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Braucht Andernacher Marktplatz eine neue Gestaltung? Das sind die Ideen

Einen Anstoß für die Neugestaltung des Marktplatzes will die Andernacher CDU geben: Die Stadtratsfraktion rund um ihren Vorsitzenden Gerhard Masberg findet die Anfang der 80er-Jahre fertiggestellte Anlage nicht mehr zeitgemäß. Bei den rund um den Platz ansässigen Einzelhändlern rennen Masberg und seine Parteikollegen mit dem Wunsch nach einer Überplanung offene Türen ein. Allerdings unterscheiden sich die Vorstellungen der Gewerbetreibenden von einer gelungenen Stadtmitte recht deutlich von den Vorschlägen der CDU, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab.

Dabei sehen auch die Einzelhändler dringenden Handlungsbedarf am Marktplatz: „Das ist eine tote Fläche“, urteilt Karl-Heinz Schmitt, der das Fachgeschäft „Das Fotoforum“ an der Ecke zwischen Bahnhofsstraße und Marktplatz betreibt. „Der Platz ist meistens verwaist“, sagt auch Petra Stricker, die mit ihrem Fachgeschäft „Ihr Foto-Profi“ am westlichen Ende ansässig ist. Während andere Bereiche der Innenstadt in den vergangenen Jahren gerade auch im Zuge der Essbaren Stadt eine deutliche Aufwertung erfahren hätten, habe sich im Herzen Andernachs nur wenig getan, meint Tobias Schlich, Gastgeber im Hotel und Bistro Stilvoll: „Der Markt wurde stiefmütterlich behandelt.“

So habe man das Umfeld der Stadthausgalerie nach Schlichs Einschätzung so umgestaltet, dass sich Andernach besuchende Touristen dort im Zentrum der Stadt wähnten – und unter Umständen gar nicht auf die Idee kommen, weiter durch die Fußgängerzone zu laufen. Eine Beschilderung, die den Gast in Richtung Marktplatz führt, steht daher auf der Wunschliste des Gastronomen ganz oben.

Doch auch für den Platz selbst hat Schlich viele Ideen: „Eine Verbindung aus Erlebnisspielplatz und Essbarer Stadt würde mir gut gefallen.“ Ein Angebot für Kinder würde den Marktplatz beleben und auch die Eltern anlocken. Unter dem Motto der Essbaren Stadt könnte hier eine Erlebniswelt für Jung und Alt entstehen, schlägt Schlich vor.

„Die Essbare Stadt ist am Marktplatz nicht angekommen“, hat auch Petra Stricker beobachtet. Zwar habe man rund um die Bäume auch Kräuter angepflanzt, die Beete seien aber nicht besonders gut gepflegt und beschildert. Man könnte Patenschaften für die Beete der Essbaren Stadt abschließen, um diese besser in Schuss zu halten, überlegt Stricker. Einen kleinen Kinderspielplatz kann sie sich ebenfalls gut vorstellen.

Karl-Heinz Schmitt vom Fotoforum wäre ohnehin jederzeit bereit auf große Teile der gepflasterten Fläche zu verzichten – wenn dafür Platz für die Jüngsten entsteht: „Wenn ich mir was wünschen könnte, würde ich den Schafbach über den Platz führen, rundherum eine Parkanlage, viel Grün und ein großer Spielplatz.“ Auf einem umschlossenen Spielplatz könne man etwa auch eine Betreuung anbieten – damit die Eltern in Ruhe in den Geschäften der Innenstadt stöbern können. Schmitt hält nichts davon, die Fläche freizuhalten, damit dort einmal im Jahr zum Michelsmarkt der Autoscooter stehen kann.

Die von der CDU ins Spiel gebrachte Idee, den Marktplatz wieder zu verkleinern, indem man am östlichen Ende hinter dem Bäckerjungenbrunnen ein neues Gebäude errichtet, fällt bei den von unserer Zeitung befragten Einzelhändlern jedenfalls durch: „Das hatten wir doch schon mal vor dem Krieg“, erinnert Karl-Heinz Schmitt an die durch Bomben zerstörten Gebäude an dieser Stelle. Dringend benötigte Räume für die städtische Tourismusgesellschaft Andernach.net könne man schließlich auch an anderer Stelle schaffen: „Da würde man für viel Geld etwas bauen, was man woanders günstiger haben könnte.“ Auch Petra Stricker von „Ihr Fotoprofi“ plädiert dafür, die zahlreichen leer stehenden Ladenflächen zu nutzen: „Wir haben genug Leerstand, den man entsprechend verwenden könnte.“

Positiv stehen die Geschäftsleute jedenfalls dem von der CDU geäußerten Ansinnen gegenüber, die Öffentlichkeit an einer Überplanung des Marktplatzes zu beteiligen: „Ich würde da einen Wettbewerb um den besten Entwurf durchführen und die Bevölkerung abstimmen lassen“, überlegt der Gastronom Schlich.

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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