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Koblenz-Altstadt

Einweihung: Koblenz hat jetzt einen Gebrüder Dommermuth-Weg

Seit Samstag heißt die neue Gasse zwischen Gemüsegasse und Münzstraße Gebrüder-Dommermuth-Weg. Die feierliche Enthüllung des Straßenschildes wurde von einem Fest begleitet.

Von Reinhard Kallenbach

Das wurde vor allem Mitglieder der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft (GKKG) gestaltet. Denn die Brüder waren einst die bekanntesten Akteure ihres Vereins.

Jupp, Leo und Peter Dommermuth waren Büttenredner, Liedersänger und Mundart-Interpreten. Jupp und Peter waren außerdem Vizepräsidenten, Präsidenten und Prinzen ihres Vereins. In seiner kleinen Ansprache erinnerte Manfred Gniffke, einst direkter Nachfolger von Peter Dommermuth im Präsidentenamt, an die Art und Weise, wie die posthum Geehrten urwüchsigen Karneval mit Herz feierten und ihrem ursprünglichen Lebensmittelpunkt, der Koblenzer Altstadt, verbunden blieben.

Petra Schreiber, Tochter von Peter Dommermuth, bedankte sich für die besondere Würdigung der Familie Dommermuth.
Petra Schreiber, Tochter von Peter Dommermuth, bedankte sich für die besondere Würdigung der Familie Dommermuth.
Foto: Reinhard Kallenbach

Manfred Gniffke bedauerte, dass man den Brüdern nicht schon zu Lebzeiten eine Straße gewidmet hat. Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig nahm den Hinweis auf und kündigte an, sich ernsthaft damit zu befassen, wenn Gniffke mit 80 plus immer noch dem Stadtrat angehört. Zu den Rednern gehörten auch Nachkommen der Geehrten: Petra Schreiber, Tochter von Peter Dommermuth, und Dieter Rüttgers, Neffe von Jupp Dommermuth.

Jupp Dommermuth war der älteste der drei Brüder. Er wurde am 31. Oktober 1908 als Sohn und erstes Kind der Eheleute Andreas und Johanna Dommermuth geboren. Es folgten die Geschwister Elisabeth und Luzia, die Zwillinge Leo und Hans (geboren am 4. März 1920) sowie der jüngste Bruder Peter (22. September 1926). Die Kinder wuchsen in der Weißer Gasse auf.

Nach dem Besuch der Volksschule erlernte Jupp den Beruf des Vaters, der in der Weißer Gasse eine Schreinerei betrieb. Doch seine große Leidenschaft war es, Menschen zu unterhalten. 1934 begann Jupp seine erste Deutschland- Tournee als Humorist, von 1936 bis 1941 war er in ganz Deutschland und in Luxemburg erfolgreich unterwegs. Der Krieg war jedoch eine schreckliche Zäsur. Im Russlandfeldzug wurde 1943 Jupp schwer verwundet, er erlitt eine Gesichtsverletzung im Bereich des Mundes und des Unterkiefers.

1946 kehrten die Dommermuths in die zerstörte Koblenzer Altstadt zurück und widmeten sich dem Neuanfang der „Gruußen“. 1950 wählte der Stadtrat Jupp zum Bürgermeister des Weindorfs, was er bis zu seiner Amerika-Tournee 1955 blieb. Bereits zwei Jahre zuvor war er Prinz seiner Vaterstadt Koblenz geworden.

Die Gasse zwischen Gemüsegasse und Münzstraße hat nun einen Namen.
Die Gasse zwischen Gemüsegasse und Münzstraße hat nun einen Namen.

Nach dem Tod von Jupp am 12. Februar 1961 traten die Brüder Leo und Peter mit viel Erfolg als Gesangsduo weiterhin auf. Leo, der schließlich in Frankfurt lebte, ließ es sich nicht nehmen, mit seinem Bruder Peter die Vorträge zu schreiben und zu üben. Er komponierte Lieder, schrieb die Texte dazu und begleitete sich und seinen Bruder auf der Gitarre. Am 7. Dezember 1975 starb Leo nach langer schwerer Krankheit.

Peter übernahm 1963 bei der Großen das Amt des Vizepräsidenten. Im Jubiläumsjahr 1968 wurde Peter Prinz seiner Heimatstadt Koblenz. 1973 wurde er Präsident der Großen und übte dieses Amt erfolgreich bis ins Jahr 1991 aus. Peter Dommermuth starb am 17. November 2000 nach kurzer Krankheit.

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