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Koblenz

Mord in Neuendorf: Kripo nimmt Tatverdächtigen fest

Das könnte der Durchbruch im Neuendorfer Mordfall sein, der Ende Februar die Stadt erschüttert hat: Die Kriminalpolizei hat einen dringend Tatverdächtigen festgenommen, der Servet Kuru, genannt Ozan (58), aus Habgier getötet und ausgeraubt haben soll. Das hat die Staatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstagabend in einer Pressemitteilung geschrieben.

In der Hochstraße 39 in Neuendorf – das beigefarbene Haus in der Mitte des Bildes – lebte Servet Kuru, und hier fand die Polizei am 11. Februar seinen Leichnam. Eine Hausbewohnerin stellte bei der Polizei eine Vermisstenanzeige, nachdem sie Kuru wochenlang nicht gesehen hatte.
In der Hochstraße 39 in Neuendorf – das beigefarbene Haus in der Mitte des Bildes – lebte Servet Kuru, und hier fand die Polizei am 11. Februar seinen Leichnam. Eine Hausbewohnerin stellte bei der Polizei eine Vermisstenanzeige, nachdem sie Kuru wochenlang nicht gesehen hatte.
Foto: Reinhard Kallenbach

Am Karnevalssonntag, 11. Februar, war der Leichnam des türkischen Staatsbürgers in seiner Wohnung in der Neuendorfer Hochstraße 39 gefunden worden, nachdem eine Hausbewohnerin eine Vermisstenanzeige gestellt hatte.

Servet Kuru (58) wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.
Servet Kuru (58) wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.
Foto: Polizei Koblenz

Direkt war klar: Kuru war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden, auf ihrem Fahndungsplakat sprach die Polizei später explizit von Mord. Und: Die Ermittler gingen bald davon aus, dass sich die Tat bereits im Dezember ereignet hatte. Ende Februar ging die Polizei mit dem Fall an die Öffentlichkeit.

Intensive Ermittlungen der Koblenzer Kripo ergaben schließlich, dass gegen einen 49 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen aus Koblenz dringender Tatverdacht besteht. Der Mann soll bei Kuru, seinem mutmaßlichen späteren Opfer, regelmäßig sogenannte Kräutermischungen – eine Art Droge – erworben haben. Bei den hierdurch entstandenen Kontakten soll er erfahren haben, dass der Neuendorfer über Wertgegenstände und Bargeld verfügt hat. Und um diese an sich zu bringen, soll er Kuru zwischen dem 8. und 9. Dezember getötet haben.

Der Tatverdacht gegen den 49-Jährigen ergibt sich unter anderem aus Verbindungen, die zwischen ihm und den geraubten Gegenständen hergestellt werden konnten, erklärt die Staatsanwaltschaft. Das Diebesgut soll er in Pfandhäusern versetzt haben.

Der Beschuldigte bestreitet die Tat. Aber: Wegen des dringenden Tatverdachts und der Fluchtgefahr hat die Ermittlungsrichterin am Donnerstag Haftbefehl wegen des Vorwurfs des Mordes und des Raubes mit Todesfolge erlassen. Dieser Haftbefehl wird nun vollstreckt, so die Staatsanwaltschaft.

Das Verfahren richtet sich außerdem gegen einen weiteren, 53 Jahre alten Beschuldigten, bei dem am Donnerstag ebenfalls eine Durchsuchung durchgeführt wurde. Nachdem sich der Tatverdacht gegen ihn jedoch nicht weiter bestätigt hat, wurde der Beschuldigte aus dem vorläufigen Polizeigewahrsam entlassen.

Weitergehende Angaben zu Tat und Beweismitteln konnten zunächst nicht gemacht werden, weil dadurch die Ermittlungen gefährdet werden könnten.

Die Staatsanwaltschaft erklärt grundsätzlich, dass sich derjenige wegen Mordes strafbar macht, der einen Menschen heimtückisch oder aus Habgier tötet. Die Tat wird mit lebenslanger Haft bestraft. Wegen Raubes mit Todesfolge macht sich strafbar, wer mit Gewalt gegen eine Person eine fremde Sache in der Absicht wegnimmt, diese sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, und dadurch wenigstens leichtfertig den Tod eines Menschen verursacht.

Der Umstand, dass ein Haftbefehl erlassen wurde, bedeutet grundsätzlich nicht, dass der Beschuldigte überführt ist. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

sem

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