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Koblenz

Debattier-Wettbewerb: Jugendliche diskutieren über das Fahrverbot

Allergien, Asthma und andere Atemwegsbeschwerden – das sind die Folgen der Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge. So argumentierte Jakob Artmann, Schüler am Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz, in seinem Plädoyer für ein Fahrverbot in deutschen Innenstädten. Ganz anders sah das seine Gegenrednerin Luna Mono vom Kant-Gymnasium Boppard. Ihr Appell: Der Verbraucher müsste in der Debatte berücksichtigt werden. „Die Autofahrer, die sich noch vor wenigen Jahren legal und ohne Hintergedanken ein Dieselfahrzeug gekauft haben, dürfen nicht Leidtragende der Entscheidung werden!“

Jakob Artmann zeigte Dieselautos die rote Karte: Beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ sprach er sich für Fahrverbote in deutschen Innenstädten aus. Luna Mono hingegen vertrat die Gegenseite.
Jakob Artmann zeigte Dieselautos die rote Karte: Beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ sprach er sich für Fahrverbote in deutschen Innenstädten aus. Luna Mono hingegen vertrat die Gegenseite.
Foto: Svenja Volk

Streitgespräche auf inhaltlich und rhetorisch höchstem Niveau – das ist „Jugend debattiert“. Etwa 70 Schüler von acht Schulen aus der Umgebung debattierten in den Vorrunden des Regionalwettbewerbs zu politischen und gesellschaftlichen Themen um die Wette. Mitten unter ihnen: Luna und Jakob. Ihnen und zwei weiteren Mitstreitern gelang der Einzug ins Finale der Altersklasse zwei. Im historischen Rathaussaal setzten sie sich mit einer brandaktuellen Frage auseinander: „Sollen in stark belasteten Großstädten Diesel-Fahrverbote erlassen werden?“

Diskutiert wurde nach klaren Regeln: pro Debatte eine Streitfrage, je zwei Schüler, die Pro und Kontra vertreten, und 24 Minuten Zeit. Das Los entscheidet, welche Position die Schüler beziehen. Im Fokus der Jury stehen bei der Bewertung die Gesprächsfähigkeit der Teilnehmer, Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen und Überzeugungskraft.

Jakob Artmann trat vor allem mit den Argumenten Gesundheit und Umwelt für ein Fahrverbot von Dieselautos in deutschen Innenstädten ein. Die Pro-Seite betonte, wie dringend eine schnelle Lösung ist, denn die Abgaswerte sind längst zu hoch: Ein Fahrverbot als sofortige Entlastung für Mensch und Natur muss her, forderte Jakob. Die Gegenseite hingegen mahnte vor einer kurzsichtigen Entscheidung, denn ein Verbot zieht enormen bürokratischen Aufwand mit sich, der so schnell nicht zu bewältigen ist. Die Kontra-Seite wollte vor allem die Autobauer in die Pflicht rufen, die Fahrzeuge nachzurüsten. Nach der Debatte sagte Luna Mono: „Meine Gesundheit liegt mir natürlich am Herzen, aber nachdem ich mich mit den Gegenargumenten zum Fahrverbot auseinandergesetzt habe, sehe ich das Ganze kritischer.“

Obwohl es nicht ihrer eigenen Überzeugung entsprach, war sie zufrieden damit, die Kontra-Position zu vertreten: Dort sind die Argumente einfach vielseitiger, fand Luna. Und auch Jakob, der generell lieber auf der Pro-Seite steht, war froh über sein Los. Trotzdem bereiteten sich die Finalisten intensiv auf alle Gesichtspunkte der Debatte vor. Das bringt enorme Vorteile, weiß Regionalkoordinator Christoph Dorscheid – denn wer den Standpunkt der Gegenseite kennt und versteht, kann konstruktiv reagieren und deren Argumente entkräften.

Aspekte wie diese trainierte Peter Markovic, Schulkoordinator des Cusanus-Gymnasiums, mit Jakob und seinen Mitschülern im Unterricht. Debattieren stärkt das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, erklärte Markovic: „Man kann förmlich sehen, wie aus Kindern erfahrene Redner werden, die den Erwachsenen das Wasser reichen können.“

Dabei ist es nicht das Ziel von „Jugend debattiert“, einen Konsens bei Streitfragen zu finden – und das war auch bei dem Diesel-Thema nicht so. Am Ende fiel das Urteil der Juroren so knapp aus, dass quasi ein Fotofinish von Nöten gewesen wäre, scherzten die Begutachter. Schließlich gewann Jakob und verwies Luna auf den zweiten Platz. Doch beide ziehen in die nächste Runde ein – den Landeswettbewerb in Mainz, in dem sie sich gegen andere Regionalsieger behaupten müssen.

Auch die jüngeren Debattanten Jona Lampa vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium Andernach und Max Terhorst vom Max-von-Laue-Gymnasium Koblenz konnten im Finale ihrer Altersgruppe die Jury von sich überzeugen und werden die Region beim Landeswettbewerb vertreten.

Von unserer Mitarbeiterin Svenja Volk

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