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    KoblenzProblem auf der rechten Rheinseite: Die Wildschweine sind wieder da

    Seit dem Frühlingsbeginn tauchen wieder Wildschweine in den Wohnvierteln auf – und zwar jede Menge, sagt Dieter Kronenberg von der Unteren Jagdbehörde der Stadt.

    An dieser durchwühlten Wiese auf der Horchheimer Höhe sieht man: Wildschweine bleiben längst nicht mehr nur im Wald, sondern treiben sich oft auch in bewohnten Gebieten herum.
    An dieser durchwühlten Wiese auf der Horchheimer Höhe sieht man: Wildschweine bleiben längst nicht mehr nur im Wald, sondern treiben sich oft auch in bewohnten Gebieten herum.
    Foto: Stephanie Mersmann

    In der kalten Jahreszeit wurden nur hin und wieder Tiere in den Stadtteilen auf der rechten Rheinseite gesichtet, nachdem im vergangenen Jahr viele erlegt oder in den Wald zurückgetrieben worden waren – doch nun sind die Wildschweine zurück.

    „Bei der Population steigt die Kurve rasant an, und wir können vor allem versuchen, hier Entlastung zu schaffen“, sagt Kronenberg. Eine endgültige Lösung für das Wildschweinproblem zu finden, ist hingegen kaum möglich.

    Auch Gertrud Block hat bereits gesehen, dass das Schwarzwild wieder den Weg zurück aus dem Wald gefunden hat. Im vergangenen Juni hatte sie zum ersten Mal gesehen, wie die Tiere das Beet vor ihrem Haus auf der Horchheimer Höhe durchwühlt hatten, nun wurden wieder diverse Grundstücke in der Nähe „umgegraben“, sagt sie.

    Immer wieder seien auch Nachbarn Wildschweinen beziehungsweise ihren Spuren begegnet – eine Gefahr gerade für Kinder und Senioren, befürchtet Block. „Ich frage mich: Wie reagiert man richtig, wenn man einem Wildschwein begegnet?“

    Dass hier potenziell eine Gefahr für die Menschen besteht, sieht auch Dieter Kronenberg so. „Fast alle Tiere haben zurzeit Frischlinge dabei, und wenn ein Muttertier sich oder seine Jungen bedroht fühlt, versteht es keinen Spaß.“ Gerade für ein spielendes Kind könnte eine ungewollte Begegnung gefährlich werden.

    Sein dringender Rat: Auf keinen Fall sollte man ein Tier anfassen, auch keinen niedlichen Frischling, oder es sogar mitnehmen. „Dann werden die Bachen aggressiv.“ Stattdessen sollte man unauffällig und rückwärts den Weg zurückgehen, den man gekommen ist, und die Tiere in keinem Fall reizen oder provozieren. Einen Hund sollte man an der Leine halten, „die Bache ist in jedem Fall stärker als er“, so Kronenberg.

    Und: Die Zahl der Wildschweine steigt. Durch den Klimawandel und ein reichhaltiges Nahrungsangebot bekommen die Wildschweine mittlerweile zweimal im Jahr Nachwuchs. „Im vergangenen Jahr haben wir 270 Wildscheine im Rhein-Lahn-Dreieck erlegt, das gab es noch nie“, sagt Kronenberg.

    Und jetzt kommen die Tiere aus dem Westerwald wieder zurück in bewohntes Gebiet. Laut Kronenberg kam es auch immer wieder zu Verkehrsunfällen auf der B 42, die Polizei bestätigt dies grundsätzlich, kann aber keine „signifikante Häufung“ an Unfällen mit Schwarzwild feststellen. Personenschäden gab es bislang nicht.

    Die Jäger sind nun gefragt, den Bestand an Wildschweinen einzudämmen, die meisten schießen in den stadtnahen Waldbereichen, er selbst auch in den Stadtteilen selbst, sagt Kronenberg. Aktuelles Problem: Die Muttertiere dürfen nicht geschossen werden, solange sie Frischlinge haben, und ein Jungtier kann man nur unter größter Vorsicht schießen, um die Mutter nicht zu reizen. „Das muss man immer im Einzelfall beurteilen.“ Einige zugewucherte Gebiete in den Stadtteilen werden zudem „entbuscht“, damit diese keinen Rückzugsort für das Schwarzwild bieten.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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