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Koblenz

Per Handy die Koblenzer Brunnen erkunden

Winfried Scholz

Stadtführungen zu verschiedenen Themen gibt es in Koblenz eine ganze Menge. Nun hat das städtische Kultur- und Schulamt die Formen der Stadterkundung um eine weitere Variante ergänzt: den Brunnenparcours. Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz erläutert beim Rundgang im Gespräch mit unserer Zeitung: „Als eine Stadt an zwei Flüssen wird Koblenz seit Jahrtausenden in seinem Rhythmus von dem Element Wasser bestimmt.“ Theis-Scholz betont, dass die Brunnen in Koblenz eine lange Tradition haben. Ursprünglich dienten sie der Wasserversorgung. Später kamen die ersten Wasserleitungen hinzu. „Neuere Brunnen stellen die Geschichte oder das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt dar.“

Die Brunnentour führt am Erfinderbrunnen vorbei: Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz (2. von rechts) erläutert den Rundgang mit (von links) Charlotte Gewehr, Isabella Fettich und Elena Heth. Die drei Kulturamtsmitarbeiterinnen haben am Brunnenparcours-Menü für die App mitgewirkt.  Foto: Winfried Scholz
Die Brunnentour führt am Erfinderbrunnen vorbei: Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz (2. von rechts) erläutert den Rundgang mit (von links) Charlotte Gewehr, Isabella Fettich und Elena Heth. Die drei Kulturamtsmitarbeiterinnen haben am Brunnenparcours-Menü für die App mitgewirkt.
Foto: Winfried Scholz
Der Brunnenparcours wurde als Menü in die Koblenz-App integriert. Margit Theis-Scholz betont: „Damit wollen wir auch neben Flyern und Infotafeln digitale Formate einbeziehen, um die typischen Merkmale unserer Stadt darzustellen.“ Entstanden ist der Brunnenparcours in Zusammenarbeit des Kultur- und Schulverwaltungsamtes mit den Gästeführern Petra Kraus und Hans Werner Seul. Aktuell in der App enthalten sind der Schängelbrunnen, der Münzbrunnen, die beiden Wasserstellen im Brunnenhof Königspfalz, der Kastorbrunnen, die Historiensäule auf dem Görresplatz, der Brunnen am Zentralplatz, der Erfinderbrunnen in der Fischelpassage und der Winzerbrunnen am Löhr-Rondell.

Kommt man auf dem Rundgang, der individuell gestaltet werden kann, zu einem der Brunnen, so „meldet“ sich dieser auf dem Smartphone – allerdings nur, wenn die Koblenz-App aufgerufen ist. Das funktioniert mithilfe eines Bluetooth-Senders, der sich in der Nähe befindet. Dann kann der Nutzer wissenswerte Details über den jeweiligen Brunnen erfahren.

Beim Schängelbrunnen ist beispielsweise ein Foto von 1945 vor dem Hintergrund des zerstörten Rathauses zu sehen. Die beiden Brunnen im Brunnenhof dienten früher der Wasserversorgung – schon der Weg dorthin durch die pittoresken Gassen der Altstadt ist interessant. Die beiden Wasserstellen waren wohl beim schwersten Luftangriff auf Koblenz am 6. November 1944 verschüttet worden und wurden im Zuge der Altstadtsanierung in den 1980er-Jahren wiederentdeckt.

Der Kastorbrunnen liegt an der Strecke der Wasserleitung, die von der Metternicher Quelle zum Schloss führte. In Auftrag gegeben wurde die Leitung vom letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus. Als Koblenz Hauptstadt des französischen Departements Rhein-Mosel war, wurde der Brunnen zum Gedenken an Napoleons Russland-Feldzug vom Präfekten Jules Doazan errichtet. Am Tag seiner Eröffnung, am 15. August 1812, dem Geburtstag Napoleons, floss aus dem Brunnen zur Erbauung der Bevölkerung Wein.

Auf der 10,59 Meter hohen Historiensäule am Görresplatz, ein Geschenk des Landes an die Stadt zur 2000-Jahr-Feier 1992, ist die Koblenzer Geschichte in zehn Stationen dargestellt. Der Erfinder-Brunnen in der Fischel-Passage erinnert an Industriepioniere aus Stadt und Region: Carl Clemens Bücker aus Ehrenbreitstein (Flugzeugkonstrukteur), August Horch aus Winningen (Automobile) und Nicolaus August Otto aus Holzhausen, den Erfinder des Verbrennungsmotors.

Abschließend erklärt die Kulturdezernentin: „Der Brunnenparcours soll weiter ergänzt werden, zum Beispiel durch eine Tonspur.“ Auch weitere Brunnen könnten hinzukommen, beispielsweise das Barbara-Denkmal am Friedrich-Ebert-Ring, wenn es, wie geplant, als Brunnen ausgebaut wird.

Von unserem Mitarbeiter Winfried Scholz
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