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Boppard/Kreis

Positive Elternschaft findet positiven Nachhall

Wolfgang Wendling

Das EU-Bildungsprogramm Erasmus plus hat im Rhein-Hunsrück-Kreis eine wichtige Bodenstation. Die beiden Institutionen Jugendbegegnungsstätte (JBS) und Donum Vitae, beide in Boppard beheimatet, haben Deutschland beim intereuropäischen Projekt „Positive Elternschaft“, das von Litauen federführend betreut wurde.

Drei, die bei der sexualpädagogischen Arbeit am gleichen Strang ziehen (von links): Ingrid Gundert Waldforst, Donum Vita, Hermann Schmitt, JBS, und die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Pia Reuter.
Drei, die bei der sexualpädagogischen Arbeit am gleichen Strang ziehen (von links): Ingrid Gundert Waldforst, Donum Vita, Hermann Schmitt, JBS, und die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Pia Reuter.
Foto: Wolfgang Wendling

Mit ihm Boot saß auch die Gleichstellungsstelle des Rhein-Hunsrück-Kreises. Jetzt nach Abschluss des Projektes, blicken Ingrid Gundert-Waldforst (Donum Vitae), Hermann Schmitt (JBS) und die Gleichstellungsbeauftragte Pia Reuter mit großer Genugtuung zurück und zugleich mit gespannter Erwartung nach vorne.

„Ich kann mich noch an die staunenden Gesichter erinnern, als die Projektpartner bei uns in Boppard waren“, resümiert Pia Reuter den überaus erfolgreichen intereuropäischen Dialog unter dem Schirm von Erasmus plus. Zwei Jahre lang haben sich Fachleute aus Litauen, Polen, Italien, der Türkei und eben Deutschland über Methoden sexualpädagogischer Bildungsarbeit unter der Zielsetzung „positive Elternschaft“ ausgetauscht. Das bleibende Verdienst des deutschen Beitrags aus Boppard und dem Kreis ist die Tatsache, dass die pädagogische Arbeit mit den computergesteuerten Babypuppen auch in anderen Ländern salonfähig geworden ist. Anders ausgedrückt: Dass 14- bis 16-Jährige drei Tage (und Nächte) lang realistische Erfahrungen machen können, wie es ist, Mutter oder Vater eines Säuglings zu sein – das hat der deutsche Beitrag anschaulich gemacht.

Aber nicht nur das. Die sexualpädagogische Tätigkeit ist stets Mann/Frau-bezogen. Das gilt sowohl für die Pädagogen selbst, denn Ingrid Gundert-Waldforst und Hermann Schmitt sind beide gleichzeitig im Einsatz, als auch für die Zielgruppe. Positive Elternschaft richtet sich an Jungen und Mädchen gleichermaßen.

Solche „Gleichbehandlung“ der Geschlechter wurde in den meisten der Partnerländer nicht praktiziert. Und das nicht nur in der muslimischen Türkei. So hat die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Hunsrück-Kreises mit ihrem Vortrag über die deutsche Realität der Gleichbehandlung der Geschlechter Verwunderung und Bewunderung zugleich geerntet.

Alle drei Projektbeteiligte blicken nun nach vorne. Natürlich wird die Arbeit mit den Simulationspuppen weitergehen. Anfang Januar beginnt ein Elternpraktikum an der Realschule Marienberg, Anfang März an der BBS Boppard. Darüber hinaus wollen Ingrid Gundert-Waldforst, Pia Reuter und Hermann Schmidt einen sexualpädagogischen Mitmach-Parcours kreieren.

Dieser Mitmach-Parcours, der aus ganz unterschiedlichen Stationen besteht, an denen die sexualpädagogischen Zielsetzungen auf unterhaltsame Art und Weise den Jugendlichen nähergebracht werden, würde zu verschiedenen Anlässen zum Einsatz kommen.

Jetzt werden noch Geldgeber gesucht, damit diese Idee auch tatsächlich umgesetzt und verwirklicht werden kann.

Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

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