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Koblenz

Koblenzer Brauerei verkauft: Wie geht es weiter?

Die Koblenzer Brauerei steht zum Verkauf: Diese Vermutung kursiert in Branchenkreisen schon seit Monaten. Jetzt steht fest, dass diese Annahme mehr ist als ein Gerücht. Denn die bisherigen Eigner Egon Heckmann und Hans-Achim Daschmann haben ihre Anteile verkauft. Wer der neue Eigner ist? Die Spuren führen nach Bayern, genauer gesagt nach Sonthofen. Doch viel mehr will man dort noch nicht sagen.

Zur Koblenzer Brauerei gehört auch ein großes Areal, das nur teilweise genutzt wird. Wollen es die Investoren weiterentwickeln? Foto: Kallenbach
Zur Koblenzer Brauerei gehört auch ein großes Areal, das nur teilweise genutzt wird. Wollen es die Investoren weiterentwickeln?
Foto: Kallenbach

Derzeit arbeiten der oder die neuen Eigner an einer umfassenden Erklärung, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung bei Seitz Consulting. Die Details zum Verkauf wollen die Sonthofener in den kommenden Tagen veröffentlichen. Über alles andere kann derzeit nur spekuliert werden. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass an einem jüngst im Magazin Inside – einer auf die Getränkeindustrie spezialisierten Zeitschrift – veröffentlichen Beitrag sehr viel dran ist.

Das Magazin nennt vor allem einen Namen: Christian Seitz, der sich einerseits auf große Immobilienprojekte spezialisiert hat, andererseits aber auch einen Sinn für heimische Braukunst hat – vor allem dann, wenn sie sich als Edelmarke vermarkten lässt. So hält er die Rechte am „Neuschwansteiner Edelmärzen“, dessen Markenbotschafter Prinz Leopold von Bayern ist, einer der Nachfahren von König Ludwig II. von Bayern. Im Falle von Koblenz dürfte Seitz Mitstreiter ins Boot genommen haben.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist völlig offen, wie es mit der Koblenzer Brauerei und den rund 70 Mitarbeitern weitergeht. Die Nachricht vom Verkauf kam selbst für die zuständige Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) überraschend. Dennoch darf bezweifelt werden, dass mit dem Eignerwechsel die mehr als 100 Jahre alte Brautradition in Stolzenfels endet. Denn es müssen vertragliche Verpflichtungen erfüllt werden, unter anderem gegenüber der Bitburger Braugruppe, die sämtliche Rechte an der Marke Königsbacher hält. Außerdem braut die Koblenzer Brauerei für andere Hersteller, das Bier aus Koblenz geht in alle Welt. Und schließlich hat sich nach Jahren des starken Rückgangs der Kapazitäten und der drohenden Schließung der Ausstoß in der Ära Daschmann und Heckmann bei rund 350.000 Hektolitern stabilisiert. Eine mögliche Antwort gibt der Blick aufs Ganze. Denn das von der Brauerei nur in Teilen genutzte Areal östlich der Gleise hat viel Potenzial. Interessenten für das Gelände hat es schon öfter gegeben, und auch die bisherigen Eigner hatten laut über die Weiterentwicklung der riesigen Flächen nachgedacht, aber ihre Pläne wegen rechtlicher, politischer und wohl auch finanzieller Hindernisse nicht weiter verfolgt.

Schon vor gut drei Jahren hatte sich angedeutet, dass sich Heckmann und Daschmann, die einst den Rhenser Mineralbrunnen vor der Schließung bewahrten, aus Altersgründen Schritt für Schritt aus dem operativen Geschäft zurückziehen würden. Bereits 2015 gab Daschmann seine Anteile an die Schäff-Gruppe ab. Dennoch musste der Brunnen vorübergehend Insolvenz anmelden, bis ihn die Gebrüder Berentzen übernahmen. Die Entwicklung der eigenständigen Koblenzer Brauerei verlief davon unabhängig. Aktuell führen Thomas Beer und Jörn Metzler das operative Geschäft der Traditionsbrauerei. Reinhard Kallenbach

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