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Oberwesel

Zukunftsideen sind nun am Mittelrhein gefragt

Nach Rheinböllen ist die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel die zweite Gebietskörperschaft im Kreis, die das kreisweite Projekt Zukunftsideen auf VG-Ebene herunterbricht und sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen möchte. Beim Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur soll das Thema angesiedelt sein, hat der VG-Rat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Oberwesel – Nach Rheinböllen ist die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel die zweite Gebietskörperschaft im Kreis, die das kreisweite Projekt Zukunftsideen auf VG-Ebene herunterbricht und sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen möchte. Beim Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur soll das Thema angesiedelt sein, hat der VG-Rat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Bevor die Ratsmitglieder das Zukunftsfeld beackerten, gab die Hochschullehrerin Gabi Troeger-Weiß vom Beratungszentrum Regional- und Kommunalentwicklung Kaiserslautern einen Überblick, was in Sachen Zukunftsideen bisher gelaufen ist. Anhand der markanten Zahlen machte die wissenschaftliche Projektbegleiterin deutlich, dass der dramatische Rückgang der Einwohnerzahlen, gepaart mit der Alterung der Bevölkerung, Anlass ist, über neue Formen des Zusammenlebens, der Daseinsvorsorge und der Mobilität nachzudenken.

Dass die ursprünglich für 2020 prognostizierte Einwohnerzahl für den Rhein-Hunsrück-Kreis von knapp über 102.000 schon 2010 erreicht wurde, zeugt von der Dynamik der demografischen Wende. Für 2030 wird eine Einwohnerzahl von 92 000 vorausgesagt. Bis 2060 wird ein Rückgang auf 75.000 Einwohner prognostiziert.

Ist die Zahl der unter Vierjährigen in den vergangenen zehn Jahren bereits um 4 Prozent zurückgegangen, so nimmt die Anzahl der über 65-Jährigen in den nächsten Jahren um 3 Prozent zu. 2013 ist fast jeder dritte Einwohner älter als 65 Jahre. Die Zahl der Schüler geht um die Hälfte zurück.

In der VG St. Goar-Oberwesel ist der Bevölkerungsrückgang besonders dramatisch. In einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess sollen die Knackpunkte definiert sowie die Leuchtturm- und Modellprojekte als Gegenentwurf entwickelt werden.

Die Schwachstelle beim Projekt Zukunftsideen ist aus St. Goar-Oberweseler Sicht die Tatsache, dass erneuerbare Energien als Geldbeschaffer für die Umsetzung der Ideen kaum vorhanden sind. „Auf dem Hunsrück müssen sie bald ihre Bürgersteine vergolden", sagte Ratsmitglied Paul Stahl (CDU). Im Rheintal ist es in größerem Umfang gar nicht möglich, Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien zu generieren. Windkraft scheidet, abgesehen von den Randgebieten auf der Höhe, ganz aus. Auch für Fotovoltaik befindet sich das Mittelrheintal in einer schwierigen Lage, warf Lydia Weidenbruch (FWVG) ein. So liegt es im politischen Interesse der Mittelrhein-VG, einen Weg zu finden, um Einnahmen aus erneuerbaren Energien zu sozialisieren.

Unabhängig vom gerechten Verteilen der Einnahmen gibt es in punkto Daseinsvorsorge, Energieeffizienz und neue Wohnformen Themen, die auf den Nägeln brennen und dringend angepackt werden müssen. Dazu gehört die energetische Sanierung des Freibades in Werlau und die Ausstattung des Rhinelanderstadions mit Fotovoltaik. Auch Maßnahmen gegen Leerstände gehörten auf die Tagesordnung, war zu hören.

Der Lauderter Ortsbürgermeister Arnold Grings tat kund, dass er die seriöse Information über Wärmedämmung und Fotovoltaik als Voraussetzung für konkrete Maßnahmen für besonders wichtig hält. Wolfgang Wendling

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