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Koblenz

Mama/Papa hat Krebs: Manchmal hilft schon ein bisschen Ablenkung

Toben, spielen, Spaß haben und dabei vergessen, dass ein Elternteil Krebs hat – aber auch mit Beraterinnen sprechen können: Das ist das Angebot des neuen Projektes „Mama/Papa hat Krebs“ der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz.

Familie Wickert samt krebskrankem Vater genießt das Kletterangebot in der Boulderhalle im Rahmen des Projekts „Mama/Papa hat Krebs“ der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, das es jetzt auch in Koblenz gibt.
Familie Wickert samt krebskrankem Vater genießt das Kletterangebot in der Boulderhalle im Rahmen des Projekts „Mama/Papa hat Krebs“ der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, das es jetzt auch in Koblenz gibt.
Foto: Katharina Demleitner

Zum Auftakt in Koblenz eroberten zehn Familien mit 33 Personen die Boulderhalle (Kletterhalle) Eifelblock. Die RZ war dabei und hat nachgefragt, was das Projekt beinhaltet und wie die Betroffenen das Angebot finden.

Samstagvormittag, 11 Uhr. Im Eifelblock herrscht reges Treiben: Alle Kletterwände sind besetzt, jede Menge Jungen und Mädchen versuchen, von der Weichbodenmatte aus so hoch wie möglich zu gelangen. „Unsere Kinder sind total begeistert, das Angebot ist toll“, freut sich Silke Wickert. Ihr Mann ist an Krebs erkrankt. Die Familie geht sehr offen damit um, bindet die sieben und zwölf Jahre alten Kinder „voll mit ein“, betont der Vater. Ziel der Eltern ist, Hemmschwellen abzubauen: „Hier lernen die beiden mögliche Ansprechpartner kennen, wissen, dass jemand da ist, wenn es schwierig wird, und dass sie keine Angst haben brauchen“, sagt die 47-Jährige, der ihrerseits die Gespräche mit den Beraterinnen der Krebsgesellschaft gut tun. Wichtig ist ihr auch der Kontakt zu anderen Kindern und die Ablenkung.

Dass ihre 12 und 13 Jahre alten Söhne beim Klettern Gleichgesinnte aus der Nähe kennenlernen, hofft eine 50-Jährige. Die Alleinerziehende findet das Projekt „super, die Jungs sind begeistert, wir werden das gerne in Anspruch nehmen“.

Auch für ein weiteres Elternpaar ist der Austausch mit Menschen, die ebenfalls mit der Diagnose Krebs leben müssen, enorm wichtig: „Da muss man nicht alles erklären, redet auf einer ganz anderen Ebene miteinander als mit Familie oder Freunden“, sagt die an Brustkrebs erkrankte Frau (43). Für ihren dreijährigen Sohn geht es in erster Linie ums Spaß haben. „Von der Krankheit hat er wenig mitbekommen, aber seine Mama natürlich vermisst, als sie ihm Krankenhaus war“, berichtet der Vater.

Kleine Auszeiten, aber auch Ansprechpartner bieten, das ist das Konzept von „Mama/Papa hat Krebs“. Katarzyna Domogalla bietet bereits eine offene Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit krebskranken Eltern an. „Zusätzlich gibt es jetzt eine völlig andere Plattform“, erklärt die Diplompädagogin. Bei den regelmäßigen Familienaktionen darf die Erkrankung in den Hintergrund treten und Kraft für den Alltag getankt werden. „Kinder brauchen besondere Unterstützung, wenn sich die Situation durch die Krebserkrankung verändert hat“, weiß die Therapeutin. Es geht vor allem darum, Orientierung zu geben, den Kindern und Jugendlichen altersgerecht zu erklären, warum die Eltern so reagieren und ihnen ihre Stärken und Ressourcen aufzuzeigen. „Gleichzeitig erfahren die Eltern, welche Kräfte bei ihrem Nachwuchs wirken und wie sie für mehr Sicherheit sorgen können“, so Domogalla.

Mit ihren Kolleginnen Dorothea Tielker und Birgit Werminiski steht sie auch in der Boulderhalle für Gespräche bereit und hofft, bei den weiteren Aktionen wie Reitstall- oder Zoobesuchen viele weitere Teilnehmer begrüßen zu können.

Weitere Informationen zu dem Koblenzer Projekt „Mama/Papa hat Krebs“ und dem Angebot der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz gibt es telefonisch unter 0261/988.650, per Mail unter koblenz@krebsgesell

Koblenz
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