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Koblenz

Schulbuchausleihe: 80.000 Schulbücher werden verpackt

14 Tage dürfen die Koblenzer Schüler ihre Ferien noch genießen. Damit sie dann aber möglichst zügig in einen normalen Schulalltag zurückfinden, werden derzeit ihre Bücher gepackt.

Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Zumindest für die, die an der Schulbuchausleihe teilnehmen. Das sind immerhin 47,3 Prozent aller Grundschüler, 73,2 Prozent aller Mädchen und Jungen an den Realschulen plus, 56,3 Prozent aller IGS-ler, 52,4 Prozent derer, die in Koblenz ein Gymnasium besuchen und 57,3 Prozent jener, die an einer der Berufsbildenden Schulen einen allgemein bildenden Abschluss anstreben, erklärt Alexander Schröder vom Schulverwaltungsamt. Andere Bildungsgänge und Schulzweige wie beispielsweise das Berufsvorbereitungsjahr oder die Förderschulen haben andere Regeln, was die Verteilung der Lehrmittel angeht.

In einer großen Lagerhalle in Koblenz stapeln sich derzeit 80 000 Bücher. Die Aushilfskräfte, überwiegend Schüler und Studenten, haben sie zu "Inseln" für jede Schule zusammengesetzt, und innerhalb der jeweiligen Insel gibt es unterschiedliche Bereiche für jede Klassenstufe. Wenn beispielsweise die fünfte Klasse des Eichendorff-Gymnasiums dran ist, dann holen sich die Helfer die Bücherstapel auf ihren Arbeitstisch, um lange Wege zu vermeiden. Auf einer Art Bestellschein stehen die Nummer des Schülers und das, was er braucht. Die Bücher für Mathe, Deutsch, Englisch, Ethik, Geografie und so weiter werden zusammengelegt, eingescannt, in eine Tüte gepackt und mit der Nummer versehen. Fertig ist das Päckchen, das im Lauf der kommenden zwei Wochen in die Schule transportiert wird. Die Tüten für die Grundschüler werden in der Buchhandlung Reuffel ausgegeben, die als Dienstleister für die Stadt in Sachen Schulbuchausleihe fungiert.

Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es die Schulbuchausleihe in Rheinland-Pfalz, in diesem Jahr also zum fünften Mal. Sukzessive ist sie ausgeweitet worden. Zunächst hatte sie nur für Schüler der Klassen 5 bis 10 an Gymnasien, IGSen, Hauptschulen und Realschulen plus gegolten. Jetzt sind Oberstufenschüler, Schüler an Vollzeitbildungsgängen der Berufsbildenden Schulen und Grundschüler mit dabei.

Das Einkommen der Eltern darf eine bestimmte Grenze nicht überschreiten, wenn die Bücher kostenlos ausgeliehen werden sollen. Die liegt – je nachdem ob es ein Elternpaar ist oder ein alleinerziehendes Elternteil und je nachdem, wie viele Kinder in der Familie aufwachsen – zwischen 22 750 und 37 750 Euro jährlich. Liegt das Einkommen darüber, kann man an der kostenpflichtigen Ausleihe teilnehmen. Dafür gibt es keine besonderen Voraussetzungen.

Die Bücher haben in der Regel einen Durchlauf von drei Jahren, Bücher, die für zwei Jahrgänge bestimmt sind (oft Fachbücher für Naturwissenschaften) entsprechend sechs. Wenn Eltern nicht von der Zahlung befreit sind, müssen sie ein Drittel des Kaufpreises zahlen.

Wer an der Ausleihe teilnimmt, muss in Kauf nehmen, dass die Kinder nicht in die Bücher hineinschreiben dürfen und sie pfleglich behandeln müssen. Denn sie werden am Schuljahresende zurückgebucht und kommen neu in die Verteilung. Der dritte Besitzer darf das Buch dann behalten. Da eine Stadt wie Koblenz das Verpacken und so weiter nicht selbst übernehmen kann, gibt es den Vertrag mit dem Dienstleister Reuffel. Zunächst hatte die Stadt dafür eine Pauschale von 7,50 Euro pro Schüler der Sekundarstufe I oder II bekommen – die wurde jetzt auf 14 Euro angehoben. Die Pauschale für Grundschüler beträgt jetzt 12 statt 7 Euro. Ob sie nun kostendeckend ist, kann man noch nicht sagen, so Harry Hunz vom Schulverwaltungsamt. Die Kosten für die Bücher selbst übernimmt das Land.

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