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Koblenz/Bendorf

Horchheim, Goldgrube, Bendorf: Neue Bahnhaltestellen sind geplant

Mehr Leute sollen auf die Bahn umsteigen – und dafür sollen elf neue Haltestellen im nördlichen Rheinland-Pfalz geschaffen werden. Drei davon liegen in Horchheim, zwischen Goldgrube und Rauental und in Bendorf.

In Horchheim wird eine Bahnhaltestelle an der Straßenüberführung Alte Heerstraße geplant – eine von insgesamt elf neuen Stationen im nördlichen Rheinland-Pfalz. SPNV, Bahn und Land wollen im Rahmen ihrer "Stationsoffensive" auch zwischen Goldgrube und Rauental und in Bendorf bauen.
In Horchheim wird eine Bahnhaltestelle an der Straßenüberführung Alte Heerstraße geplant – eine von insgesamt elf neuen Stationen im nördlichen Rheinland-Pfalz. SPNV, Bahn und Land wollen im Rahmen ihrer "Stationsoffensive" auch zwischen Goldgrube und Rauental und in Bendorf bauen.
Foto: Henry Tornow

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Nachdem der Bau des Schienenhaltepunkts Mitte nicht gerade erfreulich war – gerade wegen der rasant gestiegenen Kosten -, hätten wohl die wenigsten gedacht, dass in Koblenz in nächster Zeit ein neuer Bahnhaltepunkt entstehen könnte. Und doch wird genau dies zurzeit geplant, und das sogar an zwei Stellen: an den Bahngleisen zwischen Goldgrube und Rauental und in Horchheim. Außerdem könnte eine Station in Bendorf entstehen.

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV) – ein Zusammenschluss aus zwölf Kreisen, den Städten Koblenz und Trier und dem Land Rheinland-Pfalz – teilt auf RZ-Anfrage mit, dass an diesen drei Stellen neue Haltepunkte entstehen könnten:

  • in der Goldgrube auf Höhe der Follmannstraße,
  • in Horchheim an der Straßenüberführung Alte Heerstraße,
  • in Bendorf am Bahnübergang Rheinstraße.

Konkrete Planungen für diese möglichen Haltepunkte liegen noch nicht vor, bislang gibt es lediglich Machbarkeitsüberlegungen – aber, so Jan Olaf Heiland vom SPNV, immerhin "mit hoher Umsetzungswahrscheinlichkeit". In den nächsten fünf bis acht Jahren sollen die Stationen entstehen, wobei allerdings nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei der konkreteren Planung noch unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten, die noch mal einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

Die Standorte der drei möglichen Haltepunkte wurden vom SPNV und der Deutschen Bahn im Zuge einer landesweiten Stationsoffensive ermittelt. Mit insgesamt elf geplanten Haltestellen im nördlichen Rheinland-Pfalz will man mehr Fahrgäste gewinnen, ohne das Zug-Angebot erweitern zu müssen. Heißt: Die geplanten Stationen sollen zwar neu gebaut werden, aber an bestehenden Bahnlinien. Zusätzliche Züge müssten nicht fahren.

Die Wahl ist auf die Standorte in Koblenz und Bendorf gefallen, weil hier viele Menschen leben, Arbeits- und Bildungsstätten ebenso in der Nähe sind wie andere öffentliche Einrichtungen, so der Zweckverband. Auch der geschätzte Kostenaufwand für den Bau und die fahrplantechnische Machbarkeit haben eine Rolle gespielt.

Die neuen Haltepunkte sollen aus barrierefrei erreichbaren Bahnsteigen bestehen, außerdem gibt es jeweils einen Wetterschutz, einen Fahrkartenautomaten und eine automatische Reisendeninformation.

In Horchheim werden die Baukosten auf 1 Million Euro geschätzt, in Bendorf auf 1,5 Millionen. In der Goldgrube ist noch nicht klar, wie umfangreich der Bau wird, sodass es noch keine seriöse Kostenschätzung gibt. Hier ist auch eine Fußgängerüberführung angedacht, mit der Goldgrube und Rauental besser verbunden werden könnten.

Tatsächlich ist diese Station bereits seit einer ganzen Weile Thema in der Stadtverwaltung: Die Einrichtung wird als besonders sinnvoll angesehen – vor allem wegen der Nähe zum Verwaltungszentrum im Rauental. Hier arbeiten 10 000 Menschen, und Umfragen zufolge fahren 90 Prozent von ihnen mit dem Auto zur Arbeit.

Die Einrichtung einer Bahnstation in der Nähe könnte hier bewirken, dass deutlich mehr Personen mit dem Zug fahren und das Auto stehen lassen. Dass SPNV, Bahn und Land hier aktiv werden wollen, begrüßt die Stadt: "Der Haltepunkt Rauental besitzt gegenüber dem angedachten Haltepunkt Horchheim eine höhere Priorität. Beide Haltepunkte wären selbstverständlich wünschenswert."

Auch die Stadt Bendorf begrüßt den geplanten Bahnhaltepunkt an der Rheinstraße grundsätzlich sehr, dieser sei "ein wichtiger Anschluss an die Schieneninfrastruktur". Schon zwischen 2002 und 2004 gab es Überlegungen in Bendorf, einen Bahnhaltepunkt zu realisieren, eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben. Letztlich scheiterte das Vorhaben an der Finanzierung.

Bei der aktuellen Stationsoffensive könnte dies anders sein: Bahn und Land werden den Bau der Haltestellen komplett zahlen, kündigen sie an. Die Kommunen könnten allerdings für die Zuwegung und die Gestaltung des Umfelds finanziell herangezogen werden.

Aktuell werden dazu Gespräche geführt, so die Stadt Koblenz, und bis dahin ist erst einmal noch einiges offen: "Inwieweit die Stationsoffensive zu einer beschleunigten Realisierung beitragen kann, lässt sich momentan nicht sagen, da noch etliche grundsätzliche Fragen zu klären sind."

Koblenz
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