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Kreis MYK

Arbeitsmarkt in Mayen-Koblenz wandelt sich: Ältere Fachkräfte wieder gefragt

In nur zehn Jahren hat sich der Arbeitsmarkt im Kreis Mayen-Koblenz völlig verändert: Während früher die meisten Arbeitgeber, die neues Personal suchten, „aus dem Vollen schöpfen“ konnten, hatten Arbeitslose selbst bei guter Qualifizierung oft große Probleme, eine Stelle zu finden.

Vor dem Arbeitsamt (Symbolbild).
Vor dem Arbeitsamt (Symbolbild).
Foto: dpa

Heute ist es anders: Top-Qualifizierte können sich die Firma oft auswählen, während sich manche Branchen bereits schwertun, gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden. Arbeitgeber entdecken daher Personengruppen wieder, die sie in aus ihrer Sicht besseren Zeiten vernachlässigt haben.

Dazu gehören neben gut ausgebildeten Berufsrückkehrerinnen auch ältere Arbeitnehmer, deren Fachwissen und Lebenserfahrung von Betrieben zunehmend geschätzt wird.

So ist die Zahl der älteren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen – im Landkreis Mayen-Koblenz um 142 Prozent!

Die Zahl älterer Arbeitsloser ist dagegen seit 2004 eher stabil. Im Landkreis waren 2004 durchschnittlich 1812 Menschen über 50 Jahre arbeitslos gemeldet, im Jahr 2013 waren es 1814. Wegen der höheren Beschäftigtenzahl sank die Arbeitslosenquote in der Gruppe der über 50-Jährigen dennoch deutlich. Sie lag im Jahr 2007 im MYK-Kreis bei 8,8 Prozent, im Jahr 2013 bei 4,7 Prozent.

„Insgesamt hat sich die Situation älterer Beschäftigter beziehungsweise älterer Arbeitsloser also durch den demografischen Wandel und seine Folgen in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert“, weiß Doris Litz, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen.

Allerdings gilt das – wie in anderen Alters- oder Personengruppen auch – nicht uneingeschränkt. Von den Unternehmen gesucht werden ganz überwiegend gut ausgebildete Fachkräfte.

Arbeitslose mit geringer Qualifikation und/oder sogenannten „multiplen Hemmnissen“ – also Menschen, die mehrere Probleme „im Rucksack“ haben, welche ihre Verwendung im Betrieb einschränken – haben häufig noch immer große Probleme, wieder in den Arbeitsmarkt zurückzufinden.

Da die allermeisten Arbeitsprozesse heute hoch technisiert sind und ein tiefes Fachwissen voraussetzen, besteht wenig Hoffnung, dass sich an dieser Situation – trotz weiter steigendem Bedarf an Fachkräften – in Zukunft viel ändern wird. Dazu Doris Litz: „Wir gehen deshalb davon aus, dass wir auf einen Arbeitsmarkt zusteuern, der in vielen Branchen von einem hohen Bedarf an Fachkräften geprägt ist, während sich die Arbeitslosigkeit bei wenig qualifizierten Kräften zu verfestigen droht. Für ältere Beschäftigte bedeutet dies, dass sie aufgrund ihrer Erfahrung und Kenntnisse über den Betrieb eher selten entlassen werden. Falls dies doch geschieht, hängt ihr Neustart allerdings wesentlich von einer umfassenden, auch für andere Betriebe wertvollen Qualifizierung ab“.

Von Elvira Bell

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