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    Ein 100 Jahre altes Koblenzer Monument: Die Geschichte des Barbara-Denkmals (1)

    Als das Barbara-Denkmal im Frühjahr 2015 wieder in voller Pracht am Koblenzer Friedrich-Ebert-Ring zu bestaunen war, wurde ein Stück Vergangenheit lebendig. Die Geschichte des historischen Bauwerkes beginnt vor mehr als einhundert Jahren.

    Von Anton Steer

    Die Entstehungszeit des Barbara-Denkmals führt uns unmittelbar zu den Friedensjahren der Wilhelminischen Epoche, genauer gesagt zu den Jahren 1890 bis 1913. Diese Zeit war in Deutschland einerseits von wirtschaftlichem Aufbruch und Wachstum, vom Optimismus vieler Menschen und von den ersten Mitbestimmungs- und Bürgerrechten geprägt, aber auch von einer starken Autoritätsgläubigkeit. Die Avantgarde allerdings empfand den Geist dieser Zeit als althergebrachten Muff. Sie wollte das ganze Land und die Kunst neu erfinden. Dabei entwickelten sich auch Strömungen, die sich als kontraproduktiv erweisen sollten und mit den Begriffen Nationalismus, Imperialismus und Militarismus nur unzulänglich beschrieben sind.

    Am 6. Oktober 1907 wurde das Barbara-Denkmal enthüllt. Die Zeremonie war in ein dreitägiges Fest mit Gottesdiensten in der Christuskirche und in St. Kastor eingebettet. Die Anteilnahme der Koblenzer war groß.
    Am 6. Oktober 1907 wurde das Barbara-Denkmal enthüllt. Die Zeremonie war in ein dreitägiges Fest mit Gottesdiensten in der Christuskirche und in St. Kastor eingebettet. Die Anteilnahme der Koblenzer war groß.
    Foto: Archiv Rolf Pfeiffer

    In dieser Zeit hat die Stadt Koblenz eine der stärksten Phasen ihrer Entwicklung erlebt. Die eindrucksvollen Schilderungen jener Jahre, so zum Beispiel in der Abhandlung "Das preußische Koblenz" von Jürgen Herres, zeigen eine große Dynamik, die eine der Voraussetzungen auch für die Errichtung des Barbara-Denkmals im Jahr 1907 war. Damals blühte auch ihre Wirtschaft. Es gab bereits etwa 3.700 selbständige Betriebe im Bereich Handel, Gewerbe und Verkehr, die etwa 10.000 Menschen beschäftigten.

    Daneben waren das Oberpräsidium und das Armee-Oberkommando zusätzliche Impulsgeber. Die Einwohnerzahl war auf circa 50.000 Personen angewachsen, davon etwa zehn Prozent Soldaten. Die Entwicklung als Fremdenverkehrsstadt ging stetig nach oben. Die Trinkwasserversorgung wurde zu dieser Zeit ausgebaut. Die medizinische Versorgung wurde dank kirchlich-privater Initiativen erheblich verbessert. Darüber hinaus nahm die Anteilnahme der Bürger am politischen und gesellschaftlichen Leben permanent zu. Die Neugründung von Vereinen und die Mitgliedschaften bei Verbänden stiegen deutlich an. Die Anzahl der Zeitungen war überdurchschnittlich für Städte dieser Größe.

    Diverse Einzelteile werden am neuen Standort des Barbara-Denkmals angeliefert.
    Diverse Einzelteile werden am neuen Standort des Barbara-Denkmals angeliefert.
    Foto: Anton Steer

    Deutlich sichtbar – und für das Thema von besonderer Bedeutung – ist die städtebauliche Entwicklung von Koblenz in dieser Periode. In jener Zeit, in der das Barbara–Denkmal entstand, wurde ab 1890 der ehemalige Festungsmauerring zu einer wahren Prachtstrasse – dem Kaiser-Wilhelm-Ring, dem heutigen Friedrich-Ebert-Ring – umgebaut. Neben einer Anzahl ästhetisch ansprechender Häuser, wurden dort auch die evangelische Christuskirche, das OPD-Gebäude, das Allianzhaus und am Ende dieser Kopfstraße die prächtige Festhalle geschaffen. Ihr gegenüber wurde in diesem Ensemble das Barbara-Denkmal errichtet. Diese unvollständige Aufzählung vermittelt eine vage Vorstellung davon, wie schön sich Koblenz damals entwickelte.

    Die Artilleristen als Stifter

    Das Denkmal wurde von den Offizieren und Veteranen des Feldartillerieregiments 8 zum Gedenken an ihre in den Einigungskriegen von 1866 und 1870/71 gefallenen Kameraden gestiftet. Zum Zeitpunkt seiner Errichtung trug es den Namen "Feldartillerie-Regiment von Holtzendorf (1. Rheinisches) Nr 8". Die wesentlichen Teile des Regiments lagen von 1820 bis 1880 in Koblenz, bis es dann modernisiert und umgegliedert und neu aufgeteilt nach Köln, Saarlouis, Jülich und Metz verlegt wurde.

    Die Geschichte der Artillerie in Koblenz begann im frühen 19. Jahrhundert. Damals wurde das Generalkommando des achten Armeekorps dort stationiert, das dann aus dieser Stadt eine starke Artillerie-Garnison machte. Den Kern bildete dabei das Feld-Artillerieregiment 8. Dieses Regiment, meist bestehend aus bürgerlichen Offizieren und Soldaten, war bei den Koblenzer Bürgern – nach allem was man so weiß – nicht nur wegen seiner Hochwasserhilfen sehr beliebt. Entsprechend schwer fiel der Abschied auf beiden Seiten. Die Bürger vermissten ihre Soldaten, die Soldaten ihre schöne und vertraute Garnison, in der sie sich so wohlgefühlt hatten und sie dann auch als Veteranen in guter Erinnerung behalten haben.

    Oktober 2014: Die Bauarbeiten am Fundament des Barbara-Denkmals werden begonnen.
    Oktober 2014: Die Bauarbeiten am Fundament des Barbara-Denkmals werden begonnen.
    Foto: Anton Steer

    Wie man der Regimentschronik von Heinz Sommerbrodt entnehmen kann, trafen sich die Angehörigen dieses Regiments im Jahr 1902 in Köln mit der Absicht, eine Möglichkeit zu finden, ihren in den Kriegen gefallenen Kameraden durch die Errichtung einer Gedenkstätte ein Andenken zu bewahren. Als Standort wurde einhellig ihre ehemalige Garnisonstadt Koblenz ausgewählt. Auch in der Stadt stieß der Gedanke auf breite Zustimmung. Es wurde alles getan, um die Umsetzung dieser gemeinsamen Absicht zu ermöglichen.

    So fand unter anderem die Akquisition von Geld eine breite Unterstützung in der Bevölkerung, und auch die Stadt trug zum Gelingen dadurch bei, dass sie ein Grundstück zur Verfügung stellte und die Ausschreibung eines überregionalen Wettbewerbes veranlasste. Nach einer langen Prozedur, an der sich der Stadtrat, die "Coblenzer Zeitung" und die Öffentlichkeit rege beteiligten, gewann der Entwurf des renommierten Bildhauers Georg Schreyögg den Wettbewerb. Vom 5. bis 7. Oktober 1907 fand schließlich eine große Enthüllungsfeier mit anschließendem Bürgerfest statt. Die Koblenzer waren stolz auf "ihr" Denkmal. Es wurde weit über die Rheinprovinz hinaus bekannt.

    Das Denkmal, der vergessene Schatz

    Im Jahr 1956 wurde das Denkmal abgebaut. Der Grund dafür war die neue Verkehrsplanung im Zusammenhang mit der Pfaffendorfer Brücke. Der Abbau des Denkmals und die Transporte in die verschiedenen Lager gingen nicht immer sach- und fachgerecht vonstatten. Mit Lastkraftwagen wurden die Teile des Denkmals durch Koblenz transportiert, an den jeweiligen Lagerstätten einfach entsorgt und dadurch schwer beschädigt. Einige Teile verschwanden ganz, darunter die Köpfe der Skulpturen. Die Rhein-Zeitung titelte am 9. März 1956: "Auch Sankt Barbara jetzt im städtischen Schmollwinkel."

    Eines Tages fanden sich Teile des Denkmals auf dem Parkplatz vor der Gneisenau-Kaserne in Horchheim wieder. Daraus entstand dann eine der vielen Bemühungen, das Denkmal wieder zu errichten, darunter auch ein humoriger Dialog zwischen dem Vizepräsidenten des damaligen Bundeswehr-Beschaffungsamtes und dem Brigadekommandeur. Beide wollten helfen, das Denkmal wieder herzustellen.

    Der obere Teil der Barbara-Statue wird aufgesetzt.
    Der obere Teil der Barbara-Statue wird aufgesetzt.
    Foto: Anton Steer

    Am 20. April 1983 berichtete die Rhein-Zeitung dazu unter der Überschrift "Die alte Liebe zur Barbara neu entflammt", dass der Vizepräsident des BWB an den Brigadekommandeur unter anderem schrieb: "Eine ehrenwerte Dame veranlasst mich zu diesem Schreiben. Besagte Dame verfügt über ein stattliches Alter, befindet sich im Geruch der Heiligkeit und ist zudem kopflos. Es handelt sich um die heilige Barbara, die zurzeit in zahlreichen Einzelteilen vor der Gneisenau Kaserne liegt."

    Es folgte dann eine Schilderung des trostlosen Zustandes und die Bitte um Hilfe. Der Brigadekommandeur antwortete im gleichen Stil: "Der Dame Barbara kann geholfen werden, damit sie wieder in den Vollbesitz ihrer Glieder und sogar ihres Kopfes kommt. Wir werden gerne behilflich sein, die Teile des Denkmals durch die Bergegruppe der Instandsetzungs-Kompanie aufnehmen lassen (...) und dann pfleglich und liebevoll die Teile auslegen, registrieren. (...)"

    Rettung der Teile vor dem Verfall war schwierig

    Wie bekannt, ist selbst damals aus der Wiedererrichtung aus verschiedenen Gründen nichts geworden, unter anderem weil die Bundeswehr ebenso wie die Stadt kein Geld dafür hatte. Schließlich befanden sich die noch vorhandenen Teile des Denkmals, bis Anfang 2012 in Einzelstücke zerlegt, im städtischen Steinlager Wallersheim. Die Rettung dieser Teile vor dem gänzlichen Verfall war schwierig. Einige Denkmalelemente fehlten, die Köpfe der Figuren "Krieg" und "Frieden" waren zunächst verschollen, der Kopf der heiligen Barbara blieb bis heute verschwunden.

    Im Laufe der Jahre blieb aber das Wissen um das zerlegte Denkmal, bis dann im Jahr 2010 das "Drama" bei der Barbarafeier erneut thematisiert und erste Überlegungen zur Wiedererrichtung angestellt wurden. Eine Besichtigung zeigte, dass diese Teile es noch wert waren, geborgen zu werden. Außerdem stand für die Initiatoren fest, dass die Artilleristen, die ihrer Garnison Koblenz über Jahrzehnte hinweg treu geblieben waren, es verdient haben, dass ihr auch kunsthistorisch wertvolles Denkmal vor dem völligen Verfall und dem endgültigen Vergessen bewahrt wird.

    Die neue Initiative

    Da alle bisherigen Versuche zur Wiederherstellung des Denkmals gescheitert waren, musste ein neues Konzept entwickelt werden. Bereits im ersten Denkansatz wurde klar, dass allein schon der kulturelle Anspruch und die Geschichte der Garnisonstadt Koblenz es geboten, das Denkmal wieder zu errichten. Es wurde aber auch deutlich, dass es einer großen Anstrengung bedarf, um das sehr komplexe Projekt realisieren zu können und dabei ohne öffentliche Haushaltsmittel auskommen zu müssen. Demnach galt es viele großzügige Spender und Sponsoren zu finden, um den ermittelten Finanzbedarf von circa 200.000 Euro decken zu können.

    Eine kleine Gruppe aktiver Helfer fand sich zusammen und entwickelte erste Initiativen, denn es mussten folgende Maßnahmen ergriffen werden: Unterrichtung der Öffentlichkeit, Geldbeschaffung, Gründung eines Fördervereines, Gemeinnützigkeit beim Finanzamt erwirken, Bergung und Restaurierung aller Denkmalteile einleiten und schließlich auch eine kostenfreie Lager- und Bearbeitungsstätte besorgen. Außerdem war ein Leihvertrag mit der Stadt abzuschließen, der dem zu gründenden Verein volle Handlungsfreiheit in der Durchführung des Vorhabens zusicherte. Die daraus sich ergebende wichtigste Folgerung war, so rasch wie möglich einen Verein zu gründen, dem die Wiedererrichtung des Denkmals endgültig gelingen sollte.

    Das ursprüngliche Barbara-Denkmal (anno 1910) am östlichen Ende des Friedrich-Ebert-Rings. In der Mitte die heilige Barbara als Schutzpatronin der Artillerie und Feuerwerker sowie zwei Plastiken, die Krieg und Frieden symbolisieren.
    Das ursprüngliche Barbara-Denkmal (anno 1910) am östlichen Ende des Friedrich-Ebert-Rings. In der Mitte die heilige Barbara als Schutzpatronin der Artillerie und Feuerwerker sowie zwei Plastiken, die Krieg und Frieden symbolisieren.
    Foto: Stadtarchiv Koblenz

    Am 31. März 2011 wurde der Verein "Freunde und Förderer Barbara-Denkmal e.V." mit 15 Mitstreitern aus der Taufe gehoben. In seiner Satzung wurde die Wiederherstellung des Barbara-Denkmals als Vereinszweck festgeschrieben. Heute hat der Verein circa 90 Mitglieder. Eine Ermutigung erfuhr er, als der Kulturdezernent und der Baudezernent der Stadt bei einer Besprechung am 28. Februar 2011 das Konzept mitzutragen versprachen und ihre volle Unterstützung zusagten. Diese bekam der Verein auch vom Standortältesten der Bundeswehr, der das Vorhaben zum "Dienstlichen Interesse" einstufte.

    Um die Jahreswende 2011/2012 wurde dem Verein eine großartige Starthilfe dadurch zuteil, dass eine Transportfirma alle Teile des Denkmals geborgen und in eine Halle der Falckenstein-Kaserne überführt hat. Auch die Suche nach den verschollenen Köpfen gestaltete sich schwierig, aber die Köpfe von "Krieg" und "Frieden" konnten schnell gefunden werden. Nach einer "Irrfahrt" durch einen Vorgarten in Spay waren diese im Mittelrhein-Museum gelandet. Nach längeren Verhandlungen mit der Museumsleitung gelang es, diese Köpfe zu bekommen. Daraufhin wurde die Restaurierung der beiden Skulpturen mit Vorrang vorangetrieben, was – trotz erheblicher Beschädigungen – noch in den Jahren 2012 beziehungsweise 2013 abgeschlossen werden konnte.

    Sammeln von Spendengeldern 

    Da die Kostendeckung ausschließlich über Spenden von Geld- und Dienstleistungen erfolgen musste, blieb deren Akquisition von Anfang an die schwierigste Aufgabe. Der Verein hatte von vornherein die Lage ganz realistisch einzuschätzen, dass auf der Prioritätenliste möglicher Spender soziale Aufgaben ganz oben stehen, gefolgt vom Karneval, während das Denkmal wohl unter "ferner liefen" eingeordnet sei. Die entsprechenden Bemühungen wurden deshalb auf breiter Front angesetzt und haben viele, eigentlich unerwartet erfreuliche Erfahrungen mit den Koblenzer Bürgern und Firmen gebracht: Alt und Jung spendete spontan, wenn sie über die Zielsetzung des Vereins unterrichtet worden waren.

    An Geldspenden hat der Verein auf diese Weise circa 25 Prozent der Summe, die insgesamt eingenommen wurde, vom "kleinen Sparer" bekommen, was eine hohe Anerkennung verdient. Weitere 25 Prozent haben die Mitglieder unseres Vereins aus eigener Tasche aufgebracht und 15 Prozent spendeten auswärtige Großfirmen wie Diel und Rheinmetall. Den größten Beitrag, nämlich 35 Prozent der Geldspenden, leisteten schließlich zwei Koblenzer Finanzinstitute (Sparda und Sparkasse).

    Ebenso Großartiges leisteten die Sponsoren mir ihren Dienstleistungen. Von der Bergung der Denkmalteile durch die Firma Hack, über die Bereitstellung einer Lager-/ Arbeitshalle für vier Jahre durch die Bundeswehr, bis hin zur Planung und Bauaufsicht durch die Architekten Stefan Musil und Alexander von Canal sowie der Arbeitsleistung beziehungsweise Maschinengestellung durch mehrere Koblenzer Baufirmen (Schulz, Deisen, Roth, Kann).

    Das Barbara-Denkmal kann bald wieder aufgestellt werden: Restauratoren, hier Bildhauerin Steffi Pung, haben den Kopf der Statue nachgebildet.
    Das Barbara-Denkmal kann bald wieder aufgestellt werden: Restauratoren, hier Bildhauerin Steffi Pung, haben den Kopf der Statue nachgebildet.

    Hervorgehoben werden muss schließlich, dass die Stadt mit ihrem frühzeitigen Beschluss vom 28. Februar 2012 nicht nur dem Verein einen Teil des Grünstreifens in der Mitte des Friedrich-Ebert-Ringes (an der Kreuzung mit der Hohenzollernstraße / Viktoriastraße, gegenüber der Christuskirche) als Aufstellungsort zugewiesen, sondern auch gegenüber ihren Bürgern ein Zeichen gesetzt hat. Damit konnte das Denkmal wenige hundert Meter entfernt vom ursprünglichen Standort wiedererrichtet werden.

    Die Restaurierung

    2011 konnte der Diplom-Restaurator und Steinmetzmeister Olaf Pung gewonnen werden, der zusammen mit seiner Frau – einer Bildhauerin – die Hauptlast der Restauration des Denkmals getragen hat. Der "Frieden" war schon seit dem Sommer 2012 restauriert und im Nord-Ost-Rondell des Schlossvorgartens aufgestellt worden. Die Figur "Krieg" war seit Sommer 2013 in der Falckenstein-Kaserne bis zum Abschluss der Instandsetzung der weiteren Teile des Denkmals aufgestellt.

    Die Figur der heiligen Barbara hatte die meisten und schwersten Beschädigungen davongetragen. Ihr fehlten – neben dem Kopf – erhebliche Teile des Oberkörpers, der Märtyrerpalme, des rechten Armes und des Kanonenrohres. Das alles musste vollkommen neu angefertigt werden. Die Beschaffung eines großen Kalksandstein-Quaders wurde erforderlich, um den Kopf Barbaras neu herstellen zu können, was anhand alter Fotos auch meisterhaft gelang.

    Parallel zur Wiederherstellung der Figuren wurden die übrigen Teile des Brunnendenkmals wieder hergestellt. Der Sockel und die Brunnensäule wurden mühsam aus den zum Teil zersplitterten Einzelteilen wieder zusammengesetzt. Dabei galt es, zunächst alle geborgenen Originalteile zu verwenden. Ein Teil der Beschädigungen werden jedoch erkennbar bleiben, was aber auch zur Geschichte des Denkmals gehört.

    Die ehemalige Brunnenfunktion, die in dem Denkmal integriert war, wurde bei dem Aufbau zwar angelegt, aber aus finanziellen Günden nicht fertig ausgebaut und in Betrieb genommen. Dies legte der Leihvertrag mit der Stadt fest, weil hierzu nicht das Geld zur Verfügung stand, um die Brunnenfunktion in den kommenden Jahren zu unterhalten. Auf Wunsch des Denkmalschutzes wurden aber die Zu- und Abflussrohre in das Fundament gelegt, sodass später einmal die Möglichkeit besteht, diese Funktion wieder in Gang zu setzen. Außerdem wurden im Inneren des Denkmalkörpers Zuflussleitungen bis zu den Ausflussstellen gelegt. Die ehemalige Brunnenwanne wird derzeit nicht ausgebaut. Sie könnte jedoch im gegebenen Falle schnell wieder hergestellt werden.

    Offizielle Einweihung

    Das Denkmal wurde im Dezember 2014, vier Jahre nach Beginn der professionellen Bergungs- und Restaurierungsmaßnahmen, wieder errichtet. Die Sponsorenfirmen hatten im Oktober 2014 mit dem Bau des Fundaments begonnen und die Arbeiten pünktlich zur Barbara-Feier am 4. Dezember 2014 mit dem Setzen der drei Figuren abgeschlossen. Am 20. März 2015 fand die zweite "Einweihung" statt, verbunden mit der Rückgabe des Denkmals an die Stadt. Dazu wurden auch die Koblenzer Bürger eingeladen.

    Die Szenerie erinnerte fast an die erste Enthüllung am 6. Oktober 1907, doch wurde der Wiederaufbau des Barbara-Denkmals ein gutes Stück weiter westlich gefeiert: Vor der Christuskirche hat das Mahn- und Denkmal seinen endgültigen Standort gefunden.
    Die Szenerie erinnerte fast an die erste Enthüllung am 6. Oktober 1907, doch wurde der Wiederaufbau des Barbara-Denkmals ein gutes Stück weiter westlich gefeiert: Vor der Christuskirche hat das Mahn- und Denkmal seinen endgültigen Standort gefunden.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Das Erreichen des Vereinszwecks ist besser und schneller als erwartet vonstatten gegangen. Nur durch die solidarische Mitwirkung vieler Koblenzer Bürger war dies möglich. Unser Konzept hat sich bewährt, wobei die moralische Unterstützung durch die Stadt außerordentlich hilfreich war. Die Spenden durch die Bürger und durch die beiden Finanzinstitute haben entscheidend geholfen. Die Bereitschaft von Baufirmen, die Baumaßnahmen zur Errichtung des Denkmals zu übernehmen, war eine herausragende, besonders wichtige Sponsorenleistung.

    Nicht zuletzt haben sowohl das Architektenbüro, das den Plan erstellt hat und der leitende Architekt in der Bauaufsicht, als auch die Zuarbeit vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter dazu beigetragen, dass das Projekt des Vereins hat verwirklicht werden können. Schließlich ist auch der engen Zusammenarbeit zwischen Vereinsvorstand und dem überaus professionellen Restaurator-Ehepaar das Gelingen des Projekts zu verdanken.

    Das Denkmal ist vor allem zur Freude der Koblenzer Bürger (und natürlich der heiligen Barbara) wieder errichtet worden. Der Verein ist sich sicher, dass es auch ein Anziehungspunkt für Touristen werden wird, denn: Denkmäler machen Geschichte bewusst! Weiterlesen

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