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Bendorf

Bendorfer erfinden neuartige LED-Röhren

Sie sind langlebig, senken den Stromverbrauch drastisch und können leicht nachgerüstet werden: kein Wunder, dass LED-Leuchten die Zukunft gehört. Nur bei den Leuchtstoffröhren gestaltete sich der Systemwechsel lange problematisch. Bis jetzt.

Frank Krauer und Danijel Milikic (rechts) mit ihrer neuartigen LED-Röhre, die sich äußerlich nicht von herkömmlichen Modellen unterscheidet. Doch das Innenleben des Produktes, das sich weltweit durchsetzen soll, ist sehr komplex.
Frank Krauer und Danijel Milikic (rechts) mit ihrer neuartigen LED-Röhre, die sich äußerlich nicht von herkömmlichen Modellen unterscheidet. Doch das Innenleben des Produktes, das sich weltweit durchsetzen soll, ist sehr komplex.
Foto: Reinhard Kallenbach

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

Das Unternehmen Tidanis hat eine revolutionäre Röhre entwickelt, die wirklich überall passt. Das Ziel ist klar definiert. Die Bendorfer nehmen Kurs auf den Weltmarkt.

Allein in Deutschland müssen mittelfristig 300 bis 400 Millionen Leuchtstoffröhren ersetzt werden. Denn vor allem in Büros und großen Hallen leuchten wahre Kostenfallen. "Das Energiesparpotenzial unserer LED-Röhren reicht von 50 bis 75 Prozent bei erhöhter Lichtausbeute von 20 bis 50 Prozent", erklärt Geschäftsführer Danijel Milikic. Bislang werden die LED-Röhren vor allem bei Neubau- und Sanierungsprojekten eingesetzt. Jetzt soll der Vertrieb im großen Stil beginnen – das größte Potenzial liegt nämlich in bestehenden Objekten.

Gerade im gewerblichen Bereich wurde in den vergangenen Jahren viel in die Beleuchtung investiert, sodass Unternehmen weitere Erneuerungen vermieden. Denn der Umstieg auf herkömmliche LED-Röhren war bislang mit hohen Kosten verbunden, da die bislang auf dem Markt erhältlichen Produkte eben nicht überall passten. "Das Problem sind die elektronischen Netzteile für Leuchtstoffröhren", betont Frank Krauer. Der technische Leiter von Tidanis verweist auf die unterschiedlichsten Varianten und Hersteller. Die Bendorfer haben das Problem elegant gelöst: Ein Starter wird nicht mehr benötigt, es gibt einen einfachen 1:1-Austausch für alle Vorschaltgeräte und Modi. Und die Halterungen können auch bleiben. Mit diesem weltweiten Alleinstellungsmerkmal bieten die Bendorfer als Erste eine echte 1:1-Umrüstung an.

In den vergangenen Jahren hat es viele Versuche gegeben, universell einsetzbare LED-Röhren zu entwickeln – nicht selten mit gefährlichen Folgen. Die Anforderungen der strengen Norm DIN/EN 62776 konnten nicht erfüllt werden. Anders Tidanis. Die Bendorfer LED-Röhren wurden vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) zertifiziert. Der Vergabe des VDE-Gütesiegels gilt in der Branche als Ritterschlag.

Das Tidanis-Team entwickelt, projektiert und berechnet. Für die Produktion selbst schloss das Unternehmen, das seinen Sitz in der August-Thyssen-Straße hat, ein starkes Bündnis mit dem chinesischen Konzern The Creative Life (TCL), dem weltweit drittgrößten Fernsehhersteller, der auch bei der Produktion von Leuchtmitteln zu den Marktführern gehört. Warum ausgerechnet in China? "Nicht nur aufgrund des Preises, sondern vor allem wegen der hohen Qualität", antwortet Danijel Milikic. Der Elektroingenieur verweist darauf, dass die Chinesen die europäischen Produktionsstätten in den diesem Bereich abgehängt haben. Wie TCL arbeitet, weiß er aus eigener Anschauung. Er hat selbst lange für den Konzern gearbeitet, bevor er sich selbstständig machte.

Auch wenn es das Unternehmen, das auch auf andere LED-Systeme – zum Beispiel für Straßenbeleuchtung – spezialisiert ist, in der heutigen Form erst seit 2011 gibt, können die Gründer auf einem reichen Erfahrungsschatz aufbauen. Deswegen gelang es, den Prozess von der Entwicklung bis zur Zulassung in nur zwei Jahren zu meistern. "Die Branche entwickelt sich schnell, und wir wollen dabei sein", bringt es Frank Krauer auf den Punkt und verweist auf einen weiteren Vorzug der neuartigen Röhren. Sie halten bis zu 70 000 Stunden und eine Gewährleistungsfrist von 7 Jahren. Rein äußerlich unterscheiden sich die LED-Röhren kaum von den herkömmlichen Modellen. Doch hinter dem "Mantel" verbirgt sich ein hochkomplexes Innenleben, das in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von TCL zur Serienreife gebracht wurde.

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