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    Keuchhusten: Fälle in Kreis MYK und Koblenz nehmen zu

    Mehrere Monate kann eine Erkrankung dauern, und für Säuglinge kann sie sogar lebensgefährlich sein. Die Rede ist von Keuchhusten, der in diesem Jahr wieder vermehrt auf dem Vormarsch in der Region ist, wie aktuelle Zahlen zeigen.

    Die Keuchhustenfälle haben zuletzt auch im Kreis MYK und der Stadt Koblenz zugenommen.  Foto: dpa
    Die Keuchhustenfälle haben zuletzt auch im Kreis MYK und der Stadt Koblenz zugenommen.
    Foto: dpa

    Im Kreis Mayen-Koblenz gab es bis Mitte September bereits 17 Fälle, während in der Stadt Koblenz 13 Betroffene registriert wurden. Damit liegen die Fallzahlen bereits jetzt höher als noch im kompletten Vorjahr. 2016 wurden dem Kreisgesundheitsamt, dass auch für die Stadt Koblenz zuständig ist, acht Keuchhustenpatienten aus dem gesamten Kreisgebiet sowie ein Fall aus Koblenz gemeldet. Der Höchstwert seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2013 lag im Kreis im Jahr 2014 bei 52 Betroffenen und im Koblenzer Stadtgebiet ein Jahr zuvor bei 28 Meldungen. „Es scheint eine stärkere Keuchhustensaison zu sein“, bestätigt auch Achim Ginkel von der Pressestelle des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz in Koblenz.

    Obwohl Keuchhusten durch Impfungen vermieden werden kann, gehört er zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. „Gerade bei Erwachsenen klaffen immer wieder Impflücken, die eine Ausbreitung begünstigen“, nennt Achim Ginkel einen möglichen Grund hierfür. Während unter Schulanfängern mehr als 96 Prozent gegen Keuchhusten geimpft sind, trifft das bei Erwachsenen je nach Lebensalter auf nur jeden Fünften bis Zehnten zu. Das Durchschnittsalter bei Patienten liegt nicht zuletzt deswegen bei über 30 Jahren. Der Keuchhusten ist damit längst keine klassische Kinderkrankheit mehr. Für die Jüngsten in der Gesellschaft ist er allerdings unter Umständen lebensgefährlich, da der für die Erkrankung klassische Husten hier nicht immer auftritt und die Krankheit somit umgehend erkannt wird. Bei Säuglingen unter sechs Monaten kann es beispielsweise ohne Vorankündigung zu Atemaussetzern kommen, die tödlich enden können. Dies macht die dringende Notwendigkeit einer Impfung deutlich.

    Doch wie äußert sich die Krankheit überhaupt, die über Tröpfchen übertragen wird? Laut dem Koblenzer Kinder- und Jugendarzt Michael Ellebrecht tritt die Krankheit in drei Stadien auf. „Im ersten Stadium, das ein bis zwei Wochen dauert, zeigen Patienten normale Erkältungssymptome wie zum Beispiel Husten oder Schnupfen.“

    In der zweiten Phase beginnt die eigentliche Hustenerkrankung, bei der laut dem Mediziner ein quälender „Stakkatohusten“ einsetzt, der mit dem keuchenden Einziehen der Luft endet, der der Krankheit auch ihren Namen gibt. In der Regel dauert diese Phase vier bis sechs Wochen. Im letzten, bis zu zehn Wochen andauernden Stadium nehmen die Hustenattacken dann langsam ab. Um gegen die Erkrankung vorzugehen, kann ein entsprechendes Antibiotikum verschrieben werden. Dieses kann bei einer Gabe in der ersten oder zu Beginn der zweiten Krankheitsphase die gesamte Erkrankungszeit etwas verringern. „Außerdem verkürzt sich die Übertragungsfähigkeit auf rund fünf Tage nach Beginn der Behandlung“, erklärt Michael Ellebrecht.

    Um einer Erkrankung vorzubeugen, rät er dazu, sich impfen zu lassen und dabei den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes zu folgen. Für Erwachsene bedeutet das, dass sie bei der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphterie einmalig in Kombination auch gegen Keuchhusten geimpft werden. Säuglinge sollten Teilimpfungen im Alter von 2, 3, 4 und 11 bis 14 Lebensmonaten erhalten. Für Kontaktpersonen hat der Mediziner außerdem einen Rat parat: „Personen, zum Beispiel Verwandte, die mit Neugeborenen in engen Kontakt kommen, sollten sich spätestens vier Wochen vor der Geburt impfen lassen, wenn sie nicht schon ohnehin in den letzten zehn Jahren ihre Impfung aufgefrischt haben.“ Kinder und Jugendliche sollten ihre Impfung mit 5 bis 6 Jahren und mit 9 bis 17 Jahren auffrischen.

    Eine Garantie, dass nach einer einmaligen Erkrankung der Keuchhusten nicht mehr zurückkehrt, gibt es unterdessen nicht. Nach 10 bis 20 Jahren kann es nach durchgemachter Krankheit oder 10 Jahre nach sehr lang zurückliegender Impfung erneut zur Erkrankung kommen.

    Von unserem Reporter Andreas Egenolf

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