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Koblenz/Region

Integrierte Leitstelle in Koblenz koordiniert rund um die Uhr Rettungseinsätze

Wer in der Stadt Koblenz oder in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler und Cochem-Zell die Notrufnummer 112 wählt, landet in der integrierten Leitstelle Koblenz im Gebäude der Berufsfeuerwehr.

Acht Einsatzplätze der integrierten Leitstelle sind Tag und Nacht besetzt, um Menschen zu helfen.
Acht Einsatzplätze der integrierten Leitstelle sind Tag und Nacht besetzt, um Menschen zu helfen.
Foto: Winfried Scholz

Von unserem Mitarbeiter Winfried Scholz

An den acht rund um die Uhr besetzten Einsatzleitplätzen haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr rund 460 000 Telefongespräche geführt. In deren Folge rückten rund 44 500-mal Rettungsdienstfahrzeuge aus, um in akuten Notfällen Hilfe zu leisten. Es gab 5485 Einsätze der Feuerwehren, rund 66 700 Krankentransportfahrten und etwa 33 800 sogenannte sonstige Einsatzbearbeitungen, bei denen externe Stellen zuständig waren.

Tagsüber werden im Schnitt minütlich zwei Gespräche geführt. Nachts sind es alle drei Minuten ein Gespräch. Diese Zahlen nannte der Leiter des Koblenzer Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, Wolfgang Schröder, im Gespräch mit unserer Zeitung. Welche Fälle sind noch in besonderer Erinnerung? Wolfgang Schröder berichtet: "Der tragischste war der katastrophale Brand in Güls mit drei Toten. Beim letzten Telefonat – unsere Leute waren bereits unterwegs – sprach der Hausbesitzer noch vollkommen ruhig, ganz ohne Panik."

Glücklich endete dagegen ein anderes Ereignis. Eine junge, hochschwangere Frau wurde von ihrer Mutter zur Entbindung ins Krankenhaus gefahren. Entgegen aller Erwartungen hatte es der Nachwuchs besonders eilig. Die Frauen mussten auf einem Kaufhausparkplatz anhalten, den die Mutter vor Aufregung nur bruchstückhaft beschreiben konnte. Trotzdem gelang es dem Leitstellenpersonal, den richtigen Ort zu identifizieren. Ein Mitarbeiter gab der Frau telefonisch Anweisungen. Der Notarzt musste das Neugeborene schließlich nur noch abnabeln. Ansonsten waren Kind, Mutter und Großmutter wohlauf.

Der Feuerwehrchef berichtet, dass besonders nachts viele Menschen anrufen, die sich einsam fühlen. "Da müssen unsere Leute Fingerspitzengefühl und den richtigen Riecher haben. Überhaupt stehen die Mitarbeiter unter enormer psychischer Belastung. Sie müssen oft sekundenschnell Entscheidungen treffen, die Einfluss auf Gesundheit oder Leben von Menschen haben." So hatte ein Mann vielfach wegen Belanglosigkeiten angerufen. Einmal sagte er jedoch, dass es im Haus nach Qualm riecht. Schröder: "Die Feuerwehr ist ausgerückt. Tatsächlich brannte es in der Wohnung über dem Anrufer, und wir konnten den Bewohner in letzter Minute retten." Zu den 33 800 sonstigen Einsatzbearbeitungen und externen Zuständigkeiten gehören unter anderem Stromausfälle, gestörter Fernsehempfang, defekte Straßenbeleuchtungen, Ruhestörungen, Falschparker oder Ausfälle des ÖPNV. Schröder: "Alles, was dem Bürger auffällt, einfällt oder ihn ärgert." Das Verbrennen von Laub führt häufig zum Fehlalarm. Der Feuerwehrleiter weist darauf hin, dass Verbrennen von Laub, Holz oder Kartonagen angemeldet werden muss: "Der Beobachter aus einer gewissen Entfernung sieht nur die Rauchentwicklung und alarmiert in gutem Glauben die Feuerwehr. Zu einem Haus sind wir voriges Jahr zweimal ausgerückt. Der Laubverbrenner saß mit einer Flasche Bier vor dem Feuer und empfing unsere Leute mit den Worten: ‚Was wollt ihr den schon wieder. Ihr seid mir schon gestern auf den Wecker gefallen.’"

Für 512 000 Einwohner in der Stadt und in drei Landkreisen zuständig

In Rheinland-Pfalz gibt es zurzeit sechs integrierte Leitstellen (ILtS). Es sollen einmal acht sein. Zuständig sind sie als "Meldekopf" für den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz. Die Koblenzer ILtS ist Feuerwehreinsatzzentrale für die 15 Wehren der Stadt Koblenz und in Alarmstufe 1 zusätzlich für 280 freiwillige Feuerwehren in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler und Cochem-Zell. Außerdem erfolgt hier die Disposition des Rettungsdienstes in Koblenz und den drei Kreisen mit insgesamt rund 512 000 Einwohnern. Hierfür stehen 18 Rettungswachen, vier Notarztstandorte, 19 ständig besetzte Rettungswagen, 33 Krankentransportwagen, davon fünf Notfall-Krankentransportwagen, und der Rettungshubschrauber "Christoph 23" zur Verfügung. Acht Notärzte sind ständig im Einsatz. Die ILtS Koblenz verfügt über 27 Planstellen, einen Leiter, 24 Einsatzbearbeiter und zwei Systemadministratoren. Träger sind je zur Hälfte die Stadt Koblenz und das DRK. wfs

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