40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Polizei zeigt beim Zuch Maximum an Präsenz: Mobile Sperren sollen Besucher schützen

Annette Hoppen

Das Plastik-Maschinengewehr, den täuschend echt aussehenden Piraten-Säbel und die originalgetreue Nachbildung der Cowboy-Pistole sollten die Jecken vielleicht besser zu Hause lassen, wenn am heutigen Schwerdonnerstag die fünfte Jahreszeit in ihre heiße Phase geht. Spaß und gute Laune dürfen dagegen mitgebracht werden. Trotz der nach wie vor abstrakt hohen Terrorgefahr lautet die Botschaft der Koblenzer Polizei: An Rhein und Mosel sollen die Narren entspannt ihren Straßenkarneval feiern können.

Die Polizei will mit einem umfassenden Maßnahmenpaket dafür sorgen, dass die Narren den Karnevalshöhepunkt sicher feiern können.
Die Polizei will mit einem umfassenden Maßnahmenpaket dafür sorgen, dass die Narren den Karnevalshöhepunkt sicher feiern können.
Foto: Archiv Thomas Frey

Dazu haben Polizei, Ordnungsamt und die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) im Verbund ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt. Wenngleich Manuel Wehrmann, Chef der Polizeiinspektion 1, einräumt: „Absolute Sicherheit kann natürlich niemand garantieren.“ Konkrete Hinweise auf Anschläge gibt es indes nicht, betont Wehrmann. Dennoch wird die Polizei im Straßenkarneval „hoch wachsam sein“. Und: „Wir werden ein Maximum an Präsenz zeigen, bringen alle Beamten in Uniform auf die Straße, die verfügbar sind“, kündigt Wehrmann an. Unterstützt werden die Einsatzkräfte zudem von Polizisten in zivil, den Mitarbeitern des Ordnungsamtes und privaten Ordnungsdiensten im Auftrag der AKK. „Wir wollen sichtbar sein, den Straßenkarneval aber auch nicht erdrücken“, wirbt Wehrmanns Stellvertreter Martin Velten bei der Bevölkerung um Verständnis.

Wie bereits in den Vorjahren wird es außerdem großräumige Verkehrsumleitungen an Rosenmontag geben. Eine generelle Zufahrtsbeschränkung für Lkw in Richtung Innenstadt ist dagegen nicht geplant, auch wenn ein Transporter und ein Laster bei den Anschlägen in Südfrankreich und Berlin von Terroristen gezielt in Menschenmengen gesteuert wurden. „An kritischen Punkten und dort, wo erfahrungsgemäß besonders viele Zuschauer den Rosenmontagszug verfolgen, werden wir aber mit mobilen Sperren arbeiten, um die Menschen zu schützen“, erläutert Velten. Dazu kommen erneut die großen Müllfahrzeuge des Ordnungsamtes zum Einsatz, die als Straßensperren fungieren werden. Die mobilen Sperren werden zusätzlich von Polizisten überwacht und abgesichert.

Und wie sollten sich die Feiernden verhalten? „Gelassen, aber wachsam“, wünscht sich Wehrmann. Wer etwa verdächtige Personen beobachtet, sollte sich nicht scheuen, diese der Polizei zu melden. „Steht da einer alleine, während alle anderen in der Gruppe schwofen, singen und lachen? Verhält sich jemand auffällig? Ist da vielleicht auch eine Gruppe Taschendiebe unterwegs, die Feiernde gezielt ablenkt, während einer dann zuschlägt? Das erkennt man recht schnell“, ist sich der Polizeidirektor sicher. Und dann sei die Polizei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Auf die Hilfe von hochmoderner Technik setzt die Polizei unterdessen bei der Überwachung der Partys, die nach dem Zug auf dem Plan und Münzplatz steigen sollen. „Hier wird es auch eine Live-Video-Überwachung geben“, kündigt Tina Ewens, Sachbearbeiterin Einsatz in der Polizeidirektion Koblenz, an. Gleiches gilt für den Zentralplatz. „Wir können so schnell erkennen, wenn sich größere Menschenmassen bewegen und sich die Stimmung verändert“, erläutert Ewens. Und bei Bedarf einschreiten. „Schaukelt sich die Stimmung auf, dann geben wir das zum Beispiel an die AKK weiter, die dann auf den Bühnen weniger anheizende Musik spielen“, ergänzt Wehrmann.

Außerdem ist am Rosenmontag ab 10.30 Uhr in der DRK-Begegnungsstätte an der Liebfrauenkirche wieder die „Bunte Anlaufstelle“ eingerichtet mit Opferschutzberater, Einsatzkräften des DRK, des Ordnungsamts und der Polizei. Eine Schutzzone für Frauen wird es unterdessen auf den Plätzen der Altstadt nicht geben. „Würden wir diese einrichten, hieße das: Wir rechnen damit, dass wir diese auch brauchen. Und das tun wir nicht“, sagt Wehrmann sehr deutlich.

Was die Polizei dagegen tun wird: Nicht lange fackeln, wenn sie zum Beispiel eine Maschinengewehr-Attrappe unter den Kostümierten sichtet. „Wir verbieten keinem Jecken sein Kostüm. Wer als Soldat gehen will, soll das tun“, betont Wehrmann. Allerdings appellieren er und seine Kollegen an den gesunden Menschenverstand der Karnevalisten. Wehrmann warnt deshalb: „Wer eine täuschend echte Waffe mit sich trägt, wird nicht lange Spaß daran haben. Die wird nämlich dann von uns dann ganz schnell sichergestellt.“

Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf