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Andernach

Die Bauarbeiten beginnen: Historischer Garten führt durch 2000 Jahre Andernacher Stadtgeschichte

Martina Koch

Im Herzen der Andernacher Innenstadt in unmittelbarer Nähe des einstigen römischen Kastells laufen gleich auf zwei Großbaustellen die Arbeiten auf Hochtouren: Während unter Federführung der Ehl-Stiftung auf dem ehemaligen Weissheimer-Gelände an dem geplanten Wohn- und Gewerbekomplex gewerkelt wird, bereitet die Stadt Andernach auf dem selben Grundstück alles dafür vor, dass dort der Historische Garten entstehen kann. Am Dienstagmittag trafen sich Vertreter der Stadt und der ausführenden Firmen zum symbolischen ersten Spatenstich.

Neben Oberbürgermeister Achim Hütten, Bürgermeister Claus Peitz und der Gestalterin des Historischen Gartens, Susanne Diewald, kamen auch Vertreter der Parteien im Stadtrat zum symbolischen Spatenstich auf dem ehemaligen Weissheimergelände zusammen.
Neben Oberbürgermeister Achim Hütten, Bürgermeister Claus Peitz und der Gestalterin des Historischen Gartens, Susanne Diewald, kamen auch Vertreter der Parteien im Stadtrat zum symbolischen Spatenstich auf dem ehemaligen Weissheimergelände zusammen.
Foto: Martina Koch

Nichts Geringeres, als die Möglichkeit auf 3200 Quadratmetern Fläche durch 2000 Jahre Stadtgeschichte zu spazieren, soll die neue Grünfläche Andernachern und Besuchern der Stadt bieten, informiert Oberbürgermeister Achim Hütten. Ausgangspunkt für die Umgestaltung der zwischen Hochstraße und dem geplanten Bauwerk der Ehl-Stiftung gelegenen Fläche war die Frage, wie die beeindruckenden Funde aus der Römerzeit, die Archäologen dort ausgruben, einem breiten Publikum zugänglich und erlebbar gemacht werden können.

Dabei entschied man sich dagegen, die Relikte der einst auf dem Gelände befindlichen römischen Thermenanlage dauerhaft freizulegen. „Ein solches Bad hätte man überdachen müssen, und das wäre mit hohen Kosten verbunden gewesen“, erläutert Hütten. Vergleichbare Anlagen sind zudem bereits in vielen anderen Städten zu sehen.

Römische Funde verschwinden unter einer Erdschicht

„Die Funde kann man, ohne großen Aufwand zu betreiben, nicht freilegen. dazu ist das Gestein zu porös“, ergänzt die mit der Planung des Historischen Gartens beauftragte Technikerin für Garten- und Landschaftsbau, Susanne Diewald aus Burgbrohl. Stattdessen werden die römischen Mauerwerke zu ihrem Schutz mit einem Vlies bedeckt. Im Anschluss wird der Grabungsort mit Erde aufgefüllt.

Die Zeit der römischen Besiedlung soll stattdessen durch die Darstellung der historischen Gartenbaukultur lebendig werden: Die Bepflanzung des Areals erfolgt mit Arten, die bereits zur Zeiten der alten Römer beziehungsweise des Mittelalters verwendet wurden. Die Überplanung des Geländes knüpft thematisch an das Konzept der Essbaren Stadt an.

Verbindung von der Römerzeit ins Mittelalter schaffen

Eine besondere Herausforderung für die Planerin ist die Aufgabe, den Bereich der römischen Ausgrabungsstätte in Bezug zu den mittelalterlichen Gebäudestrukturen zu setzen, die auf dem Gelände zu finden sind, beschreibt Diewald: „Vom Merowingerplatz beginnt ein Gang von der Neuzeit, zurück zu den alten Römern bis ins Mittelalter. Da muss eine Verbindung zwischen den Zeiten geschaffen werden.“

Diese Verbindung sieht die Landschaftsplanerin in der Tatsache, dass Gärten sowohl bei den alten Römern als auch im Mittelalter eine wichtige Funktion als Orte der Kommunikation und des Austauschs hatten. An diese Tradition wird im Historischen Garten ein kleines Amphitheater anknüpfen, das Andernachern und ihren Gästen als Treffpunkt dienen soll.

Die Arbeiten an dem Historischen Garten werden voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen. Die Pflanzungen könnten dann im April stattfinden. Insgesamt 1,5 Millionen Euro werden in die Neugestaltung des Geländes investiert.

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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