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    Region: Warum Wespen nicht überall nerven

    Kann man in diesem Sommer den Pflaumenkuchen genießen, ohne dass ihn gleich ganze Heerscharen von Wespen belagern? Von den acht Wespenarten, die in Deutschland leben, gehen nur die gemeine und die deutsche Wespe an Kuchen und süße Getränke. Im Koblenzer Traditionscafé Wermann gibt es in diesem Jahr laut Harald Wermann, dem Chef des Tagescafés, keine Probleme mit den Plagegeistern. Doch ist das überall so?

    Bienen und Wespen auf einen Blick – beobachtet bei Jungimker Luis Ternes aus Reudelsterz. Während die Biene braun, grau und dunkel ist, fällt die Wespe mit ihrer sichtbaren Wespentaille und mit ihren Warnfarben (gelb und schwarz gestreift) sofort ins Auge.
    Bienen und Wespen auf einen Blick – beobachtet bei Jungimker Luis Ternes aus Reudelsterz. Während die Biene braun, grau und dunkel ist, fällt die Wespe mit ihrer sichtbaren Wespentaille und mit ihren Warnfarben (gelb und schwarz gestreift) sofort ins Auge.

    Wespen gehören zu Insekten, die im Sommer, wenn sie im erhöhten Maß auftreten, ganz schön nerven können. Aber als Bestandteil unserer Natur und Bestäuber sind sie durchaus nützlich. Wespen haben es nicht leicht. Der Einsatz von Pestiziden in Landwirtschaft und Garten sowie das Insektensterben machen ihnen das Leben zunehmend schwer. Insgesamt sind viele Insektenarten in Deutschland stark zurückgegangenen. Zu den Gründen zählen Experten auch zunehmend fehlende Ackerrandstreifen.

    Auch wenn es den Anschein hat, als sei 2017 kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr, so kann an Rhein und Mosel gänzlich noch keine Entwarnung gegeben werden. „In Eitelborn im Westerwald, in Winningen an der Mosel sowie auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, dem Beweidungsgebiet Schmidtenhöhe in Koblenz, sieht man in diesen Tagen viele der imposant summenden herumschwirrenden Wespen“, weiß Andreas Haberzettl, der Vorsitzende des Naturschutzbundes Koblenz und Umgebung, zu berichten. „Die Leute werden im August panisch. Doch in zwei, drei Wochen sind sie verschwunden.“

    Dass es momentan viele Wespen gibt, kann auch Tobias Heinen aus Waldesch bestätigen. „Ich habe in meinem Garten sogar gleich drei Wespennester“, erklärt Heinen. Etwa 15 besorgte Bürger haben den Obmann für die Bienengesundheit des Imkerverbandes Rheinland in diesem Sommer bereits angerufen, weil Sie ein Wespennest entdeckt haben. „Von einem schlechten Wespenjahr kann man ausgehen, wenn es zurzeit des Nestaufbaus zu kühleren Temperaturen kommt“, erläutert der Experte. Das war in der Koblenzer Region demnach nicht überall der Fall.“ Denn anders als bei den Bienen, wo die Bienenkönigin mit mehreren 1000 Arbeiterinnen überwintert, überwintern bei den Wespen lediglich die Jungkönigin. Sie begibt sich im Frühjahr (April/Mai) auf die Suche nach einen geeigneten Platz, um ihr Nest zu gründen. Besonders die Anfangszeit des Nestbaus ist für die Wespenkönigin sehr gefährlich. Sie muss alleine beginnen, das Nest zu bauen und die Junglarven zu füttern. Die große Herausforderung für die Wespenkönigin ist jedoch das Wärmen der Brut, sobald es kühl wird. Kommt es in dieser Zeit zur einer lang anhaltenden Frostsituation, versucht die Königin so lange die Brut zu wärmen und auf Temperatur zu halten bis ihr selbst die Energie ausgeht und sie verstirbt.“ Kurze Kälteperioden könnten jedoch gut überstanden werden. „Wenn jedoch die ersten Wespen geschlüpft sind unterstützen und übernehmen sie Aufgaben der Königin.“ Diese nimmt dann einen Sonderstatus ein.

    Rund acht Kilometer von Tobias Heinen entfernt beobachtet Imker Uwe Kahlfuss relativ wenige Wespen. „Es ist in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich, wie sich die Völker entwickeln. Nach den warmen Märztagen, wo die Apfel- und Kirschbäume bei uns auf der Karthause in Koblenz blühten, hätte ich ein starkes Wespenjahr erwartet. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt richtig viele Wespenköniginnen beobachtet. Doch den kalten April haben viele von ihnen wohl nicht überlebt.“

    Zudem weist der Wespen- und Hornissenbeauftragte ebenso wie Tobias Heinen daraufhin, dass die Wespen im ländlich geprägten Raum mehr größeres Nahrungsangebot (Insekten) und auch mehr Unterschlupfmöglichkeiten für ihre Nester finden.

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

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