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    Winningen: Bewahranstalt hat sich in moderne Kita gewandelt

    In der Sporthalle des Winninger Turnvereins hat alles begonnen: 1917 öffnete dort die Kleinkinder-Bewahranstalt ihre Türen. Anschließend wurden die Kinder am heutigen Marktplatz betreut, bevor im Pfarrhaus ein Kindergarten entstand. Bis in die späten 1970er-Jahre prägte Schwester Erna die Erziehung der Vorschulkinder. Seit 2010 befindet sich der Kindergarten im neuen Gebäude in der Marktstraße und ist nicht mehr in der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde, sondern der Ortsgemeinde. Ihren 100. Geburtstag feiert die Einrichtung an diesem Sonntag, mit einem Fest.

    Regina Brost ist eine Art Urgestein des Winninger Kindergartens. In ihrem Heimatort ist die 57-Jährige von der legendären Schwester Erna, die die Einrichtung von 1947 bis 1978 leitete, betreut worden. Seit 37 Jahren arbeitet sie selbst als Erzieherin im Kindergarten. Dessen wechselvolle Geschichte hat die stellvertretende Leiterin miterlebt. „Bei Schwester Erna gab es einen strikten Tagesablauf, sie konnte streng sein“, berichtet Brost. Jeden Tag gab es Jesusgeschichten, spielen durften die Kinder nur nach vorgegebenen Regeln. Nicht einmal die Farbe ihres Trinkbechers durften sich die Kinder selbst aussuchen. Als Erzieherin legt Brost heute Wert darauf, dass Kinder selbstbestimmt entscheiden.

    Kita-Leiterin Edith Broscheit (links) und ihre Stellvertreterin Regina Brost (2. von rechts) freuen sich gemeinsam mit den Kindern und den Fachkräften auf das Fest zum 100. Geburtstag des Winnninger Kindergartens.
    Kita-Leiterin Edith Broscheit (links) und ihre Stellvertreterin Regina Brost (2. von rechts) freuen sich gemeinsam mit den Kindern und den Fachkräften auf das Fest zum 100. Geburtstag des Winnninger Kindergartens.
    Foto: Katharina Demleitner

    Dazu trägt bei, dass die Kita eine offene Einrichtung ist. Anstelle der festen Gruppen bis in die Mitte der 90er-Jahre gibt es Funktionsräume. Die Kinder entscheiden, ob sie lieber im Bauraum aktiv sein, im Atelier malen oder im Rollenspielraum sein wollen. Der Hof steht jederzeit offen, so weit wie möglich, ist auch die Turnhalle verfügbar. „Wir sind viel im Ort unterwegs, besuchen die Weinberge, machen aber auch Ausflüge, und es gibt Waldwochen“, berichtet Edith Broscheit. Seit 1997 leitet sie den Kindergarten und ist bemüht, die Winninger Besonderheiten und Traditionen in ihre Arbeit zu integrieren. Zur evangelischen Kirchengemeinde besteht nach wie vor enger Kontakt.

    Bereits 1909 gab es Initiativen des Pfarrers, privat eine „Kleinkinderschule“ am heutigen Marktplatz zu betreiben. Doch erst 1917 entstand eine feste Einrichtung.
    Bereits 1909 gab es Initiativen des Pfarrers, privat eine „Kleinkinderschule“ am heutigen Marktplatz zu betreiben. Doch erst 1917 entstand eine feste Einrichtung.
    Foto: privat

    Mit dem Umzug in den Neubau gegenüber dem Sportplatz ist die Kita 2010 in die Trägerschaft der Ortsgemeinde übergegangen. Von 1997 bis 2010 waren Kirchen- und Ortsgemeinde gemeinsam für den Kindergarten in der Kirchstraße verantwortlich. Dort hatte er 1938 im Pfarrhaus seine Arbeit begonnen. Zuvor war die Kleinkinder-Bewahranstalt aus der Turnhalle in das ehemalige Elektrizitätswerk gezogen. 1941 musste die Kirche den Kindergarten an die Nationalsozialisten abgeben, sie bekam ihn nach dem Krieg zurück. In den 50er-Jahren kam ein Gruppenraum dazu, zwischen 1963 und 1966 entstand ein Anbau. In der Übergangszeit wurden 120 Kinder im Gemeindehaus betreut.

    Heute verbringen Kinder ab einem Jahr meist den ganzen Tag in der Kita. 74 der 98 Plätze sind Ganztagsplätze. „Viele Frauen sind berufstätig, Großmütter sind nicht vor Ort oder arbeiten selbst noch, und es kommen immer mehr Kleine“, berichtet Edith Broscheit. Dementsprechend sind die Anforderungen an die Fachkräfte enorm gestiegen. „Wir stehen im Spannungsbogen zwischen Betreuung und Bildung“, sagt die Leiterin. Hinsichtlich der Betreuung sei der Personalschlüssel angepasst worden, der Bildungsauftrag werde aber kaum abgedeckt: „Bei Unterbesetzung müssen wir Angebote streichen.“ Und auch räumlich stößt die Kita schon wieder an ihre Grenzen: Die Küche ist zu klein, es gibt keinen Pausenraum. Doch jetzt wird erst einmal gefeiert.

    Das Jubiläum wird am Sonntag, 17. September, mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Er beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Anschließend sind alle zum Fest in der Kita, Marktstraße 57, eingeladen.

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

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