40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Trauer um früheren Schulleiter: Wolfgang Heinemann hinterlässt Spuren in Simmern
  • Aus unserem Archiv
    Simmern

    Trauer um früheren Schulleiter: Wolfgang Heinemann hinterlässt Spuren in Simmern

    Dr. Wolfgang Heinemann, der langjährige Direktor des Herzog-Johann-Gymnasiums, verstarb mit 81 Jahren nach schwerer Krankheit am vergangenen Samstag in Simmern. Von 1972 bis 2000 leitete er das Simmerner Gymnasium und entwickelte die Schule zu einer modernen Bildungseinrichtung.

    Wolfgang Heinemann verstarb am Samstag in Simmern.
    Wolfgang Heinemann verstarb am Samstag in Simmern.
    Foto: HJG

    Einer der Meilensteine während seiner Zeit als Schulleiter war der Umzug des Gymnasiums von der Herzog-Reichard-Straße in den Neubau im Schulzentrum am nördlichen Stadtrand von Simmern. Die stetig wachsenden Schülerzahlen Anfang der 1970er-Jahre entwickelten sich zur Zerreißprobe für die Schulgemeinschaft. Es kam zur Auslagerung der gesamten Oberstufe in den Neubau der Handelsschule auf dem Gelände der nahen Berufsbildenden Schule. Auch die Aula des Gymnasiums musste zu vier Klassenräumen umfunktioniert werden. Die Situation entspannte sich erst mit dem Bezug des Neubaus durch die Schulgemeinschaft, bei dem es am 19. Oktober 1978 zum berühmten „Stuhlgang“ kam. Mit Schulleiter Heinemann an der Spitze vollzog die Schulgemeinschaft den Umzug. Jeder Schüler trug einen Stuhl ins neue Gebäude, das nach Fertigstellung der Fachräume von der damaligen Staatsministerin Hannah Renate Laurien am 30. Januar 1980 offiziell übergeben wurde.

    Wolfgang Heinemann ist es zu verdanken, dass nach der schwierigen Zeit für die Schule, das Herzog-Johann-Gymnasium nicht nur neue Räume beziehen konnte, sondern auch den modernen pädagogischen Anforderungen gewachsen war. Es war sein Verdienst, dass, trotz aller Modernität, die neue Schule Humanität, menschliche Ausstrahlung, und Tradition zuließ und bewahrte.

    Heinemann hinterließ als Oberstudiendirektor außerdem deutliche Spuren an „seinem“ Gymnasium, die bis in die Gegenwart reichen. Als am 10. Oktober 1989 der im März 2005 verstorbene Sohrener Unternehmer Günter Felke eine nach seinem Namen benannte Stiftung gründete, die der Maxime folgte, herausragenden Leistungen der Schüler eine Anerkennung zu verschaffen, engagierte sich Heinemann in besonderem Maße. Er gehörte viele Jahre dem Stiftungskuratorium an, das seit 1990 jedes Jahr Einzelschüler, Gruppen und Klassen fächerbezogen mit Geldpreisen und Urkunden auszeichnet und damit für Motivation sorgt. Die Günter-Felke-Stiftung war Heinemann immer eine Herzensangelegenheit, was sogar noch nach seinem Tod deutlich wird. Die Hinterbliebenen bitten im Sinne des Verstorbenen, anlässlich seiner Beisetzung am Montag, 9. Oktober, 14 Uhr, anstelle von Blumen um eine Spende für die Stiftung.

    Wolfgang Heinemann wirkte aber nicht nur für das Simmerner Gymnasium, sondern auch auf vielfältige Weise im öffentlichen Leben der Stadt Simmern. Von 1974 bis 1984 gehörte er dem Simmerner Stadtrat an. 2002 war er treibende Kraft bei der Gründung des Kulturvereins CulturisSIMo, der sich schnell zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt und der Verbandsgemeinde entwickelte. Einen ersten Höhepunkt erlebte der Verein 2004 mit der Ausstellung „Liselotte von der Pfalz: Fürstin, Chronistin und Intellektuelle aus der Linie Pfalz-Simmern“, die Heinemann maßgeblich begleitete. Als Autor zahlreicher Publikationen, die sich mit der Stadtgeschichte Simmerns befassten, erwarb sich Heinemann zudem großes Ansehen in der Kreisstadt.

    Gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke, die als Lehrerin am Herzog-Johann-Gymnasium ihren beruflichen Weg an der Seite ihres Mannes beschritt, engagierte sich der Oberstudiendirektor a.D. im Freundeskreis Friedrich Karl Ströher, der im November 1989 in Simmern gegründet wurde und den Zweck verfolgt, die Kunstsammlung des Hunsrückmalers im Simmerner Hunsrück-Museum ideell und materiell zu unterstützen.

    Als Redaktionsleiter der Hunsrücker Heimatblätter, die mehrmals im Jahr erscheinen, koordinierte er bis zuletzt die Beiträge zahlreicher ehrenamtlicher Autoren, die regelmäßig ein breites Themenspektrum zur Aufarbeitung der Hunsrücker Heimatgeschichte bearbeiten und in Heftform veröffentlichen. tor

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    2°C - 4°C
    Donnerstag

    1°C - 4°C
    Freitag

    -1°C - 3°C
    Samstag

    -2°C - 1°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige