40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » „Positive Elternschaft“: Boppard vertritt Deutschland beim EU-Projekt
  • Aus unserem Archiv
    Boppard

    „Positive Elternschaft“: Boppard vertritt Deutschland beim EU-Projekt

    „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“ Der Spruch von Wilhelm Busch könnte – natürlich um die Mutter erweitert – Pate gestanden haben für das EU-Projekt „Positive Elternschaft“. Fachkräfte und Multiplikatoren sollen Kompetenzen entwickeln, um Jugendliche frühzeitig in die Lage zu versetzen, irgendwann in ihrem Leben die Aufgabe, Eltern zu sein, meistern zu können. Das Besondere: Den deutschen Beitrag für dieses intereuropäische Projekt liefert die Stadt Boppard, genauer gesagt die beiden in Boppard ansässigen Institutionen Donum Vitae und Jugendbegegnungsstätte (JBS).

    Im Mai 2016 kamen die Projektpartner aus Litauen, Italien, Polen und der Türkei nach Boppard, um den deutschen Beitrag zum Europäischen Erasmus plus-Projekt „Positive Elternschaft“ näher kennenzulernen. Vor allem die Arbeit mit den Simulationspuppen beeindruckte die Gäste.
    Im Mai 2016 kamen die Projektpartner aus Litauen, Italien, Polen und der Türkei nach Boppard, um den deutschen Beitrag zum Europäischen Erasmus plus-Projekt „Positive Elternschaft“ näher kennenzulernen. Vor allem die Arbeit mit den Simulationspuppen beeindruckte die Gäste.
    Foto: Donum Vitae

    Wie schwer es tatsächlich sein kann, Vater und Mutter zu sein, wissen erfahrene Erziehungswissenschaftler und Sozialpädagogen nur zu gut. Ingrid Gundert-Waldforst, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae, und Hermann Schmitt, Leiter der JBS, machen seit Jahren gemeinsame Sache bei sexualpädagogischen Projekten. Neben dem Aufklärungsunterricht für Schüler bietet Donum Vitae auch noch Kurse für Schwangere sowie junge Mütter und Väter an, wo es darum geht, den richtigen Umgang mit dem Neugeborenen zu lernen.

    Wieder im gemeinsamen Boot sitzen Donum Vitae und JBS bei den Elternpraktika an Schulen. Mithilfe computergesteuerter Babypuppen können 14- bis 16-Jährige drei Tage (und Nächte) lang realistische Erfahrungen machen, wie es ist, Mutter oder Vater eines Säuglings zu sein. Die Puppe simuliert die Bedürfnisse eines Babys und zeichnet das Pflegeverhalten auf. Die Puppe verhält sich wie ein echtes Baby, sie kann sich nur durch Laute verständlich machen und erwartet auch nachts Zuwendung. Bei der Arbeit mit den Babysimulatoren waren Ingrid Gundert-Waldforst und Hermann Schmitt Pioniere in der Region. Die Arbeit hat sich gelohnt – gerade auch was die internationale Aufmerksamkeit angeht.

    Als vor gut zwei Jahren über die Schiene des EU-Bildungsprogrammes Erasmus plus unter Federführung Litauens ein mehrere Länder umfassendes Projekt mit der Bezeichnung „positive Elternschaft“ ins Leben gerufen wurde, galt es, den deutschen Kooperationspartner für den transnationalen Verbund zu ermitteln. Jetzt warfen Donum Vitae und die JBS ihren reichhaltigen Erfahrungsschatz und auch den Kompetenzvorsprung in Sachen Sexualpädagogik in die Waagschale und wurden als Projektpartner auserkoren.

    So kam es, dass zwei Bopparder Einrichtungen Deutschland bei einem bedeutenden europäischen Bildungsprojekt vertreten. In der mittlerweile zweijährigen Laufzeit haben Hermann Schmitt, Ingrid Gundert-Waldforst und ihre Tochter Tabea Waldforst, die ebenfalls dem Erasmus plus-Team angehört, den Projektpartnern aus Litauen, Polen, Italien und der Türkei viele Impulse geben können, um am Ende gemeinsame Methoden zu entwickeln, um Jugendliche präventiv auf „gelingende Elternschaft“ vorzubereiten, wie es in der Projektbeschreibung definiert ist.

    Aber Erasmus plus ist keine Einbahnstraße. Die Bopparder nehmen auch viel mit aus ihren Begegnungen mit den Partnern aus den anderen Ländern. „In Polen arbeiten unsere Partner ausschließlich mit jungen straffälligen Frauen“, nennt Ingrid Gundert-Waldforst ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich die sexualpädagogische Arbeit mit Jugendlichen praktiziert wird. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit den Methoden anderer Länder können sie auch die Feststellung treffen, dass der Standard der Sexualpädagogik nirgendwo so hoch ist wie in Deutschland.

    Jetzt, nach zwei Jahren, endet das Projekt. Die Bopparder Partner fliegen am Montag für drei Tage in die litauische Hauptstadt Vilnius zur Abschlusskonferenz. Dann dürfte das Bopparder Team im Hinblick auf innovative Lernmethoden so manche Akzente setzen.

    Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Donnerstag

    1°C - 4°C
    Freitag

    -1°C - 2°C
    Samstag

    -2°C - 1°C
    Sonntag

    -2°C - 0°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige