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Kreis Mayen-Koblenz: Ist die Kreidezeit vorbei?

Die Digitalisierung schreitet nicht nur in der Wirtschaft voran, sie macht auch vor den Schultüren nicht halt. Der Kreis Mayen-Koblenz will in seinen Schulen die bestehenden EDV-Netzwerke durch ein modernes, flexibles Schulnetz 2.0 ablösen. Kürzlich stellte die Kreisverwaltung im Schulträgerausschuss ihre Pläne vor. Die RZ hat nachgefragt: Wie ist es um die Ausstattung der Schulen bestellt, und wie werden die Lehrkräfte fürs digitale Zeitalter geschult?

Schulen setzen vermehrt auf digitale Technik.
Schulen setzen vermehrt auf digitale Technik.
Foto: picture alliance

Kein Selbstzweck soll die Digitalisierung an den MYK-Schulen nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung sein, sondern sie muss Schülern und Lehrern dienen. Das betonte Josefine Wirth von der Schulabteilung bei der Vorstellung der Pläne im Kreishaus. Damit das neue Schulnetz funktionieren kann, ist inzwischen an fast allen Schulstandorten ein Internetanschluss mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 bis 100 Mbit pro Sekunde verfügbar. In diesem Jahr soll der Ausbau beendet werden.

Ausgestattet werden die Schulen zudem mit leistungsfähigen Geräten, um Lernsoftware einsetzen zu können. Momentan sind das rund 1700 Endgeräte wie PCs, Notebooks und Tablets. „Zukünftig könnte ein Aspekt sein, zu ermöglichen, dass Schüler ihre eigenen Geräte mitbringen“, erklärte Wirth. Auch die Frage, ob die zentrale Beschaffung dieser Geräte sinnvoll wäre, müsse diskutiert werden. Außerdem nutzen MYK-Schulen derzeit rund 200 interaktive Whiteboards, digitale Tafeln, die mit einem Computer verbunden sind, und 300 Beamer, die den Bildschirminhalt der Whiteboards projizieren. Whiteboard-Modelle, die per Fingerdruck gesteuert werden können, lösen zunehmend die Bedienung direkt am Computer ab. An der Realschule plus in Mendig lernen Schüler bereits mit einem solchen Touchscreen. „Die Entwicklung geht in Richtung interaktiver Tafelsysteme“, weiß die Fachfrau.

Über ein lokales Funknetz verfügen bereits fünf Schulen im Kreis. Auch die anderen Einrichtungen sollen je nach eigenem Wunsch mit WLAN versorgt werden. Seit 2017 hat eine Fachfirma die Betreuung der Informationstechnologie der rund 20 kreiseigenen Schulen mit gut 14.000 Schülern übernommen und bietet Module an, die die Schulen individuell auswählen können.

Diese fühlen sich grundsätzlich gut ausgestattet. Die Albert-Schweitzer-Realschule plus in Mayen setzt in vier „hervorragend ausgestatteten PC-Räumen“, wie Konrektorin Karin Butter sagt, 50 Netbooks ein. „Wir sind außerdem dabei, alle Klassenräume mit einem fest installierten Beamer und einem Rechner auszustatten“, erklärt Butter, die die Schule in Sachen Digitalisierung für gut aufgestellt hält. Ein weiteres Ziel ist, WLAN einzurichten. Ebenfalls gut ausgerüstet sieht sich das Bendorfer Wilhelm-Remy-Gymnasium, wünscht sich aber Unterstützung: „Für uns wäre wichtig, wenn es einen Support für Reparaturen gäbe“, sagte Lehrer Christoph Mohr in der Ausschusssitzung. Schülerin Lisanne Herrmann bemängelte: „Die besten iPads nutzen nichts, wenn wir keine digitalen Lehrmittel dafür haben.“

Dass die Geräte samt Software sinnvoll eingesetzt werden müssen, weiß auch die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Mit dem Programm „Medienkompetenz macht Schule“, an dem nach Auskunft der Behörde nahezu alle weiterführenden Schulen teilgenommen haben und das derzeit auf die Grundschulen ausgeweitet wird, bekommen Schulen finanzielle Unterstützung und Beratung. „Von zentraler Bedeutung ist auch die Kompetenzvermittlung an die Lehrkräfte, nicht nur in Studium und Ausbildung“, betont ADD-Pressesprecherin Eveline Dziendziol auf RZ-Anfrage. Auch für die mehr als 4000 Lehrer gibt es Fort- und Weiterbildungen wie Schulungen zum Einsatz interaktiver Wandtafeln oder zu Medien als Motor für schulische Entwicklung. Außerdem setzt die ADD auf fach- und themenübergreifende Kompetenzvermittlung, die sich nicht nur auf ein Schulfach beschränkt. Mit der entsprechenden Überarbeitung der Lehr- und Rahmenpläne hat die Behörde 2017 begonnen.

Diesen Monat lädt Landrat Alexander Saftig zu einer Schulleitertagung ein, um die Pläne vorzustellen und die Bedarfe der Schulen aufzunehmen. „Wir können jeden Tag besser werden“, lautet sein Credo. Katharina Demleitner

Studien zeigen positiven Effekt der digitalen Medien auf den Unterricht

Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der Technischen Universität München (TUM) hat 2017 im Auftrag der Kultusministerkonferenz 79 Studien ausgewertet, die seit 2000 weltweit erschienen sind.

Das Ergebnis: Der Einsatz digitaler Unterrichtsmedien über die untersuchten Unterrichtsfächer Mathematik, Physik, Biologie und Chemie hinweg kann insgesamt als gewinnbringend bezeichnet werden. Im direkten Vergleich mit Klassen, die traditionell unterrichtet wurden, zeigen Schüler aus Klassen, in denen mit digitalen Unterrichtsmedien gearbeitet wurde, durchweg bessere Ergebnisse in den durchgeführten Leistungstests. kde

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