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    Gülser Eltern streiten mit Stadt: Ist der Schulweg ihrer Kinder "besonders gefährlich"

    Wann ist ein Schulweg nur "normal gefährlich", und wann ist er "besonders gefährlich"? Darüber sind Eltern aus Güls und das Schulverwaltungsamt unterschiedlicher Meinung. Die Eltern wehren sich dagegen, dass ihren Kindern, die die Bischöfliche Realschule besuchen, zugemutet wird, zu Fuß zur Schule zu gehen.

    Bis zu den Sommerferien war das kein Thema, die Stadt hat die Fahrtkostenzuschüsse bezahlt. Doch jetzt muss sie das Landesrecht umsetzen. Und das sieht vor, dass Kinder und Jugendliche, die weiterführende Schulen besuchen, erst dann eine Buskarte bezahlt bekommen, wenn der Weg weiter als vier Kilometer oder eben "besonders gefährlich" ist (die RZ berichtete).

    Der Weg, den die Stadt als Schulweg definiert, ist kürzer als vier Kilometer: Die Kinder gehen über die Gülser Brücke, durch den Unterbreitweg, ein Stück die Beatusstraße entlang und biegen dann in die Johannes-Junglas-Straße ein. Bei einer Ortsbegehung, zu der die Eltern Vertreter des Schulverwaltungsamtes, der Polizei, der Politik und der Unfallkasse eingeladen hatten, zeigt sich aber: Zumindest Teile des Weges sind sehr schlecht beleuchtet. Ob sie deshalb als "besonders gefährlich" eingestuft werden, soll jetzt geprüft werden.

    Schon die Gülser Brücke stellt aus Sicht der Eltern ein Problem dar: Rad- und Rollerfahrer fahren hier, obwohl sie es nicht dürfen, im Winter ist nicht gestreut. Gravierender aber wird es noch im Unterbreitweg: Einen Bürgersteig gibt es nicht, und immer wieder fahren Autos durch den schmalen Weg, der nur schwach beleuchtet ist. Ebenso ist es in der Johannes-Junglas-Siedlung: Es gibt einige Straßenlampen - "aber die sind seit sieben Jahren kaputt", sagt eine Mutter. Und ein Stück des Weges ist gänzlich unbeleuchtet.

    Es gibt zwei Kriterien, nach denen ein Weg als besonders gefährlich eingestuft werden kann, erläutert Werner Zorn, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Koblenz 1: Es kann eine Häufung von Straftaten oder Sittlichkeitsdelikten geben oder der Weg kann aus verkehrlicher Sicht besonders gefährlich sein. Ersteres sei nicht gegeben. "Wie auch?", sagt eine Mutter. "Bisher war es ja kein Schulweg. Aber wenn Sie sich diesen dunken Weg hier anschauen: Hier kann man doch kein Kind allein gehen lassen!"

    In einem ersten Gutachten hatte die Polizei, die vom Schulamt zur Beurteilung der Wege immer um Rat gefragt wird, den Weg auch in verkehrlicher Hinsicht als nicht besonders gefährlich eingestuft. "Das Urteil eines Kollegen habe ich aber revidiert", sagt Werner Zorn, der den Weg vor 14 Tagen allein und jetzt noch einmal gemeinsam mit den Eltern abgegangen ist. "Aus meiner Sicht sind zumindest Teile des Weges nicht als Schulweg geeignet."

    "Wir prüfen das jetzt so schnell wie möglich", sagt Josef Hehl, Leiter des Schulverwaltungsamtes den Eltern zu. Die hoffen auf eine Entscheidung in ihrem Sinn. "Denn so dunkel wie es jetzt morgens ist, kann man die Kinder nicht mehr mit dem Rad fahren, geschweige denn zu Fuß gehen lassen", sagen Susanne Hendgen und Bärbel Rosner. Zumindest für die Wintermonate müsse eine andere Lösung her.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Stadt Koblenz muss nun doch Fahrtkosten für Gülser Schüler zahlenGülser Kinder müssen weiter zu Fuß zur Schule gehenWann ist ein Schulweg "besonders gefährlich"? Gülser Eltern streiten sich mit der Stadt
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