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    Kinderärzte in Koblenz trainieren für den Notfall

    Im Rahmen der Woche der Wiederbelebung wird zurzeit an der Kinderklinik des Gemeinschaftsklinikums Kemperhof bei täglichen Trainings daran gearbeitet, wie man jungen Patienten helfen kann. Bevor der Notarzt kommt, spielen aber gerade die Eltern eine wichtige Rolle.

    Oberärztin Ursula Reiners-Franz trainiert den Notfall an Simulationspuppe Kai. Dass diese an ein echtes Kind erinnert, erhöht den Bezug zur Wirklichkeit - und den Lerneffekt bei Ärzten und Pflegern.
    Oberärztin Ursula Reiners-Franz trainiert den Notfall an Simulationspuppe Kai. Dass diese an ein echtes Kind erinnert, erhöht den Bezug zur Wirklichkeit - und den Lerneffekt bei Ärzten und Pflegern.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Die Kinderklinik am Kemperhof ist nach der in Mainz die zweitgrößte im ganzen Land. und versorgt mit Abstand auch die meisten Notfälle unter Minderjährigen. Neben 300 Früh- und Neugeborenen, die auf der Kinderintensivstation in Koblenz behandelt werden, werden hier auch 300 bis 400 ältere Kinder und Jugendliche im Jahr eingeliefert, die gerade operiert wurden oder eben echte Notfälle sind. Dabei gilt: "Während Erwachsene eher mit dem Herzen Probleme haben, sind bei Kindern die Atemwege am häufigsten betroffen", sagt Dr. Thomas Hoppen, Oberarzt für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin.

    Im Rahmen der Woche der Wiederbelebung wird zurzeit an der Kinderklinik des Gemeinschaftsklinikums bei täglichen Trainings daran gearbeitet, wie man jungen Patienten helfen kann. Bevor der Notarzt kommt, spielen aber gerade die Eltern eine wichtige Rolle. "Sie helfen dem Kind nicht, wenn sie es aufs Bett legen und aufgeregt herumtelefonieren, sondern es auf den Arm nehmen, ansprechen und wach halten", weiß Thomas Hoppen. Das Problem: "Bei Kindern haben die meisten Erwachsenen Angst", sagt der Oberarzt, sie wollen partout nichts falsch machen. Dabei sind Kinder darauf angewiesen, dass ihre Bezugspersonen aufmerksam beobachten, wie es ihnen geht, ob sich ihr Bewusstseinszustand verändert. und in diesem Fall schnell reagieren. Zügig muss dann professionelle Hilfe gesucht werden, beim Kinderarzt oder in der Kinderklinik.

    Die Liste der Notfälle, die die Mitarbeiter hier betreuen, ist lang. Neben Atemwegsproblemen etwa durch Lungenentzündungen haben sie es mit Kreislaufproblemen, Magen-Darm-Infekten oder Entzündungen, aber auch mit seltenen Erkrankungen wie einer Lungenembolie, einem septischen Schock oder sogar einem Herzinfarkt zu tun, den vor nicht allzu langer Zeit ein 17-Jähriger erlitt. "Auch bei Kindern ist es leider so, dass einige extrem schwer krank werden", sagt Thomas Hoppen.

    Gerade die Behandlung dieser eher seltenen Erkrankungen müssen die Mitarbeiter der Kinderklinik trainieren, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Seit Anfang dieses Jahres veranstaltet die Kinderklinik deshalb wie in diesen Tagen mehrere Kindernotfallwochen im Jahr, um ihre Ärzte und Pfleger fortzubilden. Sechs Instruktoren aus der Klinik - vier Ärzte, zwei Pfleger - wurden dafür ausgebildet, ein spezieller Simulator wurde angeschafft, der ähnlich wie ein Kind aussieht und ebenso wie ein solches sprechen, schreien oder sich übergeben kann, der wie ein echter Patient an einen Monitor angeschlossen und behandelt wird. Mehr als 30 000 Euro wurden hier investiert, der Großteil stammt aus Spenden des Fördervereins Kinderklinik Kemperhof. Für die Trainingseinheiten wird die Simulationspuppe nun für bestimmte Fälle programmiert, etwa Herz-Rhythmus-Störungen oder eine zu starke Narkose. Eine kleine Gruppe muss die Puppe dann richtig behandeln - und dabei auch als Team funktionieren.

    Denn dabei geht nicht nur darum, sein Fachwissen zu erweitern, sondern auch darum, Kommunikation zu trainieren, im geschützten Raum seine eigene Arbeit reflektieren zu können. Bis jeder der mehr als 100 Pfleger und rund 35 Ärzte an der Kinderklinik des Gemeinschaftsklinikums an dem Training teilgenommen hat, wird es wohl noch zwei oder drei Jahre dauern, schließlich stellen die sechs Instruktoren das Programm in ihrer Freizeit auf die Beine. Aber der Wille bei den Mitarbeitern ist da, betont Hoppen, ob beim Neuling oder beim erfahrenen Oberarzt: "Es machen alle mit."

    Tausende Kinder werden behandelt

    Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin gehört zum Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen und ist die einzige ihrer Art in der Stadt. Insgesamt hat sie 100 Betten und behandelt mehr als 6000 Kinder und Jugendliche im Jahr. 85 Betten und vier Stationen befinden sich am Kemperhof Koblenz, 15 Betten und eine Station am St.-Elisabeth-Krankenhaus in Mayen. sem

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