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Koblenz

Koblenz: Ehrenamt wird immer professioneller

Seit 2014 beschäftigt die Flüchtlingssituation auch die Menschen in der Stadt, vor allem im vergangenen Jahr kamen Woche für Woche Dutzende Menschen neu nach Koblenz. Über die Stadt verteilt, entstanden immer mehr Unterkünfte für sie, in Wohncontainern, Privathäusern, dem alten Betriebshof der Stadt – und in allen Fällen entstanden fast gleichzeitig Initiativen von Bürgern, die sich freiwillig um die Asylbewerber in ihrem Stadtteil kümmern.

„Die Stadt kann die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge sicherstellen, könnte aber niemals all das tun, was die Helfer leisten", sagt Ehrenamtskoordinatorin Nicole Morales.
„Die Stadt kann die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge sicherstellen, könnte aber niemals all das tun, was die Helfer leisten", sagt Ehrenamtskoordinatorin Nicole Morales.
Foto: Stephanie Mersmann

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Der ehrenamtliche Einsatz in der Flüchtlingskrise war von Anfang an enorm, sagt auch Nicole Morales, seit August Ehrenamtskoordinatorin für Flüchtlingshilfe bei der Stadt – und er hält weiter an, auch wenn nicht mehr so viele Helfer neu hinzukommen wie im vergangenen Jahr. "Das Engagement in Koblenz ist sehr, sehr groß", sagt Morales, "die Willkommenskultur ist hier sehr ausgeprägt". Nicht nur in den einzelnen Stadtteilen haben sich Initiativen gebildet, es gibt auch diverse Kunst-, Musik- oder Sportprojekte, Studenteninitiativen, Flüchtlingscafés, Werkstätten, Spendensammlungen und viele Angebote mehr. Sieben Din-A4-Seiten ist ein Dokument lang, in dem Morales die Initiativen und Projekte aufgeführt hat, die es mittlerweile in Koblenz gibt. Dazu gehören auch professionelle Verbände wie die AWO, die Caritas, das Diakonische Werk und die Familienbildungsstätte.

Und mittlerweile werden auch die ehrenamtlichen Initiativen immer professioneller, sagt Nicole Morales. Viele von ihnen sind intern gut organisiert, haben Ansprechpartner für die verschiedenen Bereiche benannt, um die sich jeweils eigene Arbeitsgruppen kümmern, etwa um Sprachunterricht, Freizeitgestaltung, Begleitung zu Ämtern oder Ärzten und so weiter. Und: Die verschiedenen Akteure in der Flüchtlingshilfe bilden mehr und mehr ein Netzwerk – von Anfang an auch ein Ziel von Morales. Ihre Aufgabe ist es, das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe in Koblenz zu koordinieren, Ansprechpartnerin für die Helfer und Gruppen zu sein, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Regelmäßig veranstaltet die städtische Leitstelle für Integration, zu der auch Morales gehört, Netzwerktreffen zu verschiedenen Themen, an denen Ehrenamtler aus den Gruppen teilnehmen, kürzlich außerdem einen ersten Arbeitsworkshop.

Morales sammelt Hinweise, was die Flüchtlingshelfer brauchen, Schulungen in Rechtsfragen zum Beispiel, und stellt nach Möglichkeit entsprechende Angebote auf die Beine. Die Fragen, mit denen die Helfer mittlerweile auf sie zukommen, haben sich geändert, sagt sie. Ging es vor einigen Monaten noch vor allem darum, wo und wie man sich ehrenamtlich engagieren kann, so stehen mittlerweile häufiger Fragen im Fokus, die sich in der konkreten Arbeit mit den Flüchtlingen stellen. Da geht es dann zum Beispiel um die Integration in den Arbeitsmarkt, die Gewährung von finanziellen Hilfen, Zuständigkeiten vom Land, städtischen Ämtern, dem Jobcenter und so weiter. Ein großes Thema für die Helfer ist auch, wie man die Flüchtlinge erreicht, die nicht mehr in einer der zentralen Unterkünfte leben, sondern in einer normalen Mietswohnung, und deren Aufenthaltsstatus inzwischen geklärt ist.

Insgesamt entspannt es die Lage, dass seit einiger Zeit deutlich weniger neue Flüchtlinge in die Stadt kommen, sagt Morales – auch für die Ehrenamtler: "Jetzt haben sie Zeit, sich intensiver um manche Themen zu kümmern."

Wer Fragen zum Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe hat, kann sich unter Telefon
0261/129 46 09 oder per E-Mail an integration@stadt.koblenz.de melden.

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