40.000
Aus unserem Archiv
Region

Ist die Region bereit für die gemeinsame Sache? Initiative will Regiopolregion schaffen

Muss sich die Region um Koblenz als gemeinsamer Großraum vermarkten? Diese Frage warf jüngst der Geschäftsführer der Schottel GmbH, Christian Strahberger, auf. Er kritisierte im Gespräch mit der RZ, dass die Landkreise, Städte und Verbandsgemeinden zu sehr auf ihre Eigenständigkeit pochen würden, statt gebietsübergreifend zu denken, sich als eine Region zu verkaufen und sich so einen Namen zu machen, der über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und der es Unternehmen aus der Region so zum Beispiel erleichtert, Mitarbeiter zu gewinnen.

Zusammenarbeit ist gefragt, soll es mit einer Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein klappen. Fotos: Drobot Dean/stock adobe, SGD Nord, Initiative Region Koblenz-Mittelrhein
Zusammenarbeit ist gefragt, soll es mit einer Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein klappen. Fotos: Drobot Dean/stock adobe, SGD Nord, Initiative Region Koblenz-Mittelrhein

Die Schaffung einer solchen Region ist seit Jahren das Ziel der Initiative Region Koblenz-Mittelrhein. Doch wie weit sind die Bemühungen bislang gekommen? Und wie könnte die gebietsübergreifende Zusammenarbeit aussehen? Die RZ traf sich mit dem Vorsitzenden Hans-Jörg Assenmacher und dessen Stellvertreter Ulrich Kleemann, um einige Fragen zu klären.

1 Welche Ziele hat die Initiative? Das Ziel der Initiative ist die Schaffung einer sogenannten Regiopolregion rund um Koblenz, die sich gegenüber den Metropolregionen behaupten kann. Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit der Stadt Koblenz mit den umliegenden Landkreisen – zum Beispiel in Sachen Verkehr, Soziales, Bildung und natürlich Wirtschaft. Durch die entstehenden Synergieeffekte soll die Wohn- und Lebensqualität gesteigert werden, was auf Dauer verhindern soll, dass Menschen in die großen Ballungsräume abwandern. "Die Region hat keine Wirkung über das Land hinaus. Die Region muss attraktiver werden, um zum Beispiel Nachwuchskräfte anzulocken", sagt Kleemann. Und das nicht nur aus der Region selbst.

2 Welche positiven Effekte könnten konkret entstehen? Im Gespräch nennen Assenmacher und Kleemann viele Beispiele. Etwa den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der von der Stadt oder den Landkreisen vergeben wird. Das hat dann unter Umständen zur Folge, dass es zwischen benachbarten Orten keine Busverbindung gibt, weil sie in unterschiedlichen Landkreisen liegen. Ohnehin spielt das Thema Mobilität eine große Rolle für die Initiative (siehe auch Zusatztext). "Es fehlt an Gesamtplanung der Verkehrsströme", sagt Kleemann und spielt etwa auf die vielen Pendler an, die mit dem Auto nach Koblenz kommen und dadurch mit dafür sorgen, dass die Luftqualität sinkt. Assenmacher und Kleemann glauben, dass eine gebietsübergreifende Planung, die ÖPNV und mögliche Park-&-Ride-Plätze einschließt, hier zu einer Verbesserung der Situation beitragen könnte. Als anderes Beispiel nennt Assenmacher das Problem des in Koblenz knapp werdenden Wohnraums, das durch Angebote im (gut angebundenen) Umland gelindert werden könnte. Oder den Tourismus, der durch eine gemeinsame Vermarktung der in der Region liegenden Weinbaugebiete Mosel, Mittelrhein und Ahr profitieren könnte.

3 Was wurde bislang getan? Der Initiative geht es darum, Grenzen in den Köpfen abzubauen – geografische, historische und politische Grenzen. So wurden in den vergangenen Jahren viele Gespräche geführt. Die Initiative will die Basis für eine derartige Kooperation der Gebietskörperschaften schaffen. "Damit wir im Wettbewerb mit anderen Region bestehen können, ist es wichtig, dass wir zusammenarbeiten", sagt Assenmacher.

4 Wer sorgt dafür, dass es losgeht? Der Startschuss kann natürlich nicht von der Initiative ausgehen, da es sich bei ihr nur um einen Verein handelt. Assenmacher und Kleemann setzen viel Hoffnung in den künftigen Koblenzer Oberbürgermeister David Langner. "Wenn der Impuls aus Koblenz kommen würde, könnte es schnell gehen", sagt Assenmacher. Entscheidend wird dann sein, wer sonst noch mitmacht. "Wenn wir es schaffen würden, das Koblenz-Neuwieder Becken zusammenzubekommen, dann hätte das schon eine Strahlkraft", glaubt Kleemann. Ob am Ende vielleicht der gesamte, von der Initiative einbezogene ehemalige Regierungsbezirk Koblenz dabei ist, zu dem zum Beispiel auch die Landkreise Birkenfeld und Altenkirchen zählen, müsste sich zeigen.

5 Was gilt es zu beachten? Durch die Regiopolregion soll eine Win-win-Situation für alle beteiligten Gebietskörperschaften entstehen, sagt Assenmacher. Es gehe nicht nur um die Stärkung der Stadt Koblenz, betonen er und Kleemann immer wieder. "Es ist wichtig, dass es einen Prozess auf Augenhöhe gibt." Die Initiative sieht sich in diesem Prozess als Moderator. Kleemann glaubt, dass die Bereitschaft mitzumachen, in vielen Gemeinden inzwischen größer geworden ist. Assenmacher sieht es zum Beispiel als positiv an, dass die Stadt Mayen zum 1. Januar Mitglied der Initiative geworden ist.

6 Und was wären die ersten Schritte? Zu Beginn der Zusammenarbeit müssten die Beteiligten eine gemeinsame Geschäftsstelle eröffnen, erklärt Kleemann. Von dieser aus gelte es, ein gemeinsames Standortmarketing zu machen, mit dem man zeigt, welche Stärken die Region hat.

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
Wetter
Montag

5°C - 15°C
Dienstag

5°C - 16°C
Mittwoch

7°C - 19°C
Donnerstag

10°C - 22°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf