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Südliche Vorstadt

Sanierung nach Jahren abgeschlossen: St. Josef ist vom Gerüst befreit

97 Meter misst ihr Turm, und rund 600 Menschen bietet sie eine Sitzgelegenheit: Die Pfarrkirche St. Josef ist von ihren Dimensionen her das größte der Koblenzer Gotteshäuser. In den vergangenen 17 Jahren war sie allerdings immer wieder eingerüstet.

Das Dach der Pfarrkirche St. Josef musste komplett erneuert werden. Ursache für die Sanierungsarbeiten, die sich in mehreren Bauphasen fast 17 Jahre lang hinzogen, waren vor allem die Nägel. Sie waren verrostet und hielten die Dachschiefer nicht mehr.
Das Dach der Pfarrkirche St. Josef musste komplett erneuert werden. Ursache für die Sanierungsarbeiten, die sich in mehreren Bauphasen fast 17 Jahre lang hinzogen, waren vor allem die Nägel. Sie waren verrostet und hielten die Dachschiefer nicht mehr.
Foto: privat

Der Grund: Die rund 2000 Quadratmeter große Dachfläche musste ebenso saniert werden wie der Turm, die Strebepfeiler und zahlreiche Fugen. Die Kosten für die Sanierung der denkmalgeschützten neugotischen Kirche beliefen sich auf gut 5 Millionen Euro. Davon hat circa zwei Drittel das Bistum übernommen, den Rest die Pfarrgemeinde St. Josef. „Ein finanzieller Kraftakt, den wir nur dank der Unterstützung zahlreicher Spender stemmen konnten“, sagt Gerd Düpper, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Pfarrgemeinde St. Josef.

Die Ursache der aufwendigen Sanierung geht auf den Zweiten Weltkrieg zurück. 1944 brannte infolge eines Bombenangriffs das Dach vom Chor bis auf die Höhe des Turms. Als man sich 1947 dann an den Wiederaufbau des 1897 geweihten Gotteshauses machte, wurde allerdings Material niederer Qualität verwandt. „Es war halt nichts da. Man hat improvisiert, und man hat Nägel für die Befestigung der Schieferplatten benutzt, die Jahrzehnte später nicht mehr hielten“, erläutert Pfarrer Stephan Wolff. Die Folge war, dass sich Schieferplatten lösten und das Dach undicht wurde.

Pfarrer Stephan Wolff (rechts) und Gerd Düpper, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats, freuen sich, dass die Arbeiten an der Josefskirche endlich beendet sind.
Pfarrer Stephan Wolff (rechts) und Gerd Düpper, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats, freuen sich, dass die Arbeiten an der Josefskirche endlich beendet sind.
Foto: Peter Karges

Dankgottesdienst
Zum Ende der Sanierungsarbeiten in St. Josef beginnt ein Dankgottesdienst am Samstag, 17. März, um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche. Anschließend findet ein Umtrunk mit Imbiss im Pfarrheim, St-Josef-Platz 1, statt, teilt Pfarrer Stephan Wolff mit.

Im Zuge der Sanierung offenbarten sich allerdings noch weitere Schäden jenseits des Dachs. So mussten Strebepfeiler mit meterlangen Stahlbändern verstärkt oder Rinnen im Bereich der Fenster an den Seitenschiffen angebracht werden, um das Kondenswasser aufzufangen. Und zudem entdeckte man beim Turm erhebliche Schäden. „Der Turm war zwar im Gegensatz zum Dach des Langhauses nicht abgebrannt, aber er war natürlich durch die enorme Hitzeentwicklung entsprechend in Mitleidenschaft genommen“, sagt Stephan Wolff. Und darüber hinaus ist der höchste Kirchturm im Bistum Trier natürlich auch schon seit mehr als 100 Jahren der Witterung ausgesetzt, und die geht am Gemäuer und an den Holzbalken nicht spurlos vorbei. „Die Füße, auf denen das Gebälk stand, waren sanierungsbedürftig“, erklärt Gerd Düpper. Allein die Sanierung des Turms, die Restaurierung des Turmkreuzes und die Neuvergoldung des Wetterhahns dauerten dabei rund zwei Jahre.

Mit dem Jahreswechsel vor zweieinhalb Monaten waren die Arbeiten an der Josefskirche endlich beendet. Mit Pausen 17 Jahre Renovierung sind verglichen mit dem dreijährigen Bau in der Gründerzeit eine lange Dauer. Allerdings wurden Arbeiten damals mit einem ganz anderen Personaleinsatz betrieben. „Der Bistumskonservator schätzt, dass an einer solchen Baustelle damals bis zu 3000 Menschen beschäftigt waren, vom Brechen und vom Transport der Steine bis hin zu den Arbeiten vor Ort“, sagt Düpper. Für die Josefskirche wurden vor allem Tuff und Basalt aus der Eifel verwandt.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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