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Rheinböllen

Weihnachtsfreude mit vollen Segeln: Märchenstube überzeugt mit toller Aufführung

Die Aufführungen der „Märchenstube“ Rheinböllen, ein Spross der Laienspielgruppe „studio 61“, sind seit Jahr und Tag ein fester Bestandteil im Terminkalender nicht nur der Stadt Rheinböllen, sondern auch von zahlreichen Kindergärten und Grundschulen der weiteren und näheren Umgebung. In diesem Jahr reihte sich auch eine Gruppe der Rhein-Mosel-Werkstatt für behinderte Menschen aus Kastellaun im Kulturhaus in Rheinböllen (KiR) ins Publikum ein.

Das quantitativ kleine Ensemble um Regisseurin Thekla Krämer (knieend rechts) in fantasievollen Kostümen bot den kleinen und großen Zuschauern am ersten Advent ein stimmungsvolles Märchen.  Foto: Dieter Diether
Das quantitativ kleine Ensemble um Regisseurin Thekla Krämer (knieend rechts) in fantasievollen Kostümen bot den kleinen und großen Zuschauern am ersten Advent ein stimmungsvolles Märchen.
Foto: Dieter Diether

Auf dem Spielplan standen bisher neben traditionellen Märchen auch immer wieder modernere Erzählungen – so auch in diesem Jahr: „Lilli oder die Reise zum Wind“. Die mystische Erzählung aus der Feder von Angelika Bartram wurde von Regisseurin Thekla Krämer bearbeitet und mit einem zahlenmäßig kleinen Ensemble inszeniert. Die überwiegend jungen und sehr jungen Theatergäste ließen sich gern – sozusagen interaktiv – ins Geschehen auf der Bühne einbeziehen und lebten diesen Spaß zum Teil hinlänglich und stimmgewaltig aus.

Vor langer, langer Zeit, genau vor 7000 Jahren, hat der windigste aller Winde, Giacomo Fuomo, sein Herz dafür gegeben, dass er aus der Eiswüste wieder herausfand. Dort hatte er sich voller Angst komplett verflogen und musste sein Herz opfern, welches in einer tiefen Gletscherspalte verschwand. Der Arme kann nun keine Trauer, keine Freude mehr empfinden, nicht mehr weinen und nicht mehr lachen. Dies macht ihm sichtbar zu schaffen und er will das Herz um jeden Preis zurückhaben. Allerdings kann ihn nur ein Menschenkind aus diesem Dilemma befreien.

Im Reich des Silbernen Mondes lebt Giacomos Schwester Schiroccina, die Windhexe. Doch mehr als gute Ratschläge sind von ihrer Seite zunächst nicht zu bekommen. Da ist ihr Assistent Wilfried Zitterwurzel, ein gar d(t)rolliger Geselle, schon eher eine Hilfe. Der Arme zittert sich jedoch aus purer Angst vor Allem mehr schlecht als recht durchs Leben. Jedoch kann er Giacomo den Wink geben, den seit Jahrhunderten verschlossenen „Tunnel der Finsternis“ zu öffnen, um damit einem Menschenkind den Weg in die Höhle von Schiroccina zu ebnen.

Carolina Bernecker (Lilli), Ingrid Isermann (Windhexe Schiroccina), Ingo Lang (Wind Giaccomo Fumo), Martin Scheffler (Wilfried Zitterwurzel), Rebecca Lauer und Tamina Bernecker (Tanzende Schatten), Anna Scarbata (Vorleserin).

Musik und Ton: Frank Schneider; Technik und Beleuchtung: Björn Scarbata; Souffleuse: Silvia Müller-Arnhold; Maske: Catrin Scheffler; Bühnenbau: Michael Kessler; Garderobe: Christine Scheffler; Regie: Thekla Krämer. ddi

Alsbald schon „spuckt“ dieser Tunnel die kleine Lilli und ihren großen Teddy Samson in die geheimnisvolle Welt des Mondes aus. Die begeisterte Flötenspielerin Lilly will das Stofftier mit ihrem Instrument aufheitern, verliert dieses aber unterwegs und krabbelt auf der Suche danach zurück in den Tunnel. Giacomo weht zwischenzeitlich herein und entführt den Teddy kurzerhand – wundert sich allerdings schon etwas über das leicht „unmenschliche“ Aussehen des braunen Gesellen und dessen vollständige Sprach- und Tatenlosigkeit.

Lilli vermisst natürlich Samson und benötigt nun ihrerseits Hilfe von Schiroccina und Zitterwurzel, um ihn wieder zu finden. Sie vermelden, der Weg dahin führe nur über die Tanzenden Schatten, welche jeweils beim Aufgehen des Mondes auftauchen. Drei Rätsel hätte Lilli dabei zu entschlüsseln. Nach glücklicher Lösung muss das kleine Mädchen hinter der „Wand des Vergessens“ ihren Teddy finden. Glücklicherweise kommen Lilli und Samson mit Unterstützung des ganzen Publikums auf diese Weise wieder zusammen und bringen von der abenteuerlichen Reise auch noch das Herz des „armen Windbeutels“ Giacomo mit zurück.

Die Märchenstube von „studio 61“ hat wieder einmal unter Beweis gestellt, wie mit viel Liebe zum Detail, einer Kind gerechten Aufbereitung von Texten und enorm großer Spielfreude Geschichten und Märchen für Eltern und Kinder immer noch lebendig sein können.

Von unserem Mitarbeiter
Dieter Diether

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