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Oberwesel

Vertrag in Oberwesel: Früheres Kolpinghaus wird in Hotelbetrieb Auf Schönburg integriert

Zum 1. April wird das Kolpinghaus auf der Oberweseler Schönburg offiziell wieder in Betrieb genommen. Die Stadt Oberwesel und die Familie Hüttl als Betreiber des Burghotels Auf Schönburg haben jetzt einen Erbbaurechtsvertrag unterzeichnet, der das Kolpinghaus an das renommierte Hotel anbindet.

Anstoßen auf ein wichtiges Zukunftsprojekt in Oberwesel, das Auswirkungen auf die Region haben könnte: Johann (3. von rechts) und Hermann Hüttl (3. von links) unterzeichneten den Vertrag mit Vertretern der Stadt Oberwesel um Bürgermeister Jürgen Port (2. von links) bei Notar Matthias Fuchs.  Foto: Stadt Oberwesel
Anstoßen auf ein wichtiges Zukunftsprojekt in Oberwesel, das Auswirkungen auf die Region haben könnte: Johann (3. von rechts) und Hermann Hüttl (3. von links) unterzeichneten den Vertrag mit Vertretern der Stadt Oberwesel um Bürgermeister Jürgen Port (2. von links) bei Notar Matthias Fuchs.
Foto: Stadt Oberwesel

„Die Stadt Oberwesel ist sehr froh, nach langen und umfangreichen Verhandlungen den neuen Erbbaurechtsvertrag für den Bereich des ehemaligen Kolpinghauses auf Schönburg abschließen zu können“, sagte Stadtbürgermeister Jürgen Port anlässlich der Unterzeichnung vor dem Notar durch die Vertragsparteien. Beim Bopparder Notar Matthias Fuchs wurde der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt und der Burghotel–Restaurant „Auf Schönburg“ Johann und Hermann Hüttl GbR unterzeichnet.

Zwei Jahre dauernde Verhandlung

Mehr als zwei Jahre zogen sich die Verhandlungen hin, bis das 25 Seiten umfassende Vertragswerk sowie zahlreiche Anlagen unterschriftsreif waren. Nachdem im Herbst 2015 bekannt geworden war, dass der Verein Internationale Jugendburg Kolpinghaus zum Ende des Jahres 2015 aufgelöst würde, hieß es zunächst, dass der Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) das Kolpinghaus übernehmen würde.

Parallel dazu hatte die Familie Hüttl deutlich ihr Interesse signalisiert, die Gebäude in den eigenen Betrieb integrieren zu wollen. Schließlich sagte der DJH aber ab, und die Gespräche zwischen der Stadt und Familie Hüttl wurden intensiviert – daraus entstand jetzt der Vertrag. Der langen Verhandlungszeit schließt sich nun eine noch deutlich längere Laufzeit des Vertrags an. „Mit 75 Jahren Vertragslaufzeit ist dies eine Bindung über Generationen und verbunden mit den daraus resultierenden Investitionen eine Unternehmensentscheidung, die uns eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht“, sind Hermann und Johann Hüttl ebenso wie die Stadt Oberwesel froh, dass die Vereinbarung unter Dach und Fach ist.

Nun kann das Familienunternehmen die konkreten Planungen angehen und in die Genehmigungsverfahren für die Hotelerweiterung eintreten. Grundsätzlich bedeutet die Übernahme des Kolpinghauses für die Familie Hüttl einen großen Schritt hin zu umfangreichen Umbauarbeiten.

Nachdem die neuen Räumlichkeiten auf der Schönburg frei geräumt sind, werden die beiden in Oberwesel beheimateten Brüder ab dem 1. April offiziell den Kolpinghausteil übernehmen. Bei einer vorgesehenen Investition im siebenstelligen Bereich ist ein Ausbau in mehreren Bauabschnitten geplant, der sich über mehrere Jahre hinziehen wird. Diese Investition soll die Schönburg als Betrieb und als Anziehungspunkt im Welterbetal langfristig prägen.

Hotel öffnet im März wieder

Durch die räumliche Trennung der Planungs- und Baumaßnahmen ist der laufende Hotelbetrieb des Burghotels Auf Schönburg von den Arbeiten am Kolpinghaus nicht betroffen. Derzeit befinden sich Hotel und Restaurant noch bis einschließlich Donnerstag, 15. März, in einer „Winterpause“. Anschließend wird der Betrieb Auf Schönburg wie gewohnt und vor allem „ungestört“ fortgeführt. Entstehen soll nach dem Abschluss der Maßnahmen im Kolpinghaus neben zusätzlichen Hotelzimmern ein Restaurant beziehungsweise Café im Nordteil als zusätzliches Angebot für Hotelgäste und Burgbesucher. Die Schönburg wird weiter das Turmmuseum und einen touristischen Informationspunkt haben, diesen wird die Familie Hüttl ab 1. April ebenfalls übernehmen und betreiben. „Es ist gut, dass nun alles in einer Hand ist, Reibungsverluste werden dadurch vermieden“, sagt Stadtbürgermeister Port. „Mit ihrer Fachkompetenz und ihrem Engagement garantiert die Familie Hüttl einen erfolgreichen Weiterbetrieb.“ Flaggenwiese und Burghof sind auch künftig für alle Besucher offen, und als „Schmankerl“ für die Oberweseler Bürger halten Hüttls an ihrem Versprechen fest, diesen einen kostenlosen Eintritt ins Turmmuseum zu gewähren.

„Der Ausbau und die Erweiterung des Vier-Sterne-Hauses ist ein Glücksfall für die touristische Entwicklung unserer Stadt“, sagt Port. „Ich bin den beiden jungen Unternehmern sehr dankbar, dass sie diesen Weg beschreiten und bereit sind, das damit verbundene unternehmerische Risiko einzugehen.“

Port spricht von Vorbildcharakter

Auch wenn es gedauert hat, alle Hürden auf dem Weg zum Vertrag zu überwinden, blicken beide beteiligten Seiten voller Zuversicht auf das nun begonnene Projekt, das eine immense Breitenwirkung haben kann. „Dies hat für mich Vorbildcharakter, der hoffentlich auf die Stadt und das gesamte Tal ausstrahlt“, beschreibt Port die aus Sicht der Stadt überaus positive Entwicklung auf der Schönburg. „Unser besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die mit dazu beigetragen haben, dass diese Vereinbarung zustande kam“, erklärten die Unterzeichner zum Abschluss des Vertrages. Sie sind sich einig, dass viele gute Mitarbeiter und Berater an diesem historischen Vertragswerk mitgearbeitet haben. vb

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