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Koblenz

Enthaupteter Obdachloser: Polizei hofft nach TV-Beitrag auf Zeugen

Im Fall des in Koblenz ermordeten Obdachlosen Gerd Michael Straten hat die Polizei einen weiteren Zeugenaufruf gestartet – diesmal über das Fernsehen. In der TV-Sendung „Kriminalreport“ des Südwestrundfunks (SWR) wird am Montagabend über den Mordfall berichtet.

Gerd Michael Straten.
Gerd Michael Straten.
Foto: Polizei

Die Polizei erhoffe sich von der Sendung neue Zeugen, wie sie in einem Tweet mitteilte. Gesucht sind vor allem Menschen, die den Hauptfriedhof in Koblenz häufig besuchen oder wissen, welche Gelegenheitsjobs der getötete Gerd Michael Straten gehabt haben könnte. Insbesondere sucht die Polizei immer noch nach einem Mann mit längeren Haaren, der am Abend vor der Tat im Bereich des Pulverturms ein Fahrrad geschoben haben soll. Außerdem einen dunkel gekleideten Mann, der am gleichen Tag morgens und abends im Bereich einer am Friedhof vorbeiführenden Straße gesehen wurde.

Der Obdachlose war am 23. März 2018 tot auf dem Koblenzer Hauptfriedhof gefunden worden, sein Kopf war abgetrennt. Bisher hat die Polizei 1250 Spuren ausgewertet, der entscheidende Hinweis fehlt allerdings noch.

Die Chronologie im Mordfall

Das wissen wir über das Verbrechen:

22. März: Gerd Michael Straten wird am Abend das letzte Mal lebend gesehen, am Saarplatz.

23. März: Am Nachmittag, gegen 14.30 Uhr, wird seine Leiche gefunden, und zwar in der Batterie Hübeling auf dem Hauptfriedhof.

26. März: Die Polizei informiert in einer Pressemitteilung die Öffentlichkeit über das Verbrechen. Es deute darauf hin, dass es sich um einen gewaltsamen Tod handele, wird vorsichtig formuliert. Die Soko Hauptfriedhof nimmt ihre Arbeit auf.

28. März: Aus Gerüchten wird grausame Wahrheit: Die Polizei bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass der Getötete enthauptet wurde. Erst später wird auch mitgeteilt, dass der Fundort der Tatort ist und der abgetrennte Kopf – entgegen anderslautender Gerüchte) in der Nähe des Körpers lag.

29. März: Die Polizei informiert in einer Pressekonferenz über den Mordfall, der „außergewöhnlich brutal und menschenverachtend“ gewesen sei, so Oberstaatsanwalt Rolf Wissen. Über den Menschen Straten weiß man nun ein bisschen mehr: Er stammte aus Köln, kam 1979 nach Koblenz und führte in der Altstadt von 1986 bis 1997 ein Geschäft, in dem er Kunst und Bilderrahmungen anbot. Danach war er weitgehend wohnungslos, kampierte regelmäßig in dem Gebäude auf dem Friedhof, in dem er tot gefunden wurde.

31. März: Mit Flugblättern gehen Beamte der Polizei auf Anwohner in Friedhofsnähe und auf Passanten zu. Sie suchen mögliche Zeugen, die mehr über den sehr zurückgezogen lebenden 59-Jährigen und über mögliche Hintergründe für die Tat sagen können.

16. April: 700 Hinweise sind bisher eingegangen, so die Polizei, aber noch gibt es keine heiße Spur.

8. Juni: Die Soko wendet sich mit neuen Fragen an die Öffentlichkeit. So geht es unter anderem um einen Streit Stratens mit einem dunkelhäutigen Mann mit Rastalocken und roten Schuhen im August 2017 am Bahnhof und um zwei Männer, die in den Tagen rund um den Mord in der Nähe des Pulverturms waren.

23. Juni: Drei Monate nach dem Mord hat die Soko rund 1000 Zeugen befragt. Und sie arbeitet unvermindert intensiv an dem Fall. Eine richtig heiße Spur gibt es aber derzeit nicht. 

Koblenz
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