40.000
Aus unserem Archiv
Kirchwald

Das Naturdenkmal "Dicke Eiche" in Kirchwald stirbt

Das Naturdenkmal "Dicke Eiche", einer der ältesten und mächtigsten Bäume im Kreis Mayen-Koblenz, ist in die Jahre gekommen. Schätzungen zufolge beträgt das Alter des imposanten Baums, der sich am Rande des Wanderwegs 2 von Kirchwald hinab ins Nettetal befindet, 500 Jahre. Aber seit einigen Jahren setzt der Eiche, deren Stamm einen Umfang von 6,30 Metern hat, die Braunfäule zu. Ein Pilz zerstört den Baum zusehends.

Computertomografie am hölzernen Patienten: Die Sensoren wurden rings um den Baumstamm der "Dicken Eiche" befestigt. 
Foto: David Geisbüsch
Computertomografie am hölzernen Patienten: Die Sensoren wurden rings um den Baumstamm der "Dicken Eiche" befestigt.
Foto: David Geisbüsch – DAG

Am Dienstag nahm sich eine Spezialfirma aus Bendorf des Problems an und führte am Ort eine Computertomografie (CT) durch. Das Ergebnis: Zwar weist der Baum noch eine Restwandstärke auf, der Fäulnisprozess sei aber kaum mehr aufzuhalten, die Lebenszeit auf einen Zeitraum zwischen 5 und 30 Jahren begrenzt. Das hinge auch von den Umwelteinflüssen und der Feuchtigkeit ab.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden baumchirurgische Eingriffe vorgenommen. Kostenpunkt: ein niedriger fünfstelliger Betrag, den bislang das Land und auch der Kreis gestemmt hatten. Schließlich steht der Baum seit 1935 unter Denkmalschutz. Eigentümer des Baums ist die Gemeinde Kirchwald, die aber ohne Zustimmung des Kreises handlungsunfähig ist – eben wegen des bestehenden Denkmalschutzes.

Peter Wirges, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, nahm gestern mit seinem Team den Baum in Augenschein. "Vor eineinhalb Jahren hatte ich ihn auf eigene Initiative schon mal untersucht, damals war der Zustand noch besser", sagt Wirges. Nach einer eingehenden äußeren Begutachtung mit Klang- und Sichtkontrolle begannen die Spezialisten mit der CT. Dabei wurden 14 Sensoren in der Höhe des sichtbaren Schadens um den Baum angebracht, später wurde das gleiche Prozedere in zwei Meter Höhe durchgeführt. Mittels eines Hammerschlages wurden dann Schallmessungen vorgenommen. Anhand der Geschwindigkeit der Wellen wurde die Baumdichte ermittelt, die später ein farblich abgesetztes Bild am Computer ergab.

Die Diagnose lautet: "Der Kern ist faul. Wie lange der Baum lebt, hängt auch von seiner Vitalität ab", sagt Knut Dunkhorst. Der Zuwachs an Blattgrün sei nur mäßig. "Der Baum macht nicht den Eindruck, als ob er noch mal loslegen würde." Während der Messungen hieß es derweil stillstehen. "Selbst leichte Windböen und jede Schwingung bis hin zu Rufen können das Ergebnis verfälschen", so Dunkhorst.

Erste Behandlungsmaßnahmen wurden bereits am Ort entschieden. Die Krone wird um circa 1,50 Meter gekürzt, um die Schwingungen zu reduzieren. Der langsame Tod des Baums sei indes nicht zu verhindern. Aber die alte Eiche muss jährlich inspiziert werden, um die Sicherheit für Spaziergänger, Passanten und den geringen Verkehr zu garantieren.

Von unserem Mitarbeiter David Geisbüsch

Mayen-Andernach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
Mayen: 725 Jahre Stadt
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach