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    Andernach

    Beratungen in Andernach laufen: Wie viel Platz braucht das Stadtmuseum?

    Das Andernacher Stadtmuseum soll ein frischeres Image bekommen: Es soll sich zu einem Erlebnis für Einheimische und Touristen entwickeln. Kulturdezernat und Stadtrat haben Ende vergangenen Jahres eine Neukonzeption angestoßen und die externe Museumsmanagerin Sabby Mohnhardt beauftragt, den Prozess zu steuern. Unsere Zeitung wollte nun wissen, wie es aktuell um die Neuausrichtung steht.

    Das Haus von der Leyen in der Hochstraße (Aufnahme in Richtung Fußgängerzone) beheimatet das Andernacher Stadtmuseum und das heimatkundliche Archiv. Durch ein neues Konzept sollen die Besucherzahlen gesteigert werden.
    Das Haus von der Leyen in der Hochstraße (Aufnahme in Richtung Fußgängerzone) beheimatet das Andernacher Stadtmuseum und das heimatkundliche Archiv. Durch ein neues Konzept sollen die Besucherzahlen gesteigert werden.
    Foto: Katrin Steinert

    Stadtpressesprecher Christoph Maurer erklärt, dass diese erst in den zuständigen Gremien beraten werden soll, – und man sich dann melden wird. Die Beratungen werden voraussichtlich im Dezember abgeschlossen sein. Die RZ erklärt, was diskutiert wird.

    Nach Informationen unserer Zeitung ist wohl der konkrete Raumbedarf das zentrale Thema. Und mit ihm sind Fragen nach Standort, Erweiterung, Umzug oder Neubau des Museums verbunden – und letztendlich Personal- und Geldfragen. Bislang ist das Museum im Haus von der Leyen in der Hochstraße 99 untergebracht. Hier werden auch die heimatkundlichen Unterlagen des Stadtarchivs wie Fotos, Zeichnungen, Adressbücher, Hefte und Literatur aufbewahrt. Die zig Tausenden Verwaltungsakten der Stadt schlummern im Keller des Rathauses.

    Das Ausloten des tatsächlichen Raumbedarfs ist kompliziert, weil er von mehreren Faktoren abhängt. Zum einen ist das neue Ausstellungs- und Erlebniskonzept fürs Museum ausschlaggebend und damit die Frage: Auf welchen Flächen soll dieses umgesetzt werden? Reicht der Platz am aktuellen Standort aus? Auch die künftige Unterbringung des Archivs spielt bei der Ermittlung eine wichtige Rolle. Werden Museum und Archiv räumlich getrennt, oder bleiben sie unter einem Dach?

    Falls das Museum mit seinen begrenzten Räumen am aktuellen Standort bleibt, müsste außen ein Fahrstuhl angebaut werden, damit es für jeden zugänglich wird. Die steile Holztreppe im Inneren ist selbst für aktive Menschen eine sportliche Angelegenheit. Mit einem Gebäudeanbau könnten die Ausstellungsräume erweitert und beispielsweise der idyllische Museumshof überbaut werden – was sicher nicht jedem gefallen würde. Auch eine Erweiterung über die Hochstraße hinaus wäre denkbar, die dann für den Verkehr gesperrt werden müsste.

    Eine andere Möglichkeit: Das Museum könnte auf verschiedene Standorte in der Stadt verteilt werden, dabei könnten eventuell historische Gewölbekeller genutzt werden.

    Auch ein Neubau wurde 2015 angedacht, aber eine Bewerbung um Bundesfördermittel war nicht erfolgreich. Seinerzeit sollte das Stadtarchiv in das alte Bürgermeisterhaus weiter unten an der Hochstraße, nahe dem Weissheimer-Gelände, einziehen. Das Bürgermeisterhaus sollte mit einem Museumsneubau zum Gesamtkomplex verbunden werden (die RZ berichtete). Die Überlegung, hier zumindest das Archiv unterzubringen, ist wohl noch nicht ganz vom Tisch, wird nach RZ-Informationen aber zurzeit nicht verfolgt. Zwar hatte die Stadt das Haus mit dieser Archiv-Absicht erworben, sie hat aber wohl mehrere Interessenten an der Hand, die ihr das Gebäude abkaufen würden.

    Eine weitere Überlegung könnte in die Raumbedarfsermittlungen reinspielen: Jene Mitarbeiter von Andernach.net, die zurzeit im Geysirzentrum auf engstem Raum arbeiten, könnten unter einem Dach mit Stadtmuseum und/oder Archiv ein neues Zuhause finden.

    Nach RZ-Informationen ist der Zustand des Stadtarchivs katastrophal, und es muss dringend gehandelt werden: Das Archiv platzt nicht nur aus allen Nähten, sondern ein Teil der Bestände ist verschimmelt. Der eingestellte Archivar, der bereits andere Stadtarchive auf Vordermann gebracht hat, soll vom Zustand des Andernacher Archivs geschockt gewesen sein. Er wurde eingestellt, um die Bestände zu sichten, zu sortieren, zu entrümpeln und zu digitalisieren. Klar ist: Das Archiv muss ein adäquates Zuhause für all seine stadtgeschichtlichen Zeugen bekommen.

    Was bei all den Überlegungen zum Museum und Archiv herauskommen wird? Man darf auf die Nachrichten aus dem Rathaus im Dezember gespannt sein.

    Von unserer Redakteurin Katrin Steinert

    Wie das Thema "Heimat" neu gedacht werden soll

    Im März und Juni fanden öffentliche Kulturausschusssitzungen statt, in denen die Mitglieder über den Stand der inhaltlichen Neuausrichtung des Museums informiert wurden. Das neue Konzept soll das Genre Stadt- und Heimatmuseum neu denken. Die Stadtgeschichte wird nach letztem Zwischenstand in einen größeren Zusammenhang gestellt.

    Sie soll jedem ermöglichen, sich mit seiner eigenen Heimat zu beschäftigen, über seine emotionale Bindung zu ihr nachzudenken und die Eigenheiten der Heimat zu reflektieren – aber auch Andernach als Zuhause von 30.000 Menschen kennenzulernen. Damit sollen sowohl Einheimische als auch Touristen angesprochen werden. Die Dauerausstellungen werden nicht Epochen bezogen erfolgen, sondern sich quer durch die Zeitgeschichte weitgehend mit dem Thema Heimat beschäftigen. Dazu wurden zuletzt fünf Themenbereiche für die Dauerausstellung angedacht: „Warum muss man Andernach kennen?“, „Andernacher Lifestyle“, „An wen glaube ich?“, „Wer regiert mich?“, „Kriege und Katastrophen“. Hintergrund der Neuausrichtung des Museums: Es heißt, dass das Museum mit einer reinen Darstellung der Stadtgeschichte die Besucherzahlen nicht erhöhen und auch sein Einzugsgebiet nicht erweitern kann. In der Ausschussvorlage steht: „Das Genre Stadtmuseum offenbart den Besuchern in aller Welt, in jeder Stadt, ein ganz ähnliches Portfolio und wird damit [...] keinen herausragenden Erfolg verzeichnen können [...].“ Zudem sei die Relevanz der Funde und Exponate meist zu unbedeutend. kst

    Mayen-Andernach
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