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Maifeld/Pellenz

Achtung, Kontrolle: Maifeldblitzer erwischte mehr Temposünder

Wer als Autofahrer in den Städten und Dörfern der Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz unterwegs ist, sollte aufpassen. Beide Kommunen kontrollieren innerorts das Tempo der Fahrzeuge. Eigentlich müsste dies bekannt sein, denn die beiden VGs blitzen schon seit Langem zu eilige Autofahrer: Die VG Maifeld ist seit 23 Jahren dabei, die VG Pellenz seit zwölf Jahren. Umso erstaunlicher ist es, dass allein auf dem Maifeld im vergangenen Jahr mehr als 4000 Autofahrer geblitzt wurden. Die RZ hat bei beiden VG-Verwaltungen nachgehört, wie oft kontrolliert wird und ob die Kontrollen ein Erfolg sind.

Am vergangenen Freitag blitzte es wieder auf dem Maifeld. In Polch kontrollierte das Ordnungsamt das Tempo der Fahrzeuge, die in der Mertlocher Straße unterwegs waren. 2017 wurden in der ganzen VG 4223 Autofahrer erwischt, die sich nicht an ein Tempolimit gehalten hatten.  Fotos: Heinz Israel
Am vergangenen Freitag blitzte es wieder auf dem Maifeld. In Polch kontrollierte das Ordnungsamt das Tempo der Fahrzeuge, die in der Mertlocher Straße unterwegs waren. 2017 wurden in der ganzen VG 4223 Autofahrer erwischt, die sich nicht an ein Tempolimit gehalten hatten. Fotos: Heinz Israel
Foto: Heinz Israel

1 Wie viele Autofahrer wurden im vergangenen Jahr geblitzt? 2017 wurde in der VG Maifeld 134 Kontrollen an verschiedenen Messstellen durchgeführt – das sind 13 weniger als im Vorjahr. Doch obwohl weniger kontrolliert wurde, erwischte man mehr Schnellfahrer: 4223 waren es 2017, 3689 ein Jahr zuvor. Immer eine Woche pro Monat blitzt es in der Pellenz. Im vergangenen Jahr wurden dabei rund 2500 Tempoverstöße registriert.

2 Wie viele der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen lagen im Bereich eines Fahrverbots? Auf dem Maifeld hatten acht Autofahrer das Gaspedal so stark gedrückt, dass sie anschließend eine Zeit lang zu Fuß gehen mussten. Die VG-Verwaltung Pellenz erfasst die Zahl der Fahrverbote nicht. Sie bewegen sich jedoch in einer geringen Höhe, teilt das Rathaus mit. Einen Monat bis drei Monate Fahrverbot und jeweils zwei Punkte gibt es bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h innerorts. Die Bußgelder liegen zwischen 160 und 680 Euro.

3 Wie oft kommt es zu Einsprüchen gegen Bußgeldbescheide? Die meisten Fälle werden im Rahmen des Verwarngeldverfahrens erledigt. Hier stellt die VG-Verwaltung Maifeld fest, dass sich vermehrt Fahrzeugführer mit der Verwarnung zunächst nicht einverstanden erklären. Wird das Verwarngeld dann auch nicht gezahlt, kommt es zum Bußgeldverfahren. Hier haben sich im vergangenen Jahr 27 Autofahrer (2016: 12) rechtsanwaltlich vertreten lassen. Hinzu kommen Betroffene, die ohne Anwalt Einspruch erheben. Deren Zahl wird aber nicht gesondert erfasst. Für die VG Pellenz liegt keine statistische Erhebung vor.

4 Wie viel Geld haben die Verbandsgemeinden durch die Geschwindigkeitsüberwachung eingenommen? Ist diese ein lohnendes Geschäft? Dieser Vermutung treten beide Verwaltungen entschieden entgegen. Insgesamt 95 000 Euro hat die VG Maifeld 2017 durch die Überwachung des fließenden und des ruhenden Verkehrs eingenommen. 90 Prozent der Einnahmen resultieren aus dem Blitzer. Einen Gewinn mache man mit der Verkehrsüberwachung aber nicht. Den Einnahmen stehen Ausgaben für die Unterhaltung der Tempomessanlage, des Personals am Ort und der anschließenden Auswertung und Nachbearbeitung in der Verwaltung gegenüber. Das gilt auch für die VG Pellenz. Dort stehen dem Haushaltsansatz von 60 000 Euro an Einahmen für die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs Ausgaben in Höhe von 70 000 Euro gegenüber. "Der Ausgabenansatz ist keine Zielvorgabe für den Überwachungsumfang", betont die Verwaltung. "Der Gewinn liegt in der Verbesserung der Verkehrssicherheit."

Das gemessene Tempo wird im Messwagen direkt angezeigt.
Das gemessene Tempo wird im Messwagen direkt angezeigt.
Foto: Heinz Israel

5 An welchen Messpunkten gab es besonders viele Geschwindigkeitsverstöße? Auf dem Maifeld hauptsächlich in den stark frequentierten Tempo-30-Bereichen, beispielsweise in Polch in der Laßportstraße, in Münstermaifeld im Stationenweg und am Kurfürst-Balduin-Gymnasium, in Mertloch in der Kirchstraße, in Ochtendung in der Plaidter Straße und in Pillig in der Hauptstraße. Aber auch in 50er-Zonen wie auf der K 33 von Polch in Richtung Mertloch (innerorts) wurden viele erwischt. In der Pellenz wird vor allem auf den Ortseingangsstraßen zu schnell gefahren. Außer dort kontrolliert das Ordnungsamt vor allem auch an Schulen und Kindergärten.

6 Was waren 2017 die krassesten Verstöße? In Polch wurde ein Verkehrsteilnehmer auf der K 33 in Richtung Mertloch im Bereich der dortigen Schulbus-Haltestelle mit 95 km/h bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gemessen. Für die VG Pellenz gibt es keine eigene Erhebung. Aber auch dort gab es einige wenige Fälle, in denen das vorgeschriebene Höchsttempo um 100 Prozent überschritten wurde.

7 Welche Schwerpunkte der Kontrollen rücken dieses Jahr in den Fokus? Die VG Maifeld ertappt zunehmend Autofahrer, die mit dem Mobiltelefon am Ohr unterwegs sind. "Bei den Überprüfungen wird immer häufiger dieses Fehlverhalten festgestellt", erklärt die Verwaltung. Das Ordnungsamt der Pellenz hat zwar in einem Katalog verschiedene Messpunkte festgelegt, man sei aber stets in der Lage, auf Hinweise der Bürger und der Gemeindeverwaltungen zu reagieren.

8 Haben die innerörtlichen Tempokontrollen eine Verbesserung der Verkehrsmoral bewirkt? Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Maifeld ist zwar überzeugt, dass die mobile Tempoüberwachung präventiv wirkt und zur Verkehrssicherheit beiträgt, sie räumt allerdings ein, dass tendenziell die Zahl der Überschreitungen zunimmt. Die Ursache dafür sieht sie insbesondere darin, dass die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer abnimmt und sich die Autofahrer durch Telefonieren "nicht mehr in dem notwendigen Maß auf den Straßenverkehr konzentrieren". Obendrein ist dann auch noch das Unrechtsbewusstsein sehr gering. Das Pellenzer Rathaus ist sicher, dass die Verkehrssicherheit durch die Kontrollen erhöht wird. Ein Tempolimit sei letztlich nur dann effizient, wenn es überwacht werde, sonst habe das entsprechende Verkehrszeichen nur eine Alibifunktion. "Der Verkehrsteilnehmer hat sehr schnell ein Gespür dafür, ob eine Regelung überwacht wird oder nicht." atk

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