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Millionenregen: Die Berufsfeuerwehr wird ausgebaut

Reinhard Kallenbach

Zeitenwende im Amt für Brand- und Katastrophenschutz: Die Kapazitäten der Berufsfeuerwehr sollen schon in naher Zukunft ausgebaut werden. Ein zweistelliger Millionenbetrag dürfte in die Infrastruktur und zusätzliche Stellen fließen. Das gab Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig jetzt im Rathaus bekannt.

Die Feuerwache in der Schlachthofstraße ist leistungsfähig, aber dennoch setzt die Stadt künftig auf ein dezentrales Konzept. Die Berufsfeuerwehr wird auf der rechten Rheinseite und in Metternich zwei weitere Wachen erhalten. Zudem wird es deutlich mehr Stellen geben.
Die Feuerwache in der Schlachthofstraße ist leistungsfähig, aber dennoch setzt die Stadt künftig auf ein dezentrales Konzept. Die Berufsfeuerwehr wird auf der rechten Rheinseite und in Metternich zwei weitere Wachen erhalten. Zudem wird es deutlich mehr Stellen geben.
Foto: Reinhard Kallenbach

Die städtischen Gremien und die Verwaltung stehen hinter der Entscheidung. Deren Grundlage ist die „Organisationsuntersuchung der Feuerwehr und der Brandschutzbedarfsplanung der Stadt Koblenz“. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich eine kleine Kulturrevolution, mit der die Stadt auf eine besorgniserregende Entwicklung reagiert. Denn die Breitschaft, sich in den freiwilligen Feuerwehren zu engagieren, geht immer weiter zurück.

Aktuell wirken in Koblenz 276 ehrenamtliche Feuerwehrleute in elf Einheiten. Das hört sich zunächst recht positiv an, gibt aber bei näherer Betrachtung zu denken. Meik Maxeiner betonte bei der Präsentation des Konzeptes, dass seit 1996 die Zahl der Freiwilligen um 110 zurückgegangen ist. Der Chef des Amtes für Brand- und Katastrophenschutzes nannte hierfür mehrere Gründe, vor allem einen Trend, der alle Vereine und Einrichtungen belastet: Die Eigeninitiative, sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einzusetzen, geht konstant zurück. Im Spezialfall freiwillige Feuerwehren kommt eine weitere Entwicklung hinzu: Immer mehr Arbeitgeber machen einfach nicht mehr mit, wenn Mitarbeiter zu Einsätzen gerufen werden. Das dritte Problem ist, dass viele Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren berufsbedingt immer weitere Anfahrten in Kauf nehmen müssen. Das nimmt den Einheiten am Heimatort mitunter Flexibilität und Schnelligkeit. Es besteht also Reformbedarf, wobei Meik Maxeiner deutlich machte, dass ohne die Ehrenamtler in der Feuerwehr nichts funktionieren würde, zumal diese auch noch das kulturelle Leben in den Stadtteilen prägen. Gäbe es sie nicht, müssten viele Veranstaltungen in den Stadtteilen und im Umland ersatzlos gestrichen werden.

Aber auch aus Sicht der Berufsfeuerwehr gibt es gute Gründe für Reformen. Da die Straßen immer voller werden, wird es zunehmend schwerer, die sogenannten Einsatzgrundzeiten einzuhalten. Dazu kommt die besondere topografische Situation in der Zweistromstadt Koblenz, in der so manches Nadelöhr für die insgesamt 80 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren in der Stadt entstanden ist. Daraus resultiert die Überlegung, die Arbeit der Berufsfeuerwehr zu dezentralisieren. Schon für 2018 sollen, so der OB, die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau von zwei Feuerwehrwachen in Metternich und auf der rechten Rheinseite, wahrscheinlich in Ehrenbreitstein, geschaffen werden. In diesem Zusammenhang will die Stadt weitere 30 Planstellen schaffen, die Berufsfeuerwehr wird künftig also 150 statt der bisher 120 Mitarbeiter haben. Mit der modernen Leitstelle wurden darüber hinaus bereits die Voraussetzungen geschaffen, die Alarmierungszeiten von vier auf unter zwei Minuten zu reduzieren. Die wegen der täglichen Realitäten geplante Anhebung der Einsatzgrundzeit in Rheinland-Pfalz von acht auf zehn Minuten würde damit ausgeglichen. Das heißt im Klartext: Für die Bürger ändert sich gar nichts. Die „Vorhut“ der Feuerwehr ist nach wie vor innerhalb von zehn Minuten zur Stelle. Dann rückt Schritt für Schritt Verstärkung an – im Falle eines „normalen“ Wohnungsbrandes werden üblicherweise um die 25 Feuerwehrleute aktiv.

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach
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Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

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