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Koblenz

Waldbrandgefahr: Gibt es ein Rhein in Flammen ohne Flammen?

Jan Lindner

Hitze und Trockenheit suchen Europa seit Wochen heim. Die Waldbrandgefahr ist sehr hoch. In der Schweiz müssen sie deshalb heute am Nationalfeiertag auf ihre Feuerwerke verzichten. Bei Weinfesten an der Mosel das gleiche Spiel. So weit ist es in Koblenz und Umgebung noch nicht gekommen zur 63. Auflage des Riesenspektakels Rhein in Flammen am zweiten Augustwochenende.

Das große Feuerwerk macht Rhein in Flammen rund um Koblenz aus. Mehrere Hunderttausend Menschen schauen sich das Spektakel jedes Jahr an.
Das große Feuerwerk macht Rhein in Flammen rund um Koblenz aus. Mehrere Hunderttausend Menschen schauen sich das Spektakel jedes Jahr an.
Foto: Archiv Sascha Ditscher

Gleichwohl steht hier das Feuerwerk, das sich jährlich mehrere Hunderttausend Menschen anschauen, auf dem Prüfstand. Viele Menschen werden sich noch an das Jahr 1986 erinnern, als bei Rhein in Flammen in Braubach die steilen Berghänge der Marksburg tagelang brannten. Damals waren fehlerhafte Bengalbeutel verwendet worden. Die Flammen ergossen sich wie glühendes Magma ins Tal. Die Einsatzkräfte hatten größte Mühe, um den Brand zu löschen. Auch auf der Rückseite der Ehrenbreitstein gab es damals drei Brände, die durch Funken von abgefeuerten Raketen ausgelöst worden waren.

Nächste Woche treffen sich Feuerwehren, Pyrotechniker, Ordnungsämter und Förster, wie Jennifer Hauschild von der Rheinland-Pfalz-Touristik auf RZ-Anfrage mitteilt. Sie schauen sich die Lage vor Ort an, die Witterung haben sie ohnehin seit Tagen im Blick. Die Fragen, die sie sich stellen, sind: Wie trocken ist es rund um die Abschussplätze? Wie sehen die Hänge aus? Nach einer ausführlichen Beratung werden sie entscheiden, ob und wie das Feuerwerk zu Rhein in Flammen stattfindet.

Denkbar ist, dass einzelne Abschussplätze des Feuerwerks verlegt werden. Demnach würden von Plätzen, die von trockener Vegetation umgeben sind, keine Raketen abgeschossen. Dazu sind andere Brandschutzmaßnahmen möglich, zu denen Hauschild keine Angaben macht. Sie sagt: „Stand jetzt würde das Feuerwerk wie geplant abgeschossen werden.“

In Andernach stellt sich die Feuerwerksfrage schon am Samstagabend, wenn das Fest der 1000 Lichter stattfindet. Höhepunkt ist dort ein 15-minütiges Großfeuerwerk am Rhein. Bislang ist der Veranstalter, der Verkehrs- und Verschönerungsverein, optimistisch, dass es wie geplant stattfinden kann. Mit Behörden und Feuerwerkern ist der Verein in ständigem Kontakt, sagt Vorstandsmitglied Thomas Petzenhausen. Zudem wird die Abschussstelle gewässert, Brandwachen sind an Ort und Stelle. Dazu kann die Abschussrichtung noch kurzfristig geändert werden. Ein Fest der 1000 Lichter ohne Feuerwerk hat es in den vergangenen 50 Jahren nicht gegeben.

In manchen Mosel-Gemeinden steht schon fest, dass die Weinfeste in diesem Jahr ohne Feuerwerk auskommen müssen. Die Waldbrandgefahr ist zu hoch. In Poltersdorf (Kreis Cochem-Zell) haben Feuerwehr und Verwaltung die Veranstalter dazu gedrängt, das Feuerwerk am Sonntag abzusagen. Weiteren Gemeinden droht das gleiche Schicksal. Ab Stufe 4 im Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes kann die Genehmigung entzogen werden.

Von unserem Redakteur Jan Lindner

Niedrigwasser: Folgen für den Schiffskonvoi sind offen

Hitze und Trockenheit haben auch dafür gesorgt, dass der Wasserstand des Rheins derzeit ziemlich niedrig ist. Am Pegel Koblenz lag er am Dienstag bei 75 Zentimetern, bis kommenden Samstag soll er auf 61 Zentimeter sinken.

Bis zu 70 Schiffe fahren bei Rhein in Flammen im Konvoi von Braubach nach Koblenz. 
Bis zu 70 Schiffe fahren bei Rhein in Flammen im Konvoi von Braubach nach Koblenz. 
Foto: Archiv dpa

Laut Vorhersage soll die heiße, trockene Witterung bis Rhein in Flammen anhalten. Was die Frage aufwirft, ob der Konvoi mit seinen bis zu 70 Schiffen von Braubach/Spay nach Koblenz wie geplant fahren kann. Dazu sagt Jennifer Hauschild vom Veranstalter Rheinland-Pfalz-Touristik: „Wir beobachten den Rheinpegel und stehen mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bingen in Kontakt.“ Eine verlässliche Aussage zu Auswirkungen des Wasserpegels auf den Schiffskonvoi könne erst nächste Woche getroffen werden.

Der Schiffskorso fährt jedes Jahr die 17 Kilometer von Braubach bis Koblenz, an bengalisch erleuchteten Rheinburgen, -schlössern und -ufern vorbei. Er ist mehrere Kilometer lang und laut Veranstalter der größte Europas. Es fahren jeweils zwei Schiffe nebeneinander, bis sie sich vor dem Deutschen Eck formieren. Den Abschluss bildet das große Höhenfeuerwerk von der Festung Ehrenbreitstein. 

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Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

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