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Mosel

Blaualgen: Warnung für die Mosel erneuert

Volker Schmidt

Keine Entwarnung in Sachen Blaualgen: Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat seine Warnung vor den giftigen grünen Schlieren auf der Mosel erneuert. In einer Pressemitteilung, die die Behörde am Donnerstag versendete, heißt es aufgrund der unveränderten Situation: „Vorsorglich sollten nach wie vor Gewässer- und Uferbereiche mit deutlich grüner Färbung gemieden werden. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder, aber auch für Badende und Wassersportler. Das Trinken oder Verschlucken von Moselwasser ist zu vermeiden, auch Haustiere sind vom Moselwasser fernzuhalten.“ Das Landesamt verlässt sich bei der Beurteilung der Situation eher auf optische Eindrücke als auf Messdaten – aus gutem Grund.

Fast schon idyllisch sieht es aus, wie dieses Boot auf der Mosel schwimmt. Die grüne Verfärbung der Mosel ist aber auf giftige Cyanobakterien (Blaualgen) zurückzuführen.
Fast schon idyllisch sieht es aus, wie dieses Boot auf der Mosel schwimmt. Die grüne Verfärbung der Mosel ist aber auf giftige Cyanobakterien (Blaualgen) zurückzuführen.
Foto: Jens Weber

Denn die Blaualgen sind nicht gleichmäßig auf der Mosel verteilt, sondern treten hauptsächlich an Stellen mit einer niedrigeren Fließgeschwindigkeit auf – etwa oberhalb von Staustufen oder in Ufernähe. Soll heißen: Die Konzentration ist an diesen Stellen deutlich höher als an anderen. An allen diesen Stellen Proben zu nehmen, wäre wegen der Vielzahl aufwendig, hätte aber zudem auch den Nachteil, dass es schwer wäre, zu einem aussagekräftigen Ergebnis für die gesamte Mosel zu kommen. Die Proben, die die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) genommen und dem Landesamt trotz anders lautender Informationen des LfU am Dienstag zur Verfügung gestellt hatte, wurden im sogenannten „durchmischten Wasser“ genommen, also nicht unbedingt da, wo die Blaualgen am stärksten blühen. Das Ergebnis: „Unsere Messwerte aus durchmischten Bereichen der Mosel der vergangenen Woche bis heute bewegen sich in dem Bereich 1 bis 16 Mikrogramm (µg) Blaualgenchlorophyll pro Liter“, erklärt Helmut Fischer von der BfG. Laut einem Überwachungsschema des Bundesgesundheitsministerium befindet man sich damit hauptsächlich noch auf der untersten Warnstufe (Erhöhte Aufmerksamkeit). Die Warnhinweise, die das Landesamt für Umwelt ausgesprochen hat, werden aber laut dem Schema als Maßnahme für die zweite Warnstufe (mehr als 15 µg) empfohlen. Dass hat wiederum damit zu tun, dass das LfU sich angesichts der geschilderten Problematik auf die Inaugenscheinnahme verlässt. Wegen der heterogenen Verteilung der Cyanobakterien hält auch Helmut Fischer die Bewertung nach Inaugenscheinnahme für richtig. Denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass man in den deutlich grün gefärbten Bereichen mehr als 15 µg Blaualgenchlorophyll pro Liter messen würde. Die dritte Warnstufe, die gegebenenfalls auch mit einem Badeverbot einher gehen könnte, wird laut dem Überwachungsschema ab 75 µg erreicht.

Die weitere Entwicklung der Algenblüte wird von den Behörden intensiv verfolgt, heißt es. „Sollten die Witterungsbedingungen sich in nächster Zeit nicht grundlegend ändern, so gehen die Gewässerökologen bis auf Weiteres von einem Fortbestehen des Phänomens in der Mosel aus“, erklärt das Landesamt.

Dass Vereine wie die DLRG Koblenz Veranstaltungen in der Mosel wegen der Blaualgen absagen – für kommenden Samstag war eigentlich das traditionelle Moselschwimmen oberhalb der Koblenzer Staustufe geplant – kann LfU-Sprecher Gerd Plachetka gut nachvollziehen. „Es macht ja auch keine Freude, in einem Algenteppich zu schwimmen“, sagt er.

Eine Ausweitung der Blaualgenplage auf den Rhein halten die Experten für unwahrscheinlich. „Der Rhein ist ein extremes Fließgewässer. Die Wassermassen sind stark in Bewegung – auch in den Randbereichen“, sagt Plachetka. Die damit einhergehende Verdünnung würden die Blaualgen nicht verkraften, sagt Fischer. Sie würden einfach fortgespült werden.

Von unserem Redakteur Volker Schmidt

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