gräfe und Sven Normann.
Diskutierten über die Chancen von Jugendlichen (von links): Johannes Schäfer, Marion Bredebusch, Professor Franz Hamburger, Rudi Neu, Dr. Martin Gräfe und Sven Normann.
Foto: Axel Holz

Von unserem Mitarbeiter Axel Holz

Im Verlauf des Abends rückten dabei vor allem die Schüler in den Fokus des Interesses.

Deren Ausgangssituation beschreibt ein Bericht der Landesregierung – der zweite seiner Art. Ein Mitverfasser, Professor i.R. Dr. Franz Hamburger, informierte rund 50 Zuhörer über die wichtigsten Aussagen des Berichtes: Jugendliche bräuchten Respekt, Räume und Ressourcen, sagte er. Der von Schülern meist kritisierte Umstand ist, laut Bericht, der zum Teil untragbare Zustand in den Schultoiletten. Mangelnder Respekt komme hier durchaus zum Ausdruck, so Hamburger.

Die demografische Entwicklung sei in den vergangenen Jahren zu sehr mit Blick auf Seniorenbetreuung und Kitaplätze geführt worden. Jugendliche kämen kaum noch vor. Die unterschiedliche finanzielle Ausstattung von Kreisen, Städten und Gemeinden beeinträchtige oder fördere die Entwicklung der künftigen Erwachsenen. Das machen auch folgende Zahlen deutlich: Im Kreis Trier-Saarburg gilt jeder 20. Jugendliche als arm, in Pirmasens jeder dritte und im Kreis Mayen-Koblenz jeder zehnte.

Der heimische Landkreis schneidet in vielen Vergleichen eher überdurchschnittlich gut ab, hat jedoch Defizite, was Handlungsräume, Wohlfahrtsleistungen und das allgemeine Wohlbefinden der Jugendlichen angeht.

Gebraucht werde "eine grundlegende Demokratisierung in der Schule". Mit dieser These meldete sich das jüngste Mitglied der Diskussionsrunde, der Schülersprecher des Megina-Gymnasiums Mayen, Johannes Schäfer, zu Wort. Teilnehmen, Anteil nehmen, mitentscheiden, entscheiden – hier gehe es durchaus um Machtfragen und um Einfluss, den es zu erkämpfen gelte. Auf dem Podium diskutierten neben Hamburger und Schäfer noch Rudi Neu vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung und Sven Normann, Leiter der kommunalen Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Die Moderation übernahm Marion Bredebusch, die Einführung Dr. Martin Gräfe, Leiter des FES-Regionalbüros Mainz.

Doch auch das Publikum meldete sich zu Wort. So wurde unter anderem nach den Werten der Jugendlichen gefragt. Überraschende Antworten lauteten unter anderem, dass unterschiedliche Nationalitäten neben- und miteinander wie selbstverständlich anerkannt werden, dass Familien mit vielen Kindern dagegen in der eigenen Nachbarschaft nicht erwünscht sind. Jugendliche leben heute ökologischer als das früher der Fall war, wenden sich gegen Diskriminierung und sind – zumindest aus gymnasialer Erfahrung – politischer als noch vor geraumer Zeit.

Viele Dinge in der Erziehung, an der Struktur und an der Ausstattung scheiterten am Finanziellen, obwohl "Geld da sei", meinte Schäfer. Dem offiziellen Teil der Veranstaltung schloss sich ein informeller an mit vielen Gesprächen.

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