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    Rheinböllen

    Wolf kehrt zurück in alte Reviere: Ausstellung macht Station im Hochwildpark

    Der Wolf kehrt zurück in seine ehemaligen Reviere. Im Westerwald wurde er bereits mehrfach gesichtet. Unbestätigte Meldungen kursieren, dass er bereits auch im westlichen Hunsrück seine Fährte hinterlassen hat. In Märchen, Sagen und Mythen ist das Raubtier tief verankert im Bewusstsein des Menschen.

    Der Leiter des Hunsrück-Museums, Fritz Schellack (rechts), und sein Mitarbeiter Tom Eberitsch bauen die Wolfsausstellung im Rheinböllener Hochwildschutzpark auf. Zu den Exponaten gehört auch ein präparierter Wolf. Einen Monat lang ist die in Rheinböllen zu sehen. Fotos: Werner Dupuis
    Der Leiter des Hunsrück-Museums, Fritz Schellack (rechts), und sein Mitarbeiter Tom Eberitsch bauen die Wolfsausstellung im Rheinböllener Hochwildschutzpark auf. Zu den Exponaten gehört auch ein präparierter Wolf. Einen Monat lang ist die in Rheinböllen zu sehen. Fotos: Werner Dupuis
    Foto: Werner Dupuis

    In einer viel beachteten Ausstellung beschäftigte sich das Hunsrück-Museum mit der außergewöhnlichen Spezies. Die Wolfsausstellung ist jetzt umgezogen und wird noch bis Mitte Juli im Hochwildschutzpark Hunsrück in Rheinböllen gezeigt.

    Auch im Zeitalter von Internet und virtueller Medien ist der Wolf allgegenwärtig. Seine Rückkehr in die deutschen Wälder sorgt immer wieder für reißerische Schlagzeilen. Dabei spiegelt sich die ambivalente Einstellung des Menschen gegenüber dem Wolf wider. Einerseits verehrt er ihn als starkes und überlegenes Tier, als ein Indiz für intakte Umwelt und Natur, andere verbinden ureigene Ängste mit dem Wolf. Jedes Kind kennt die Geschichte vom Rotkäppchen. In der zu Literatur gewordenen Märchensammlung der Gebrüder Grimm ist Canis Lupus – so der lateinische Name – ein Star. Kinoplakate künden von Filmen, in denen der Wolf eine Hauptrolle spielt.

    Schon in den Fabeln antiker Autoren werden negative menschliche Charaktereigenschaften wie Habgier, Streitlust, Heimtücke und Verschlagenheit auf den Wolf projiziert. In den immer noch populären Grimmschen Märchen spielt Isegrim, wie der Wolf auch bezeichnet wird, eine Hauptrolle. In Rotkäppchen etwa erschleicht er sich das Vertrauen eines kleinen Mädchens, frisst dann dessen Großmutter und am Ende Rotkäppchen selbst. Im Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein verschafft er sich mit durch Kreide verfälschter Stimme Zutritt zum Haus einer Ziegenfamilie und verschlingt deren Kinder bis auf eines.

    Das für Wald und Jagd zuständige Mainzer Umweltministerium ließ eigens einen Wolfsmanagement Plan von der Stiftung Natur und Umwelt entwickelt, um der zu erwartenden Einwanderung des Wolfes in das Bundesland mit entsprechender Fachkompetenz begegnen zu können.

    Maßnahmen zur Information der Öffentlichkeit, zur Akzeptanzsteigerung sowie zur Schadensprävention sind darin detailliert festgelegt. Die Rückkehr der Wölfe stellt in einer dicht besiedelten Landschaft offensichtlich eine Herausforderung dar.

    In der Ausstellung werden auf einem guten Dutzend Tafeln eine Fülle an Informationen vermittelt und Wolfsgeschichten erzählt. Der letzte Wolf im Soonwald wurde nicht wie auf einem Schild am Stamm der Wolfseiche an der Straße zwischen Kreershäuschen und Tiefenbach erläutert, 1851, sondern ein Jahr später, 1852, bei Schwarzerden erlegt. Der allerletzte frei lebende Wolf im Hunsrück fiel 1879 im Hochwald einer Kugel zum Opfer.

    Im Hochwildschutzpark sind weiße Polarwölfe in einem Gehege zu beobachten. Zurzeit haben sie Nachwuchs.
    Im Hochwildschutzpark sind weiße Polarwölfe in einem Gehege zu beobachten. Zurzeit haben sie Nachwuchs.
    Foto: Werner Dupuis

    Die Wolfsausstellung ist eine eine naturkundliche, kulturwissenschaftliche und gegenwartsbezogene Betrachtung des Themenkomplexes. Als Wanderausstellung konzipiert wurde sie und von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz gefördert. Ihre Besichtigung ist kostenlos.

    Eintritt wird allerdings erhoben, wenn man anschließend noch das Wolfsgehege mit den weißen Polarwölfen im Hochwildschutzpark besichtigen und einen Spaziergang durch den rund 100 Hektar großen Park und rund um den Volkenbacher Weiher machen möchte. Zu den Attraktionen zählen unter anderem die tägliche Greifvogelschau, sowie die Fütterung der Wölfe, Luchse und Waschbären. Zurzeit gibt es Nachwuchs bei den Polarwölfen, den Erdmännchen und beim Rotwild.

    • Hochwildschutzpark Hunsrück Rheinböllen. Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 20 Uhr. Kassenschluss ist um 19 Uhr.
    • Info: www.hochwildschutzpark.de; Tel. 06764/1205
    Von unserem Reporter Werner Dupuis

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