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    Borkenkäfer setzt Wäldern zwischen Vordereifel und Andernach arg zu

    Region Mayen/Andernach - Eine Borkenkäferplage sucht derzeit die Fichtenwälder in Koblenz und dem Kreis Mayen-Koblenz heim. Das bestätigt das Forstamt in Koblenz auf RZ-Anfrage. „Überall färben sich die Fichten rot, sie sind alle tot“, erklärt der stellvertretende Forstamtsleiter Raimund Ball. Schuld daran ist vor allem die lange Trockenheit und Hitze im April und Mai, die den Fichten stark zugesetzt hat. Sie hat ihre natürlichen Abwehrkräfte geschwächt.

    Region Mayen/Andernach - Eine Borkenkäferplage sucht derzeit die Fichtenwälder in Koblenz und dem Kreis Mayen-Koblenz heim. Das bestätigt das Forstamt in Koblenz auf RZ-Anfrage. „Überall färben sich die Fichten rot, sie sind alle tot“, erklärt der stellvertretende Forstamtsleiter Raimund Ball. Schuld daran ist vor allem die lange Trockenheit und Hitze im April und Mai, die den Fichten stark zugesetzt hat. Sie hat ihre natürlichen Abwehrkräfte geschwächt.


    Ein gesunder Baum kann sich bis zu einem gewissen Grad mit Harz gegen die Schädlinge wehren. Eine geschwächte Fichte ist dazu nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt in der Lage. Wenn der Kupferstecher und der Buchdrücker, die Borkenkäferarten, die in Koblenz und dem Kreis am häufigsten vorkommen, erst einmal die Harzbarriere überwunden haben, locken sie mit seinem speziellen Duft ihre Artgenossen an, vor allem die Weibchen. Sie legen nach der Paarung jeweils zwischen 50 und 150 Eier unter der Rinde ab.
    Vier bis sechs Wochen später schlüpfen die Larven und fressen sich durch das sogenannte Bastgewebe, die lebende Schicht der Fichte unter der Borke, und zerstören deren Wasser- und Nährstoffbahnen. Deshalb stirbt der Baum. Nach etwa sechs Wochen fliegt die nächste Generation aus und sucht nach neuen Opfern.
    Diese Massenvermehrung ist eine große Bedrohung für den Fichtenbestand in Koblenz und dem Kreis Mayen-Koblenz. „Viel schlimmer könnte es derzeit nicht sein“, erläutert Ball. Ein Weibchen sorgt unter den aktuell günstigen Bedingungen für rund 5000 Nachkommen im Jahr, etwa 20 000 Jungkäfer fliegen aus einer besiedelten Fichte aus. Hinzu kommt, dass der Orkan Xynthia im vergangenen Jahr rund 150 000 Kubikmeter Fichte in den Wäldern in Koblenz und dem Kreis-Mayen-Koblenz zerstört hat. Ein Großteil des kaputten Holzes liegt noch im Wald. Ball: „Das sind ideale Brutbedingungen für die Borkenkäfer.“
    Das Koblenzer Forstamt ist machtlos gegen die Plage. Es versucht zwar, die kranken und abgestorbenen Bäume zu fällen und aus dem Wald herauszubringen, um den Borkenkäfern das Brutmaterial zu entziehen, doch damit ist das Problem nicht gelöst.
    Das Klima in Koblenz und dem Kreis Mayen-Koblenz ist insgesamt zu trocken für die Fichte. Dort fallen jährlich etwa 650 Millimeter pro Quadratmeter Niederschlag, eine Fichte benötigt aber rund 800 Millimeter pro Quadratmeter, um zu gedeihen. Der Bestand halbierte sich in den vergangenen 20 Jahren von 4000 auf 2000 Hektar. „Wir müssen uns von der Fichte im Weinbauklima so langsam verabschieden“, erklärt Ball. Seine Prognose: In 10 bis 20 Jahren sei sie wegen des Klimawandels aus der Region verschwunden. Christian Weihrauch

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