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    Teddybärenkrankenhaus in Koblenz: Ohne Angst zum Onkel Doktor

    Die Füchsin Susi hat Würmer, Flöhe und ist am Bein verletzt. Die fünfjährige Franziska sitzt mit ihr im Wartezimmer des Teddybärkrankenhauses und wartet darauf, dass sie an der Reihe ist. „Aber Susi hat Angst vor Spritzen“, erzählt Franziska und schaut zu Boden. Im Teddybärkrankenhaus sollen Ängste wie diese genommen werden.

    Die Medizinstudenten des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein haben auf dem Spielplatz neben der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Kemperhof das kleine Krankenhaus aufgebaut. In diesem geschützten Raum durchlaufen Kinder mit ihren Kuscheltieren die verschiedenen Stationen. An der Anmeldung warten ein Bär, ein Hase und ein Fantasiewesen in den Armen ihrer kleinen Eltern. Wenn sie aufgerufen werden, füllen die Kinder mithilfe der Studenten einen Zettel aus, auf dem unter anderem die Beschwerden des Kuscheltiers vermerkt werden. Außerdem wird seine Temperatur und Größe gemessen – wie bei einer Kinderuntersuchung auch.

    Die Idee hinter dieser Aktion ist, dass Kinder den Arztbesuch aus der Eltern- und Beobachterperspektive erleben, ohne davor Angst haben zu müssen, selbst untersucht zu werden. „Kinder haben oft Angst im Krankenhaus. Auch wenn sie zum Beispiel nur geröntgt werden, was ja eigentlich gar nicht wehtut“, weiß Asseel Abd El Hai, die am Kemperhof gerade das praktische Jahr nach dem Examen absolviert. „Aber auch für uns ist es wichtig, den Umgang mit Kindern zu lernen“, betont sie.

    Die studentischen Ärzte im Teddybärkrankenhaus haben am Mittwochmorgen schon rund 50 kranke Kuscheltiere versorgt. Die Aktion findet seit 2005 jedes Jahr statt. Dieses Mal haben sich mehr als 400 Kinder über die Kitas angemeldet. „Ich finde, das ist eine schöne Aktion, weil die Kinder hier ernst genommen werden und sich wohlfühlen“, erzählt die Kindergärtnerin Karina Piper.

    Die Kinder ihrer Gruppe sind zum ersten Mal im Teddybärkrankenhaus. Manche stellen neugierig Fragen, andere bleiben schüchtern. Doch selbst im OP werden sie mit einbezogen: Ein Junge hält das Beatmungsgerät, während sein Hase am Bauch genäht wird. Dann bekommt er noch Medikamente verschrieben, die er in der Apotheke abholt. „Einmal Schmerzwegpastillen“, sagt Mitorganisatorin Franziska Moser zu dem Kind und reicht ihm einen Beutel mit Süßigkeiten. Auch Spielzeugspritzen können die Kinder in der Apotheke bekommen. So können auch die kleine Franziska und ihre Füchsin Susi lernen, dass sie vor einem Krankenhausbesuch keine Angst haben müssen.

    Am Donnerstag findet das Teddybärkrankenhaus noch von 9 bis 16 Uhr statt. Auch „Notfälle“ können kurzfristig auf dem Spielplatz am Kemperhof vorbeikommen.

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